https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/issue/feed sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung 2021-04-23T17:34:23+02:00 Redaktion sub\urban info@zeitschrift-suburban.de Open Journal Systems sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/696 Analog Algorithm – Landscapes of Machine Learning 2021-03-12T19:06:07+01:00 Susanne Huth post@susannehuth.de <p>In ihrem fotografischen Magazinbeitrag „Analog Algorithm – Landscapes of Machine Learning“, der auf ihrem gleichnamigen Buch basiert, nimmt uns die Fotografin Susanne Huth mit ins Silicon Valley, <em>das</em> Machtzentrum der technischen Innovation und der postindustriellen, neoliberalen Wirtschaftsordnung schlechthin. Mit ihren Arbeiten begibt sie sich auf einen Streifzug durch den etwa 70 Kilometer langen und 30 Kilometer breiten Landstrich in der San Francisco Bay Area, der Gegenstand globaler und kollektiver Fantasien zu sein scheint. Huths Bilder zeigen jedoch, dass es nicht ausreicht, lediglich über diesen Ort zu reden, zu behaupten, er habe mit seinen Technologien die Alltagsroutinen, Daten und digitale Identität einer jeden von uns erfasst und durchdrungen – ohne dass wir jemals da gewesen wären (Lübbke-Tidow 2020). Susanne Huths Schwarz-Weiß-Arbeiten brechen mit diesem Narrativ, indem sie das Silicon Valley als sozio-politischen Prozess beforschen, ihn als kulturelles Dispositiv begreifen und die strukturelle Transformation der Dienstleistungsgesellschaft zur Informationsgesellschaft nachzeichnen. Die dokumentierten Lagerhallen, Straßenzüge, Parkplätze, Gebäudekomplexe und Werbeplakate wirken nicht so schillernd oder innovativ wie die Marketingkampagnen der dort ansässigen Unternehmen, sondern brüchig und unspektakulär, fast schon alltäglich.</p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/622 Der Refugee District in Belgrad 2020-07-28T16:24:35+02:00 Cosima Zita Seichter cosima.zita.seichter@hu-berlin.de Miriam Neßler miriam.nessler@uni-weimar.de Paul Knopf paul.knopf@uni-weimar.de <p>Durch internationale Fluchtbewegungen über die sogenannte Balkanroute bildete sich in Serbiens Hauptstadt Belgrad in den letzten Jahren ein sogenannter <em>Refugee District</em> heraus. Im Kontext von Migration und Flucht werden dabei zahlreiche Spannungsfelder auf unterschiedlichen räumlichen und politischen Ebenen sichtbar. Für Flüchtende kreieren diese eine Situation, die von Stillstand, Ausweglosigkeit, Kontrolle, Gefahr und Verdrängung geprägt ist. Allerdings führen die Vielschichtigkeit und die Diversität unterschiedlicher Akteur*innen, die bezüglich der Situation von Flüchtenden auf der Balkanroute wirkmächtig sind, auch zu Nischen, Widerständigkeiten und der Möglichkeit (neuer) Allianzen. Auf diese Weise entsteht eine kollektive Praktik der <em>Nicht-Bewegung</em> im Widerstand gegen die Unterdrückung und für globale Bewegungsfreiheit.</p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/598 Junge Städter zwischen Improvisation und Ausbeutung 2020-08-10T21:31:57+02:00 Hannah Schilling schillha@hu-berlin.de <p>Dieser Artikel nimmt die Handy-Guthabenökonomie in Abidjan in der Côte d’Ivoire zum Ausgangspunkt, um städtische Wertschöpfungsprozesse im digitalen Kapitalismus zu problematisieren. Mithilfe von Konzepten der Infrastruktur und der ökonomischen Praxis zeigt der Artikel, wie soziale Beziehungen, die auf den ersten Blick außerhalb des Arbeitsprozesses stehen, funktional für Wertschöpfungsprozesse werden. Die empirische Grundlage bilden leitfadengestützte Interviews mit rund 30 Männern im Alter zwischen 18 und 35 Jahren, die in der Guthabenökonomie Abidjans arbeiten. Die Analyse arbeitet die Verschränkung von Formen der Zirkulation mit ökonomischen Praktiken heraus. Diese konstituieren (mit) den Guthabenverkauf und damit auch die Kommunikationsinfrastrukturen. Der Artikel verdeutlicht, inwiefern die Befragten ihre Tätigkeit als symbolisches Kapital beim Übergang ins Erwachsenenalter einsetzen. Gleichzeitig nutzen Unternehmen die unbezahlte Arbeit der Guthabenverkäufer für die Erschließung neuer Märkte und zur Wertschöpfung. Im Sinne einer strategischen Kosmopolitisierung der Stadtforschung zeigt der Artikel abschließend Anknüpfungspunkte für die Debatte um digitale Arbeit in der Plattform-Metropolis auf.