Recht verständlich machen? – Die Faltkarte als visuelle Intervention kritischer Stadtforschung im Kontext von Wohnungsverlust
Abstract
Wie lässt sich juristische Sprache übersetzen – für Menschen, die von Räumung betroffen sind, aber keine juristische Ausbildung haben? Dieser Beitrag nimmt das Spannungsverhältnis zwischen gerichtlicher Sprache, behördlicher Kommunikation und der Alltagssprache städtischer Marginalisierter in den Blick. Ausgehend von ethnographischer Feldforschung in Amtsgerichten und Gesprächen mit Mieter:innen und Aktivist:innen, analysieren wir Formen der Sprachlosigkeit im Kontext von Wohnungsverlust. Im Zentrum steht eine künstlerisch-gestalterische Intervention: eine gemeinsam mit der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle entwickelte Faltkarte, die juristische Verfahren zugänglich machen will. Der Beitrag versteht diese Faltkarte nicht als rein informatives Medium, sondern als eine politische Übersetzungsarbeit – an der Schnittstelle zwischen kritischer Stadtforschung, visuellem Aktivismus und rechtlicher Selbstermächtigung.
Förderung
Die Publikation dieses Beitrags wurde durch das Finanzierungsprojekt KOALA (Konsortiale Open-Access-Lösungen aufbauen) ermöglicht.
Copyright
Als CC BY-SA 4.0 Lizenz dürfen die Inhalte unter den folgenden beiden Bedingungen vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden: erstens der Nennung des Namen der Autor_innen und der Zeitschrift sub\urban, zweitens Weitergabe unter den gleichen rechtlichen Bedingungen, d.h. derselben Lizenz wie das Original (CC BY-SA). In jedem Fall bitten wir bei Weiterverwendung um eine Nachricht an info@zeitschrift-suburban.de.