Zum Inhalt springen

„Neue“ Ankunftsräume zwischen Inklusion und Exklusion Eine Literaturanalyse räumlicher Zuzugsmuster in Europa

Autor_innen::

Hannah Brill , Heike Hanhörster , Nils Hans , Miriam Neßler , Isabel Ramos Lobato

Abstract

In diesem Beitrag werden die räumlichen Auswirkungen der zunehmenden Diversifizierung von Migrationsprozessen analysiert. Im Fokus stehen dabei sich neu formierende Ankunftsräume in Europa jenseits „traditioneller“ urbaner Migrationszentren. Auf Basis einer systematischen Literaturanalyse lassen sich fünf zentrale Dimensionen identifizieren, die die Ankunftsbedingungen für Neuzugewanderte vor Ort prägen: staatliche Interventionen und Integrationsregime, der Zugang zu Wohnraum, lokale Beschäftigungsmöglichkeiten, soziale Netzwerke und die Ausstattung mit sozialen Infrastrukturen und Dienstleistungen. Die Analyse zeigt, dass raumstrukturelle Merkmale wie Größe oder Lage allein keine ausreichenden Erklärungen für die Variationen in den Ankunftsbedingungen liefern. Vielmehr ergibt sich in jedem Ankunftsraum eine spezifische Kombination lokaler, institutioneller und gesellschaftlicher Faktoren, die den Zugang zu Teilhabechancen wesentlich beeinflussen. Der Beitrag plädiert für einen differenzierten Blick auf lokale Ankunftskontexte im Sinne des local turn in der Migrationsforschung, der die komplexen Wechselwirkungen zwischen lokalen und überörtlichen Bedingungen berücksichtigt.

Förderung

Die Publikation dieses Beitrags wurde durch das Finanzierungsprojekt KOALA (Konsortiale Open-Access-Lösungen aufbauen) ermöglicht.