</p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/603 Das Gehirn der Smart City 2021-01-18T18:55:14+01:00 Christian Eichenmüller christian.eichenmueller@fau.de Max Münßinger max.muenssinger@fau.de Georg Glasze georg.glasze@fau.de <p>Ausgangspunkt des Beitrages ist die Beobachtung, dass sogenannte <em>command and control center</em> im Zuge von Smart-City-Vorhaben zu wichtigen Bausteinen der Stadtentwicklung werden – nicht nur in der von uns untersuchten „Smart City Mission“ in Indien, sondern weltweit. Die Idee der Vermessung, Lesbarmachung und Steuerung von Städten in <em>einem</em> zentralen Raum wird vielfach als <em>neue</em> und zeitgemäße Antwort auf die Herausforderungen der Städte im „digitalen Zeitalter“ präsentiert – nicht zuletzt von globalen Beratungsfirmen und lokalen Eliten. Wir zeigen, dass diese Ansätze auf Logiken aufbauen, die bereits in der Mitte des 20. Jahrhunderts in der Kybernetik entworfen worden sind. Eine solche historische Einordnung ermöglicht es, die Übersetzungen und Materialisierungen dieser Logiken in spezifischen Kontexten sowie die dabei auftretenden Brüche herauszuarbeiten. Gleichzeitig trägt die Perspektive dazu bei, die von Technologieanbietern und Beratungsfirmen propagierte Alternativlosigkeit smarter Stadtentwicklungspolitik aufzubrechen und diese damit einer Kritik zugänglich zu machen.</p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/605 Plattform-Urbanismus 2020-07-10T07:40:39+02:00 Moritz Altenried moritz.altenried@hu-berlin.de Stefania Animento animento@leuphana.de Manuela Bojadžijev manuela.bojadzijev@hu-berlin.de <p>Der Beitrag analysiert, wie digitale Plattformen urbanes Arbeiten und Leben ebenso verändern wie die gelebte Räumlichkeit und die materielle Architektur der Stadt. Davon sind nicht nur Arbeitsverhältnisse berührt, sondern auch alltägliche Formen und Praktiken von Mobilität, Konsum oder Reproduktion. Basierend auf umfassenden ethnografischen Forschungen beschreiben wir erstens den Aufstieg der Plattformarbeit in Berlin, insbesondere am Beispiel von Uber, Deliveroo und Helpling. Wir nehmen neue Formen algorithmischer Organisation, Kontrolle und Überwachung von Arbeit im Stadtraum in den Blick und zeigen, dass Plattformarbeit primär migrantisch ist. Davon ausgehend skizzieren wir zweitens die Umrisse eines entstehenden Plattform-Urbanismus. Das umfasst sowohl ein Verständnis der Räume und Geografien digitaler Plattformen als auch eine theoretische Perspektivierung des Begriffs. Drittens betonen wir, dass kritische Analysen des emergenten Plattform-Urbanismus zeigen können, wie Plattformen darauf abzielen, unverzichtbare urbane Infrastrukturen zu werden. Allerdings zeigt sich, dass diese Infrastrukturwerdung urbaner Plattformen kein reibungsloser Prozess ist, sondern politisch und ökonomisch umkämpft.</p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/606 Konturen eines Plattform-Urbanismus 2020-07-16T14:35:10+02:00 Sybille Bauriedl sybille.bauriedl@uni-flensburg.de Henk Wiechers Henk.Wiechers@uni-flensburg.de <p>Smart Cities sind mit großen Versprechen hinsichtlich einer verbesserten urbanen Lebensqualität durch digitale Technologien verbunden. Diese technologieoptimistische Stadtentwicklung schließt an Modernisierungsversprechen der „unternehmerischen Stadt“ an. Vielfältige Versorgungsaufgaben in Städten werden mittlerweile über Onlineplattformen vermittelt, die von internationalen IT-Konzernen betrieben und durch digitale Infrastrukturen im öffentlichen Raum unterstützt werden. Dieser Prozess wird in der Stadtforschung als Plattformurbanismus bezeichnet.