Mikrosegregation und die Verschärfung negativer Segregationseffekte – Beobachtungen aus der Praxis der Stadtteilarbeit
Abstract
Dieses Essay, geschrieben aus der Perspektive von Stadtteilarbeiterinnen in einer Großwohnsiedlung am Berliner Stadtrand, beschreibt eine Ausdifferenzierung sozialer Segregationsmuster sowie damit verbundener Segregationseffekte. Gleichzeitig plädiert es für mehr Forschung und die theoretische Weiterentwicklung der Begriffe Hyper- beziehungsweise Mikrosegregation. Beschrieben wird eine spezifische Form sozialer Segregation, die durch eine sehr kleinräumige wohnräumliche Konzentration von sozial benachteiligten Haushalten gekennzeichnet ist. Bestehende empirische Daten zur sozialen Segregation erfassen nicht alle relevanten Dimensionen und spezifischen Bedarfe, auch greift der traditionelle Ansatz der Segregation zu kurz, um die besonderen Herausforderungen auf der Mikroebene zu erfassen. Zur Schließung dieser Forschungslücke und zum besseren Verstehen der komplexen Lebensrealitäten in segregierten Stadtteilen sollten qualitative Methoden und ethnographische Studien stärker in den Fokus rücken. Die beschriebenen Beobachtungen verdeutlichen zudem die Dringlichkeit eines umfassenden Ansatzes zur Beantwortung der Herausforderungen in segregierten Stadtteilen, um die Lebensqualität der dort lebenden Menschen zu erhöhen und die gesellschaftliche Kohäsion zu stärken.
Förderung
Die Publikation dieses Beitrags wurde durch das Finanzierungsprojekt KOALA (Konsortiale Open-Access-Lösungen aufbauen) ermöglicht.
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