Veröffentlichung! Band 13, Heft 2/3 online!
wir freuen uns sehr über die Veröffentlichung der neuen sub\urban -Ausgabe mit dem Themenschwerpunkt „Die segregierte Stadt“, die ihr seit heute online lesen könnt.
Segregation ist seit den Anfängen der Stadtforschung eines ihrer zentralen Themen – höchste Zeit, dass sich auch sub\urban diesem prominenten Thema (endlich) mit einem Themenschwerpunkt widmet. Segregationsforschung untersucht – breit verstanden –, inwiefern soziale und räumliche Trennungen, Grenzziehungen und Sortierungen ineinandergreifen. Dabei lag der Fokus der Segregationsforschung lange vornehmlich auf Wohnsegregation. Zunehmend werden aber auch andere räumliche Aspekte in den Blick genommen, um zu untersuchen, wie stark Gruppen außerhalb des Wohnorts segregiert sind. So lassen sich verschiedene Segregationsformen im Zusammenhang betrachten und als Netzwerk von räumlich verankerten Ungleichheiten und Stigmatisierungen verstehen, das sich aus verschiedenen Facetten zusammensetzt – zum Beispiel in Bezug auf Wohnen, Bildung, Gesundheitsversorgung, Arbeitsmarkt, Mobilität, Ressourcen und Infrastruktur. In diesem Sinne unternimmt der Themenschwerpunkt den Versuch, den Begriff der Segregation neu zu rahmen, seine unterschiedlichen räumlichen, miteinander verbundenen Facetten darunter zu versammeln, um so die Diskussion darüber fortzuführen und zu vertiefen, wie Segregation in der kritischen Stadtforschung behandelt wird.
Die Aufsätze und Magazinbeiträge im Themenschwerpunkt behandeln unter anderem Mechanismen der Schulsegregation, Segregationsprozesse im Kontext verschiedener Räume wie „neuen Ankunftsräumen“, Großwohnsiedlungen und Einfamilienhausgebieten sowie Verdrängungsprozesse in Frankfurt am Main und Duisburg sowie ein Beispiel für segregierende Raumproduktion in der urbanen Landwirtschaft in Kapstadt. Die ebenfalls im Themenschwerpunkt verortete Debatte behandelt die Frage, ob man mit Unterstützung der Grenz- und Grenzregimeforschung neue Perspektiven für die Segregationsforschung gewinnen kann.
Neben den Beiträgen im Themenschwerpunkt erscheinen unter anderem Aufsätze zu Planungsprozessen in Leipzig oder intersektionalen Zusammenhängen von Rassismus, Staatsangehörigkeit und Stadtraum. Dazu kommen zwei Magazinbeiträge zu Stadtforschungsmethoden. Fünf Rezensionen geben einen guten Einblick in ausgewählte aktuelle Publikationen.
Wir wünschen allen Leser_innen wie immer eine anregende Lektüre.
Herzliche Grüße
die Redaktion von sub\urban
Kristine Beurskens, Laura Calbet i Elias, Mina Godarzani-Bakhtiari, Nihad El-Kayed, Nina Gribat, Stefan Höhne, Johanna Hoerning, Jan Hutta, Michael Keizers, Yuca Meubrink, Boris Michel, Gala Nettelbladt, Lucas Pohl, Nikolai Roskamm, Nina Schuster, Lisa Vollmer