</p> <p>Der Beitrag geht von der These aus, dass Smart-City-Infrastrukturen und -Dienstleistungen räumlich exklusiv realisiert werden. Er stellt am Beispiel von Smart Mobility in europäischen Städten die vielfältigen plattformvermittelten Mobilitätsangebote vor und diskutiert, welche Nachfrage sie ansprechen und ob damit urbane Mobilitätsdefizite und sozialräumliche Segregation behoben werden können oder aber durch einen ungleichen Digitalisierungszugang Mobilitätsungerechtigkeit verstärkt wird. Diese Frage wird mit Referenz auf Studien zu Geschlechterverhältnissen im Mobilitätsalltag diskutiert und dient als Grundlage für unsere Abschlussthesen, die die Folgen von Standardisierung, Normierung und Universalisierung als Merkmale des Plattformurbanismus in Europa kritisch beleuchten.</p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/612 Smart und/oder partizipativ? 2020-07-11T15:23:24+02:00 Alexander Follmann a.follmann@uni-koeln.de Stephen Leitheiser s.r.leitheiser@rug.nl Holger Kretschmer h.kretschmer@uni-koeln.de <p>Smart-City-Konzepte versprechen einfache Lösungen für eine Vielzahl komplexer sozioökologischer Probleme und Herausforderungen. Die vielfältigen Visionen von Smart Cities basieren auf der Vorstellung, digitale Technologien seien der Hauptantrieb für positive soziale und ökologische Veränderungen. Der Kern dieses Ansatzes ist, dass Effizienzsteigerungen aufgrund von Digitalisierung neue Möglichkeiten für Städte schaffen, wirtschaftliches Wachstum, Nachhaltigkeit und Klimaschutz miteinander zu vereinen. Zudem verspricht die Digitalisierung der Stadt auch eine zunehmende Demokratisierung durch neue, digitale Partizipationsmöglichkeiten sowie onlineunterstütze Bottom-up-Prozesse. Vorliegende empirische Studien zur Smart City kritisieren jedoch die dominierende Top-down-Implementierung, die prägende Rolle privatwirtschaftlicher Akteur_innen sowie den technokratischen Charakter vieler Projekte, obwohl diese ganz explizit als <em>bürger_innenorientiert</em> formuliert sind und umfangreiche Partizipationsmöglichkeiten versprechen. Der vorliegende Beitrag untersucht vor diesem Hintergrund die Rolle der Bürger_innenbeteiligung in Smart-City-Konzepten anhand des Entstehungs- und Implementierungsprozesses der SmartCity Cologne (SCC). Auf der Grundlage semi-strukturierter Expert_inneninterviews sowie einer umfassenden Dokumentenanalyse legt der Beitrag dar, wie die <em>Smartifizierung</em> der Stadtentwicklung in Köln konzeptionell verankert ist, wie sie lokal ausgehandelt und implementiert wird und welche Rolle dabei die Bürger_innenbeteiligung spielt. Der Schwerpunkt der empirischen Untersuchung liegt auf der Diskrepanz zwischen der nach außen kommunizierten bedeutsamen Rolle der Bürger_innen bei der SCC und der tatsächlich erfolgten Bürger_innenbeteiligung bei der Konzeption der SCC sowie bei der Umsetzung einzelner Teilprojekte. Theoretisch-konzeptionell basiert der Beitrag auf Sherry Arnsteins Arbeit zu Partizipationsprozessen sowie aktuellen Erweiterungen ihres Ansatzes im Kontext von Smart City und verbindet diese mit der Debatte um die post-politische Stadt.