Bagdads Bürger*innen zwischen Krieg, Repression und Freiräumen – Rezension zu Alissa Walter (2025): Contested city. Citizen advocacy and survival in modern Baghdad. Stanford: Stanford University Press.
Abstract
Die rezensierte Monografie von Alissa Walter beschäftigt sich mit den Beziehungen zwischen Staat und Gesellschaft im Irak zwischen 1960 und 2011. Sie bietet Einblicke in die Kontinuitäten und Brüche einer Gesellschaft, die drei Kriege, zwölf Jahre Sanktionen, eine brutale Diktatur und eine anschließende Besatzung erlebte. Das Buch zeigt auf, wie Saddam Husseins autoritärer Staat zu einem „Staat in der Gesellschaft“ wurde und Bürger*innen dennoch Raum fanden, das System für sich (auszu-)nutzen. Auf der Ebene der Nachbarschaften wurde die Grundlage für Staats-Gesellschafts-Beziehungen geschaffen, die bis heute das Verhältnis und die Erwartungen von Iraker*innen zum Staat prägen. Walter vermittelt dieses Verhältnis über die Erzählung von Bagdads jüngerer Stadtgeschichte.
Förderung
Die Publikation dieses Beitrags wurde durch das Finanzierungsprojekt SocioHub-Zeitschriftenbündel 2026-2028 ermöglicht.
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