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Gesellschaftliche Wohnverhältnisse from below erforschen Zur Komplizierung kritischer Wohnungsforschung

Autor_innen::

Moritz Rinn

Abstract

An der hierzulande zuletzt intensivierten Forschungsdebatte um die „Wohnungsfrage“ fällt auf, dass Untersuchungen gesellschaftlicher Wohnverhältnisse vorrangig auf Aushandlungen zwischen Kapital, Staat und sozialen Bewegungen sowie die daraus resultierende Institutionalisierung von Wohnungsregimen zentrieren. Dieser „objektiven“ Strukturierung von Wohnraumversorgung werden „subjektive“ Erfahrungen von Mieter*innen mit steigenden Wohnkosten oder veränderten Bewirtschaftungsstrategien von Vermieter*innen gegenübergestellt: hier Kämpfe um „polit-ökonomische“ Wohnraumversorgung, da „soziale“ Wohnpraktiken und Leidenserfahrungen der Leute. Der Beitrag argumentiert in Auseinandersetzung mit prominenten Ansätzen kritischer Wohnungsforschung, dass so die konstitutive Involvierung der Leute in Aushandlungen um Wohnraumversorgung, bezogen auf Gebrauchswerte, auf Immobilienverwertung und auf politisch-administrative Politiken sozialer Ordnung, nicht ausreichend in den Blick zu kommen droht. Deshalb wird eine Forschungsperspektive from below vorgeschlagen, die in kritisch-materialistischer Ausrichtung Gesellschaft als Verhältnis situierter Praktiken begreift und zugleich Kämpfe um Reproduktion der Leute zum analytischen Einsatzpunkt der Untersuchung macht. Abschließend wird diskutiert, wie die vorgeschlagene Perspektive in Kommunikation mit der aktuell etablierten interdisziplinären Wohnungsforschung treten kann.

Förderung

Die Publikation dieses Beitrags wurde durch das Finanzierungsprojekt SocioHub-Zeitschriftenbündel 2026-2028 ermöglicht., Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – Projektnummern 468575242 und 389360901