</p> <p>Smart City concepts promise simple solutions to a variety of complex socio-ecological problems and challenges. The various visions of Smart Cities are based on the idea that digital technologies would be the main driver for positive social and ecological changes. At its core, the smart approach is rooted in the idea that the gains in efficiency brought about through urban digitalization create new opportunities for combining economic growth, sustainability and climate protection. In addition, the digitalization of the city promises increased democratization through new, online participation opportunities and bottom-up processes. However, available empirical studies on the Smart City criticize the dominant top-down implementation, the determining role of private sector actors, and the technocratic character of smart projects – even those which explicitly promise participation and are described as citizen-oriented. In this context, the article examines the role of citizen participation within Smart City concepts with the illustrative example of the formation and implementation of SmartCity Cologne (SCC). Based on semi-structured interviews with experts and extensive document analysis, the article explains how the smartification of urban development is conceptually anchored in Cologne, how it is negotiated and implemented locally, and what role citizen participation plays in the process. The empirical investigation focuses on the discrepancy between the important role of the citizens in SCC that is communicated to the outside world, and the actual participation of citizens in the design of SCC and the implementation of individual projects. Theoretically and conceptually, the article draws on Sherry Arnstein’s seminal work on participation processes and more recent iterations of her approach against the background of the Smart City, and connects it with debates on the post-political city.</p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/664 Verflechtungen im städtischen Gefüge 2020-12-15T19:04:38+01:00 Nicole Baron nicole.baron@posteo.net <p>Dieser Artikel rezensiert die überarbeitete Version von Barbara Heers Dissertation zu städtischen Verflechtungen in Johannesburg und Maputo. Das Buch ist 2019 im Transcript Verlag erschienen und umfasst 337 Seiten.</p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/681 In die Gänge gekommen: Kooperation von Zivilgesellschaft und Stadtpolitik 2021-01-26T17:27:10+01:00 Lisa Vollmer lisa.vollmer@uni-weimar.de <p>Schlagworte wir Kooperation, Koproduktion und Kollaboration sind in Planungswissenschaften und Architektur schwer in Mode. Selten wird allerdings dargelegt, was diese Art(en) der Zusammenarbeit zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren auf der einen Seite und staatlichen Akteuren aus Politik und Verwaltung auf der anderen Seite von gewöhnlichen Formen der Partizipation und Bürger_innenbeteiligung unterscheidet. Anders im Buch von Michael Ziehl: Ihm gelingt es, anhand eines Fallbeispiels die intensive Zusammenarbeit zwischen Aktivist_innen rund ums Hamburger Gängeviertel und verschiedenen städtischen Institutionen detailliert nachzuzeichnen und damit den qualitativen Unterschied zwischen Kooperation und Beteiligung nachvollziehbar zu machen.</p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/618 Von Gentrifizierung betroffen 2020-08-31T10:43:20+02:00 Miriam Meuth miriam.meuth@uzh.ch Christian Reutlinger christian.reutlinger@ost.ch <p>Verdrängung als Teil von Gentrifizierungsprozessen stellt einen wichtigen und noch stärker zu erforschenden Aspekt einer kritischen Stadt- und Wohnforschung dar. Zur Erforschung der subjektiven Deutungen von Verdrängung bietet sich ein qualitativer Zugang an. Neben konzeptionellen und methodisch-methodologischen Fragen und Diskussionen gilt es, dieses Phänomen auch differenziert empirisch zu beleuchten, nicht zuletzt unter Berücksichtigung der Perspektiven, des Erlebens und auch des Umgangs der von Verdrängung bedrohten oder betroffenen Menschen. Im Beitrag verfolgen wir vor diesem Hintergrund die Frage, welche konzeptionellen und methodisch-methodologischen Herausforderungen und welche möglichen Lösungswege sich für einen qualitativen Zugang zu Verdrängung ergeben. Mit der Diskussion dieser Fragen möchten wir ausgehend von einem jüngst abgeschlossenen Forschungsprojekt einen exemplarischen Beitrag zur Auseinandersetzung mit Methoden und Erkenntniswegen qualitativer Verdrängungsforschung im Kontext von Gentrifizierung leisten.