Der geplatzte Traum vom öffentlichen Wasser – Warum Barcelona die Wasserinfrastrukturen nicht kommunalisieren konnte
Abstract
Obwohl das akademische Interesse für (Re-)Kommunalisierungen städtischer Wasserinfrastrukturen in den letzten Jahrzehnten gewachsen ist, bleiben erfolglose Fälle weitestgehend unbeachtet. Der Beitrag untersucht den gescheiterten Versuch der Kommunalisierung der Wasserver- und Abwasserentsorgung in Barcelona unter der progressiven Stadtregierung von Barcelona en Comú (2015-2023). Trotz vielversprechender politischer Voraussetzungen unter einer munizipalistischen Stadtregierung sowie der starken Unterstützung durch soziale Bewegungen konnte das Vorhaben nicht realisiert werden. Ausgangspunkt ist die These, dass in der urbanen Wasserwirtschaft starke Beharrungskräfte privatwirtschaftlicher Logiken wirken, die durch historische Entwicklungen, institutionelle Arrangements und Machtkonstellationen bedingt sind. Der Beitrag identifiziert technische, eigentumsbezogene, diskursive und legislative Stabilisierungsmechanismen, die die Position des privaten Wasserversorgers sichern. Zudem plädiert er dafür, den Misserfolgen progressiver städtischer Projekte als analytisch aufschlussreiche Konstellationen urbaner Machtverhältnisse mehr Aufmerksamkeit zu schenken, um daraus konkrete Schlussfolgerungen für die Gestaltung zukünftiger Vorhaben zu ziehen.
Förderung
Die Publikation dieses Beitrags wurde durch das Finanzierungsprojekt KOALA (Konsortiale Open-Access-Lösungen aufbauen) ermöglicht.
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