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Durchlässige Grenzen durch transformative Praktiken von unten Kommentar zu Nihad El-Kayed „Segregation als Grenzformation“

Autor_innen::

Sabine Weck

Abstract

Es lohnt sich, konzeptionelle Perspektiven der Grenzforschung für die Segregationsforschung nutzbar zu machen und Segregation als Grenzformation zu verstehen, wie Nihad El-Kayed (2025) in ihrem Debattenaufschlag argumentiert. Dieser Kommentar plädiert insbesondere dafür, Segregation als sozialräumlichen Prozess der Grenzproduktion (process of bordering) in urbanen Räumen zu verstehen. Der Beitrag nimmt Bezug auf Forschungen zur räumlichen Gerechtigkeit und die Unterscheidung zwischen affirmativer und transformativer Gerechtigkeit. Transformative Veränderungen erfordern in der Segregationsforschung eine stärkere Integration der Wahrnehmungen von Menschen auf Peripherisierung sowie der Sichtweisen von Bewohnenden. Ich plädiere dafür, bei der Planung den Aufbau lokal verorteter Kapazitäten im Umgang mit den Herausforderungen vor Ort zu priorisieren. Gebietsbezogene Handlungsansätze sollten gezielt transformative institutionelle Praktiken fördern, die eine ungleiche Reproduktion sozialräumlicher Unterschiede im Stadtraum adressieren und zu strukturellen Verbesserungen der Lebens- und Wohnbedingungen in segregierten Gebieten beitragen.

Förderung

Die Publikation dieses Beitrags wurde durch das Finanzierungsprojekt KOALA (Konsortiale Open-Access-Lösungen aufbauen) ermöglicht.