</p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/683 Das Ende des Städtischen? 2021-01-27T13:34:13+01:00 Stefan Höhne stefan.hoehne@metropolitanstudies.de Boris Michel boris.michel@geo.uni-halle.de <p>Der Einfluss der Coronapandemie wie auch die durch sie rasant beschleunigten Digitalisierungsprozesse haben zu tiefgreifenden Transformationen nahezu jeden Aspekts des urbanen Lebens geführt: von Wirtschaft und Sozialem bis zu Kultur und Alltag. Zugleich formieren sich in Politik, Medien und sozialen Netzwerken düstere Prognosen über die Zukunft der Städte. Wir möchten diese Phänomene und Debatten zum Anlass nehmen, anhand einer Reihe von Symptomen urbaner Krisen einige Fragen zur Zukunft des Städtischen zu formulieren und zur Diskussion zu stellen. Sie betreffen sowohl das Verhältnis von pandemischem Regieren, Digitalisierung und dem Urbanen als auch die Formen von Zukunftserzählungen und -planbarkeiten über das Städtische. Kurz gesagt, sie zielen auf nichts weniger als auf das Zentrum dessen, was wir unter Stadt und dem Urbanen verstehen.</p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/667 Die COVID-19-Pandemie bedeutet nicht das Ende des Städtischen (aber vielleicht den Beginn eines besseren Verständnisses unserer Welt) 2021-01-26T07:44:59+01:00 Marcelo Lopes de Souza mlopesdesouza@terra.com.br <p>„Das Ende des Städtischen?“ ist der Titel des Debattenaufschlags von Stefan Höhne und Boris Michel, der die möglichen sozialräumlichen Folgen der Covid-19-Pandemie diskutiert. Obwohl diese Frage von den Autoren im Stil einer Hypothese formuliert ist, verdient sie es, problematisiert zu werden, da sie aus meiner Sicht einen ungeeigneten Ausgangspunkt darstellt: Wäre es nicht wesentlich produktiver – anstatt sich zu fragen, ob „das Städtische“ vor dem Ende steht –, das Szenario einer möglichen Auflösung <em>einer bestimmten sozialräumlichen Konfiguration</em> (und nicht des Städtischen selbst) zu diskutieren? Ist das „<em>Ende</em> des Städtischen“ nicht ein übermäßig dramatisches und im Grunde genommen unrealistisches Wort? Wäre es also nicht fruchtbarer, eine (wahrscheinliche) <em>akute Krise der gegenwärtigen kapitalistischen sozialräumlichen Konfiguration</em> zu postulieren?</p> <p> </p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/672 Das Ende des Ländlichen? Covid-19 als Krise ländlicher Räume 2021-01-15T11:46:03+01:00 Matthias Naumann matthias.naumann@aau.at <p>Die Ausbreitung von Covid-19 und deren Auswirkungen werden in Medien, wie auch im Beitrag von Stefan Höhne und Boris Michel, vor allem als ein Phänomen der Großstädte verstanden. Demgegenüber erscheinen die geringe Siedlungsdichte, die Nähe zur Natur und die überschaubaren sozialen Kontakte in ländlichen Räumen als eine Alternative zum riskanten Leben in Großstädten. Dieser Einschätzung möchte ich mit der folgenden Replik widersprechen und argumentieren, dass die aktuelle Pandemie nicht nur mit einer Krise der Stadt, sondern auch mit Krisen ländlicher Räume verbunden ist.&nbsp; Zugespitzt ist zu fragen, ob aktuell nicht nur ein „Ende des Städtischen“ (Höhne/Michel 2021), sondern auch ein Ende des Ländlichen festzustellen ist. Die aktuellen Krisen ländlicher Entwicklung begannen, ähnlich wie in Städten, weit vor dem Ausbruch der globalen Pandemie und betreffen unter anderem das Arbeiten, das Wohnen, die Infrastrukturversorgung sowie Fragen politischer Repräsentation in ländlichen Räumen.</p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/674 The end of care-less capitalism (as we knew it)? 