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Emanzipatorische Momente in partizipativer Stadtplanung aufspüren Differentielle Raumproduktion als Ansatzpunkt im Spannungsfeld von institutionalisierter Beteiligung und Theorien konfliktorientierter Planung

Autor_innen::

Leon Johannes Dreißig , Anne Köllner , Lea Bauer

Abstract

Stadtgeographische Arbeiten kritisieren partizipative Planungsverfahren oft für ihre postpolitische Ausrichtung. Die Beiträge sind jedoch häufig empirisch zu unspezifisch, um alltägliche Auseinandersetzungen im Rahmen solcher Planungsverfahren zu erfassen, verbleiben bei pauschaler Kritik an den Partizipationsformaten und laufen so Gefahr, zur Normalisierung der postpolitischen städtischen Kondition beizutragen. Aktuelle planungstheoretische Modelle, wie beispielsweise die agonistische Planung, werden derweil unzureichend in der alltäglichen Planungspraxis angewandt.


Vor diesem Hintergrund leitet der Beitrag auf Basis von Lefebvres Ansatz differentieller Raumproduktion einen empirischen Zugang her, der eine Blickverschiebung auf alltägliche emanzipatorische Momente in Beteiligungsverfahren anregt. Drei methodologische Kategorien zur schrittweisen Nuancierung des Blicks werden vorgeschlagen: (1) thematische und organisatorische inhaltliche Vorstrukturierungen der Partizipationsformate, (2) Umgang mit sozialen Selektivitäten kommunikativer Planung, (3) Bewusstsein für die Kontingenz urbaner Raumproduktion. Veranschaulicht werden diese Kategorien anhand von Partizipationsangeboten für das Entwicklungsgebiet Bayerischer Bahnhof in Leipzig.

Förderung

Die Publikation dieses Beitrags wurde durch das Finanzierungsprojekt KOALA (Konsortiale Open-Access-Lösungen aufbauen) ermöglicht.