Aushöhlung der Mitbestimmung? Die Interessenvertretung an Hochschulen kämpft mit neuen Strukturen der Steuerung und Finanzierung sowie mit überholten Rollenbildern in der Wissenschaft

Sonja Staack

Abstract


Hochschulen und Forschungseinrichtungen erleben derzeit den wohl umfassendsten wissenschaftspolitischen Wandel seit 1968. Neue Steuerungsmechanismen und wettbewerbsförmige Finanzierungsinstrumente, aber auch die Stärkung von Leitungsorganen gegenüber der Akademischen Selbstverwaltung, tragen dabei zu einer Aushöhlung etablierter Strukturen der Mitbestimmung bei. Ein Wandel der Beschäftigungsbedingungen – insbesondere durch eine Zunahme der Drittmittelorientierung sowie von befristeten Arbeitsverträgen – erschwert zudem den Personalräten eine durchsetzungsstarke Interessenvertretung für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Rollenzuschreibungen im deutschen Wissenschaftssystem erscheinen hierbei im internationalen Vergleich als Sonderweg sowie zunehmend erklärungsbedürftig. Sie werden immer mehr durch die wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen in Frage gestellt, womit auch die Machtverhältnisse innerhalb der Wissenschaft auf die politische Agenda drängen.

Schlagworte


Wissenschaftspolitik; Akademische Selbstverwaltung; Mitbestimmung; Personalvertretung.

Volltext:

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URN: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:101:1-201701091530



ISSN: 2197-2567

s u b \ u r b a n. zeitschrift für kritische stadtforschung