2021-01-19T07:24:36+01:00 Anke Strüver anke.struever@uni-graz.at <p>Die Pandemie hat uns die Auswirkungen der Globalisierung vorgeführt. Die Coronakrise hat uns zugleich die Unumgehbarkeit lokaler, alltäglicher physischer wie psychischer Sorgearbeiten – entlohnter wie unentlohnter – spüren lassen. Sie intensiviert die Carekrise und die kapitalistische Krise und muss daher auch in diesen Zusammenhang gestellt werden. Der folgende Beitrag nimmt diesen Zusammenhang auf und diskutiert die Reorganisation von Reproduktions- und Sorgearbeit mit Blick auf die feminisierte unsichtbare Arbeit im privaten Wohnraum, die potenziellen Veränderungen, die sich durch plattformvermittelte Sorgedienstleistungen ergeben, und ausblickend Überlegungen für eine Sorgende Urbanisierung.</p> <p> </p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/680 Krisendiagnostik einer kritischen Stadtforschung 2021-01-24T18:44:52+01:00 Markus Kip markus.kip@gmail.com <p>Höhne und Michel (2021) beschreiben Symptome einer „Krise der Städte“, die im Zuge der Coronapandemie deutlicher zum Vorschein kommen. Mit ihren Thesen legen sie nahe, dass es auf ein Ende des Städtischen – as we know it – hinauslaufen könnte. Im Grunde genommen bezeichnen viele der Thesen Entwicklungen, die schon vor der Pandemie zu beobachten waren. Gerne gehe ich auf die Einladung ein, über die Krisendiagnostik einer sich als kritisch verstehenden Stadtforschung zu reflektieren. Anstoß nehme ich daran, dass die Perspektive der Krisendiagnostik im Debattenaufschlag ungeklärt bleibt. Aus wessen Sicht wird hier eine Krise diagnostiziert und mit welchem Zweck? „Kritisch“ im von mir vorgeschlagenen Sinne ist eine Stadtforschung, die sich in der Krise zu verorten und (Ent-)Scheidungen herbeizuführen weiß. Dieser Beitrag argumentiert für eine kritische Stadtforschung als konsequente Fortsetzung des Erbes der Frankfurter Schule. Er baut auf Kernideen aus „What is Critical about Critical Urban Theory?“ von Neil Brenner (2009) auf.</p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/677 Lokale urbane Welten sichtbar machen 2021-01-20T12:53:49+01:00 Hannah Schilling Hannah.Schilling@uni-jena.de <p>Die aktuelle Gesundheitskrise zeigt die Diskrepanz zwischen den Sichtweisen auf gesellschaftliches Zusammenleben, wie sie sich in offiziellen Politiken einerseits und im städtischen Alltag der Vielen, der lokalen urbanen Welten, ausdrücken. Stadtforschung sollte diese Diskrepanz als Solche zu ihrem Ausgangspunkt machen. Anstatt das Städtische aus der Perspektive der Einheit des Haushalts, des Büros oder des Erwerbs von Eigentum zu denken sollten wir die gelebten Verbindungen und städtischen Zwischenräume in den Blick nehmen. Ausgehend von zwei Regulierungsfeldern aktueller Coronapolitiken – der Arbeitszeit und der Kontaktbeschränkungen – skizziert der Beitrag drei Zugangsebenen, mit denen wir das Städtische vom Standpunkt der Vielen aus begreifen können: die Prekarisierung und Multiplizität von Arbeit. die Verletzlichkeit und Interdependenz in der Organisation städtischen Alltags sowie die Analyse der (neuen) Präsenz von Staatshandeln. Damit steht am Ende kein ‚ja‘ oder ‚nein‘ zur Enturbanisierung. Stattdessen plädiert der Beitrag dafür, zu analysieren, inwieweit diese Frage inhärenter Teil einer Krisenerzählung ist und welche sozialen Dynamiken der lokalen urbanen Welt darin eingeschlossen sind, aber nicht als solche benannt werden.</p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/678 Höher, weiter, breiter. Die endlose Stadt nach Covid-19 2021-01-20T21:20:01+01:00 Roger Keil rkeil@yorku.ca <p>Dieser Artikel diskutiert in drei Teilen die Beziehungen des Städtischen und der Stadtforschung zum Thema Infektionskrankheiten am aktuellen Beispiel der Coronaviruspandemie. Meine Überlegungen beginnen mit der Periode vor der Pandemie, behandeln die Stadt(-forschung und -praxis) während der Pandemie und führen schließlich über den – derzeit noch hypothetischen – Punkt hinaus, an dem die Covid-19-Krise überwunden sein wird. Dabei wird argumentiert, dass die Bedrohung einer entstehenden Infektionskrankheit für das städtische Leben sowie die Wechselbeziehungen von extensiver Verstädterung und solchen Krankheiten lange bekannt waren, dass Covid-19 in den sich rasch entwickelnden räumlichen, sozialen und institutionellen Peripherien des Städtischen verheerende Folgen hat und dass der Neuanfang nach Covid-19 im Lichte eines „demokratischen Moments“ möglicher sozialer Veränderung gesehen werden muss.