Verdrängungspolitik durch die „Task Force Problemimmobilien“ – Urbane Sicherheitsproduktion in Duisburg-Hochfeld
Abstract
Unter dem Motto „Wie wollen wir morgen leben“ wird 2027 in Duisburg-Hochfeld die Internationale Gartenausstellung stattfinden. Sie ist zugleich Teil laufender Aufwertungsprozesse im Stadtteil. Während dieser für wohlhabendere Bevölkerungsteile umgestaltet wird, verliert eine andere Gruppe ihr Recht auf Stadt: Seit 2014 führt die Stadt Duisburg mit der „Task Force Problemimmobilien“ unangekündigte Zwangsräumungen durch. Betroffen sind davon vor allem prekarisierte rumänische und bulgarische Bewohner*innen. Entgegen der offiziellen Begründung von Sicherheitsrisiken zeigen sich selektive und segregierende Mechanismen der Verdrängung. Diese städtische Politik folgt dem Muster einer urbanen Sicherheitsproduktion, die Armut und Migration als Bedrohung rahmt und über sicherheitspolitische Maßnahmen kontrolliert. Die Betroffenen verlieren nicht nur ihr Zuhause, sondern mit ihrer Meldeadresse auch ihren Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und sozialen Rechten. Für viele Bewohner*innen von Duisburg-Hochfeld bekommt die Frage „Wie wollen wir morgen leben“ damit eine vollkommen andere Bedeutung.
Förderung
Die Publikation dieses Beitrags wurde durch das Finanzierungsprojekt KOALA (Konsortiale Open-Access-Lösungen aufbauen) ermöglicht.
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