https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/issue/feed sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung 2022-06-03T15:08:26+02:00 Redaktion sub\urban info@zeitschrift-suburban.de Open Journal Systems sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/702 Wenn die Verhältnisse unter die Haut gehen 2021-04-07T18:36:35+02:00 Richard Bůžek rbuzek@uni-muenster.de Susanne Hübl Susanne.huebl@uni-muenster.de Lisa Kamphaus Lisa.kamphaus@uni-muenster.de Iris Dzudzek iris.dzudzek@uni-muenster.de <p>Insbesondere in Städten werden Gesundheitsungleichheiten individuell verkörpert. Gleichzeitig werden sie in Recht-auf-Stadt-Kämpfen kollektiv adressiert. Dennoch bleibt das Verhältnis zwischen Gesundheit und Ungleichheit in der Kritischen Stadtgeographie unterrepräsentiert. Wie genau werden Machtverhältnisse in Form von Gesundheit und Krankheit konkret und ortsspezifisch ungleich verkörpert und mit welcher Raumwirksamkeit? Mithilfe eines relationalen Gesundheitsverständnisses fragen wir, wie Machtverhältnisse – vermittelt über Gesellschaftsstrukturen und (politisch konstruierte) Umwelten – krank machen. Urbane Gesundheitsinitiativen verfolgen vielfältige räumliche Strategien zur Sichtbarmachung und Bearbeitung krank machender Verhältnisse. Mithilfe des Konzepts <em>Worlding </em>tragen wir das verstreut vorliegende Wissen dieser Initiativen bezogen auf Stadtteilgesundheit, Frauen- und migrantische Gesundheit zum Einfluss bioökosozialer Verhältnisse auf Gesundheit zusammen. Wir diskutieren die Raumrelevanz für die Hervorbringung von Krankheit und die kollektive Repolitisierung von Gesundheit auf Stadtteilebene. Damit tragen wir zu einer Kritischen Stadtgeographie verkörperter Ungleichheiten bei, die zeigt, wie Machtverhältnisse sich in Form von Krankheit und Gesundheit in Körper einschreiben.</p> 2022-03-29T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/730 Kritische Stadtgeographie und geographische Bildung 2021-07-28T13:21:37+02:00 Matthias Naumann matthias.naumann@aau.at Nicole Raschke nicole.raschke@tu-dresden.de <p>Die konzeptionellen Ansätze, empirischen Gegenstände und methodischen Zugänge einer kritischen Stadtforschung sind auch für die Geographiedidaktik und Bildungspraxis relevant. Vor dem Hintergrund bildungspolitischer Querschnittaufgaben wie Inklusion, politische Bildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung oder Digitalisierung rücken kritisch-reflexive Fähigkeiten, gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten und emanzipatorische Veränderungen in ihren räumlichen Bezügen wie sie in kritisch-stadtgeographischen Debatten verhandelt werden in den Fokus einer emanzipatorischen Geographiedidaktik. Stadt ist in diesem Zusammenhang mehr als bloßer Vermittlungs- und Unterrichtsgegenstand. Städtisches Leben wird maßgeblich durch Bildung bestimmt und Bildung ist ein Schlüssel für gesellschaftliche Veränderungen. Allerdings stehen explizite gegenseitige Bezugnahmen zwischen Kritischer Stadtgeographie und einer emanzipatorischen Geographiedidaktik in der deutschsprachigen Debatte noch am Anfang. Im Beitrag möchten wir am Beispiel eines Konflikts um öffentliche Räume in der Dresdner Neustadt die Chancen, aber auch Herausforderungen einer engeren Verknüpfung zwischen Kritischer Stadtgeographie und Geographiedidaktik diskutieren sowie mögliche konzeptionelle wie auch bildungspraktische Anschlüsse aufzeigen.