</p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/690 Die Stadt am Ende? Am Ende die Stadt. Chancen für eine gerechtere Stadt mit und nach COVID-19 2021-02-10T09:47:44+01:00 Christian Haid c.haid@tu-berlin.de <p>Die großen Pandemien der Menschheitsgeschichte und die aktuelle Situation haben eines gemein: Nicht alle Menschen sind im gleichen Ausmaß davon betroffen. Die Pandemie verstärkt und manifestiert Ungleichheiten insbesondere im Städtischen. Diese Ungleichheiten durchdringen alle räumlichen Maßstabsebenen – vom Privat- und Wohnraum bis zur Nachbarschaft, von der Stadt bis hin zu inter-urbanen Geografien. Gleichzeitig wird durch zu beobachtende Dynamiken wie Stadtflucht und das Zusammenbrechen urbaner Kulturen gepaart mit einer epidemiologischen Kritik an der dichten Stadt dem Urbanen ein Ende attestiert. Dieser Beitrag plädiert dafür, sich weniger auf die Enturbanisierung zu konzentrieren, sondern die Pandemie als Multiplikator bestehender Schieflagen und damit als Ansporn zu sehen, um mehr denn je für eine gerechtere Stadt mit und nach Covid-19 einzustehen und für sie zu kämpfen.</p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/682 Kein Ende, sondern eine Veränderung des Städtischen 2021-01-26T19:18:08+01:00 Anna-Lisa Müller anna-lisa.mueller@uni-osnabrueck.de <p>In meinem Kommentar möchte ich auf die Symptomanalyse und These der Autoren mit zwei Gegenbeobachtungen und -thesen antworten: (1) Wir haben es mit einer Neuformierung sozialer Interaktionen zu tun, die maßgeblich von Digitalisierung geprägt ist. (2) Wir beobachten eine Restrukturierung des öffentlichen Raums und dessen, was als Öffentlichkeit konzipiert wird. Dabei haben wir es weniger mit dem Ende des Städtischen als mit einer potenziellen Transformation des Städtischen zu tun, dessen Merkmale wir noch nicht voraussehen können.</p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/689 Urbanistische Heimsuchungen 2021-02-07T17:51:16+01:00 Nikolai Roskamm nikolai.roskamm@fh-erfurt.de <p>In meinem Kommentar expliziere ich die Referenz zum Diskursraum der „planetarischen Urbanisierung“ und erweitere die Debatte um zwei eher historisch angelegte Überlegungen. Dabei beschäftige ich mich mit der Konzeption von „Dichte als Gefahr“ und berichte von dem Wiedererstarken des Biopolitischen in Zeiten der Pandemie. Beide Themen – Dichte und Biopolitik – sind Kernbereiche der klassischen Stadtplanung. Sie suchen in der aktuellen Pandemiekrise den gesellschaftlichen und politischen Diskurs heim und werden zentrale Denkfiguren einer den urbanistischen Bereich überschreitenden generellen Regierungstechnik. Ich schlage vor, die durch die aktuelle Krise hervorgerufene (oder zumindest beschleunigte) geisterhafte Wiederkehr der klassischen urbanistischen Motive als Anzeichen einer voranschreitenden „planetarischen Urbanisierung zu werten.<span id="cell-3563-contents" class="gridCellContainer"></span></p> 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/708 Titelbild 2021-04-23T07:57:45+02:00 sub\urban Redaktion info@zeitschrift-suburban.de 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/709 Impressum und Inhaltsverzeichnis 2021-04-23T12:42:24+02:00 sub\urban Redaktion info@zeitschrift-suburban.de 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/700 Editorial 2021-03-19T08:53:42+01:00 sub\urban Redaktion info@zeitschrift-suburban.de 2021-04-23T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung