„We are not all in Görlitzer Park“ – Das Nachleben des Kolonialismus und wie sich schwarze Brit_innen in Berlin vor Rassismus schützen
Abstract
Wie setzen BiPOC-Brit_innen in Berlin Staatsbürgerschaft und Klassenprivilegien ein, um sich vor Rassismus zu schützen und mehr Wertschätzung zu erfahren? Der hier gewählte feministisch-intersektionale Ansatz verdeutlicht die Verschränkungen von Klasse, Staatsbürgerschaft, Geschlecht und race als ineinandergreifende Vergesellschaftungsprozesse, die Wirkung entfalten, um rassistische Positionierungen im urbanen Raum zu umgehen. Dieser Beitrag erforscht, wie Britishness als kulturelle und rechtlich relevante Kategorie zum Schutz vor Rassismen mobilisiert wird und so im außerbritischen Kontext einen Bedeutungswandel erfährt. Er erörtert, inwiefern der Bezug auf Britishness häufig dazu dient, schwarze Menschen ohne britischen Pass und Klassenprivilegien oder ohne höhere Bildung als sozial untergeordnet zu positionieren. Durch den empfundenen Abstand zur einstigen Kolonie und die gelebte Nähe zur Metropole der Kolonialmacht – und somit zu whiteness – werden verschiedenartige Formen von Blackness zur Kennzeichnung von Wertigkeit produziert, die jedoch in urbanen Räumen wie Berlin weißzentrisch geprägt und marginalisiert bleiben.
Förderung
Die Publikation dieses Beitrags wurde durch das Finanzierungsprojekt KOALA (Konsortiale Open-Access-Lösungen aufbauen) ermöglicht.
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