Altes neu gelesen: „Container des 21. Jahrhunderts“ von Klaus Ronneberger (2000)
Diese Debatte ehrt Klaus Ronneberger, den im April 2025 verstorbenen prominenten Vertreter der kritischen Stadtforschung. Sein intensives publizistisches Wirken prägte die deutschsprachige transdisziplinäre Diskussionslandschaft drei Jahrzehnte lang.
Den Aufschlag bildet eine Wiederveröffentlichung von Ronnebergers Aufsatz „Container des 21. Jahrhunderts“ aus dem Jahr 2000. Darin befasst sich der Autor mit einigen zentralen Elementen neoliberaler Stadtentwicklung und diskutiert, wie sich Großstädte, einem US-amerikanischen Leitbild folgend, auch in Deutschland zwischen zwei gegensätzlichen Deutungsmustern bewegen: zwischen vermarkteten Erlebniswelten einerseits und vermeintlich gefährlichen Orten sozialer Desintegration andererseits. Obwohl sich der Beitrag wie ein Zeitdokument der kritischen Stadtforschung des ausgehenden 20. Jahrhunderts liest, skizziert er zugleich einige Trends, die bis heute weite Teile der Stadtentwicklung auszeichnen.
Wir haben Autor_innen aus der kritischen Stadtforschung eingeladen, Ronnebergers Thesen aus gegenwärtiger Perspektive zu diskutieren. Viele von ihnen sind alte Weggefährtinnen, die eine gemeinsame Geschichte mit Ronneberger verbindet. In den Debattenbeiträgen betrachten Bernd Belina, Gabu Heindl, Christoph Laimer, Ute Lehrer und Roger Keil aus unterschiedlichen Perspektiven und mit unterschiedlichen Ansätzen den Text des Frankfurter Stadtforschers. Sie diskutieren, wo und wie Ronnebergers Überlegungen dazu beitragen können, aktuelle urbane Transformationen besser zu verstehen.
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