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Matthias Naumann, Nicole Raschke https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/595 Renderings 2022-03-04T16:36:05+01:00 Sophie Mélix sophie.melix@campus.tu-berlin.de <p>Renderings tragen im Kontext des spekulativen Urbanismus wesentlich zur Legitimation von Stadtentwicklungsprojekten bei. Der Beitrag erläutert, wie mithilfe dieser Form der digitalen Architekturvisualisierung umfassende Bildwelten innerhalb der jeweiligen Planungsprozesse entstehen und wie sie wirkmächtig werden. Am Beispiel der beiden großmaßstäblichen Stadtentwicklungsprojekte Eko Atlantic in Lagos (Nigeria) und Hudson Yards in New York (USA) zeigt sich, wie durch den Einsatz von Renderings imaginäre Räume entstehen, die symbolischen Mehrwert für die geplanten Projekte schaffen: durch fotorealistische, aus digitalen Bildelementen zusammengestellte Renderings sowie eine stark homogenisierte Bildproduktion mit lokalen Anpassungen, die innerhalb der Planungsprozesse eine hohe Eigendynamik entwickelt. So wird die Vision einer bruchlosen und vorhersehbaren Zukunft erzeugt und potenzielle Konflikte werden visuell eingeebnet. Dies verdeckt den imaginären Charakter der Bildwelten – und damit auch ihre spekulative Funktion im Planungsprozess. Es wird diskutiert, wie diese Ambivalenz produktiv gemacht werden kann, um eine größere Vielfalt von Zukunftsvisionen in Planungsprozessen abzubilden.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Sophie Mélix https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/743 Von sub\urban zu Pro:Polis? 2021-08-25T22:52:19+02:00 Grischa Bertram grischa.bertram@uni-kassel.de <p>Die Jubiläumsausgabe von sub\urban widmet sich unter dem Titel „sub\x“ vor allem aktuellen Positionen des Urbanen. Dieser Beitrag hingegen widmet sich vor allem möglichen Alternativen des sub, das die Perspektive der Redaktion auf das Städtische beschreibt. Aus dem Sub wird ein Trans, ein Re, ein Pro, ein Post und ein Ko. Mit jeder Veränderung der Vorsilbe – und damit des Blickwinkels auf das Urbane – tritt ein anderer Aspekt der Stadt und des Städtischen, der Stadtproduktion und -planung sowie nicht zuletzt der Städter_innen zutage. Da die Vorsilben in den vergangenen zehn Jahren mit jeweils eigenen Bedeutungen aufgeladen und parteilich vereinnahmt wurden, sich zugleich aber selbst im kurzen ersten Jahrzehnt von sub\urban gewisse Konjunkturen und Tendenzen erkennen lassen, zeigt sich in der Zusammenschau eine Ambivalenz der Geschichte des Städtischen zwischen 2012 und heute. </p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Grischa Bertram https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/731 #traumfabrikcb 2021-08-13T15:55:27+02:00 Lucas Opitz info@kollektiv-stadtsucht.com Ursula Nill traumfabrikcb@kollektiv-stadtsucht.com <p>An der Stadtpromenade in Cottbus wagt die #traumfabrikcb das Unmögliche. Austragungsort ist das ehemals glänzende, sozialistische Zentrum. Die seit Jahren mit Zäunen umstellte Brache ist das heißeste Thema der Stadt und Stein des Anstoßes. Mit einer lebensbejahenden und zukunftsgewandten Strategie nimmt sich die #traumfabrikcb diesem Komplex an und lotet mit einer breit angelegten Aktion Standpunkte aus, von der dem Ort wieder neues Leben eingehaucht werden soll. Mit Imagination, Lust und gesundem Trotz wird die Forderung immer lauter, dass der Lebensraum Stadt nicht vom Einzelnen, sondern gesamtgesellschaftlich verhandelt werden muss.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Lucas Opitz, Ursula Nill https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/756 Was hat „Deutsche Wohnen & Co Enteignen“ zu dem gemacht, was es ist? 2021-11-10T12:26:00+01:00 Kalle Kunkel kalle.kunkel@posteo.de <p>Der Artikel gibt einen Einblick in die konzeptionellen Diskussionen und die Organizingpraktiken der Kampagne „Deutsche Wohnen&amp;Co Enteignen“. Er zeigt, welche Möglichkeiten und Grenzen sich hierbei für eine möglichst breite Einbindung vieler gesellschaftlicher Gruppen im Rahmen einer solchen Kampagne bestehen.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Kalle Kunkel https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/732 Die Unbestimmtheit als Chance 2021-08-08T21:24:18+02:00 Yvonne Siegmund yvonne.siegmund@gmx.net <div> <p>Die Planungszeit nicht nur als Zwischenzeit zu begreifen, sondern sie zu gestalten, ist eine wichtige Voraussetzung, um lebensnahe und anpassungsfähige Stadträume zu entwickeln, so die Annahme in diesem Artikel. Das bedeutet, Prozessen eine gewisse Offenheit zuzugestehen und damit verbunden, diverse Eigenzeiten und zeitliche Aspekte (unter anderem Be- und Entschleunigung, Takt und Rhythmus) als prozessuale und sozialräumlich prägende und verändernde Faktoren zu akzeptieren und in Entwicklungsprozesse zu integrieren. In zwei prozessorientierten Kreativquartieren in München und Hamburg wird dargestellt, wie Planende und Kreative seit Jahren kämpfen, kommunizieren, koordinieren – sich synchronisieren –, um Räume und Nutzungen zu bewahren, die sich immerzu verändern.</p> </div> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Yvonne Siegmund https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/814 Titelbild 2022-06-02T15:53:44+02:00 sub\urban Redaktion info@zeitschrift-suburban.de 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 sub\urban Redaktion https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/813 Impressum und Inhaltsverzeichnis 2022-06-02T15:52:42+02:00 sub\urban Redaktion info@zeitschrift-suburban.de 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 sub\urban Redaktion https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/806 Editorial 2022-05-11T16:59:06+02:00 sub\urban Redaktion info@zeitschrift-suburban.de <p>Die interdisziplinäre Stadtforschung hat sich in den vergangenen Jahren weiter ausdifferenziert. Nie zuvor wurde so vielfältig über städtische Phänomene, Urbanisierungsprozesse und urbane Theorien geforscht wie heute. Solche Forschungen werden mit unterschiedlichen Zielen und von unterschiedlichen Startpunkten aus betrieben, die sich auf unterschiedliche Traditionen und Routinen berufen. Stadtwissen entsteht dabei nicht zuletzt auch außerhalb der Akademie: im städtischen Alltag, in urbanen Bewegungen, in Initiativen und im stadtpolitischen Handeln. Dieses weite Feld der Entstehung von Stadtwissen und der damit verbundenen Positionierung ist der Bereich, den wir mit unserer Zeitschrift immer wieder erkunden.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 sub\urban Redaktion https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/811 sub\urban in Zahlen und Bildern 2022-05-30T10:38:15+02:00 sub\urban Redaktion info@zeitschrift-suburban.de Clara Berlinski mail@claraberlinski.com <p>Mit diesem graphisch reich illustrierten Statistikbeitrag, der zum einen auf von der Redaktion erhobenen Daten beruht und zum anderen auf einer großen Leser_innenumfrage, die wir im Frühjahr 2022 durchgeführt haben, eröffnen wir unsere Jubiläumsausgabe. In diesem Beitrag könnt ihr mehr über das Redaktionskollektiv von sub\urban erfahren, über die Beiträge dieser Zeitschrift, aber auch über unsere Leser_innenschaft. Endlich wird sichtbar, wie hoch der Frauenanteil unserer Autor_innen ist, welches unsere beliebteste Rubrik und – ganz wichtig – welches das längste je bei uns erschienene Wort ist. Graphisch gestaltet hat den Beitrag Clara Berlinski, der wir herzlich für die gute Zusammenarbeit danken.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 sub\urban Redaktion, Clara Berlinski (Illustrationen) https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/798 Was ist Stadt? Was ist Kritik? 2022-03-25T16:44:25+01:00 Nikolai Roskamm nikolai.roskamm@fh-erfurt.de Lisa Vollmer lisa.vollmer@metropolitanstudies.de <p>Im Heft zum zehnjährigen Jubiläum von sub\urban mit dem Themenschwerpunkt „sub\x: Verortungen, Entortungen" veröffentlichen wir eine Debatte, die von den bisherigen in unserer Zeitschrift in dieser Rubrik geführten textlichen Diskussionen abweicht. Im Vorfeld der Planungen für unsere Jubiläumsausgabe haben wir die aktuellen Mitglieder unseres wissenschaftlichen Beirats darum gebeten, zwei grundlegende Fragen von kritischer Stadtforschung in kurzen Beiträgen zu diskutieren: Was ist Stadt? Was ist Kritik?</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Nikolai Roskamm, Lisa Vollmer https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/765 Was ist urban? 2022-01-03T15:29:10+01:00 Harald Bauder hbauder@ryerson.ca <p>„Urbanität“ ist ein epistemologischer Begriff, der keine zugrunde liegende Essenz besitzt. Aus geographischer Perspektive interpretiere ich diesen Begriff – grob anlehnend an Henry Lefebvres Arbeit zu Raum (Lefebvre 1991) – in verschiedener Weise. „Urban“ kann einen <em>administrativen</em> Raum beschreiben, der durch die territorialen Grenzen einer Stadtverwaltung bestimmt ist. Zum Beispiel definieren Stadtverwaltungen in New York, Berlin oder Toronto ihre Bevölkerung durch territoriale administrative Stadtgrenzen. In Kommunen werden zum Beispiel politische Auseinandersetzungen geführt, um Stadtbewohner_innen, denen der Nationalstaat Aufenthaltspapiere verweigert, als gleichberechtigte Bürger zu behandeln, die ein Recht auf kommunale Dienstleistungen besitzen. Auch andere soziale und politische Kämpfe, etwa um das Recht auf erschwinglichen Wohnraum werden häufig in diesem administrativen Raum ausgetragen.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Harald Bauder https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/791 Stadt als Metabolismus: Ort der Nicht-Nachhaltigkeit und der Kämpfe für Umweltgerechtigkeit 2022-03-13T20:55:15+01:00 Sybille Bauriedl sybille.bauriedl@uni-flensburg.de <p>In meiner Forschung untersuche ich Problemstellungen zur Urbanisierung von Natur mit Ansätzen der Urbanen Politischen Ökologie. Diese untersucht gesellschaftliche Naturverhältnisse, die (a) <em>in</em> Städten zu erkennen sind und sich auf Fragen lokaler Umweltgerechtigkeit konzentrieren, die (b) <em>von</em> Städten produziert werden und Fragen zu urbanen Materialflüssen relevant machen und die (c) <em>durch</em> Städte erfolgen und Fragen zu den externalisierten Kosten des ressourcenintensiven Stadtlebens stellen. Damit werden Ausprägungen gesellschaftlicher Naturverhältnisse auf unterschiedlichen Maßstabsebenen sichtbar, in denen Städte materiell und diskursiv wirksam werden. <strong><br /></strong></p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Sybille Bauriedl https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/789 Radikale Kritik kapitalistischer Urbanisierung 2022-03-09T12:20:51+01:00 Bernd Belina belina@em.uni-frankfurt.de <p>Zehn Jahre sub\urban sind ein Grund zum Feiern. Die kritische interdisziplinäre Stadtforschung in deutscher Sprache hat dank sub\urban einen Ort, an dem wir die mannigfaltigen Prozesse diskutieren und theoretisieren können, die Städte auf allen räumlichen Maßstabsebenen prägen. Kein Grund zum Feiern ist hingegen, dass viele dieser Prozesse dazu beitragen, dass wir in Verhältnissen leben, „in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“ (Marx 1976: 385). Noch immer gilt, dass es radikaler Kritik bedarf, um diese „Verhältnisse umzuwerfen“ (ebd.). Noch immer bedarf es dafür eines Verständnisses des Kapitalismus in seiner je konkreten Ausprägung und in seiner Verwobenheit mit sich wandelnden Herrschaftsformen von Patriarchat, Rassismus und Nationalismus, Homo-, Queer- und Transfeindlichkeit sowie all den anderen Formen des hierarchisierenden Ausschlusses, die für so viele Menschen das Leben zur Hölle machen (Arruzza/Bhattacharya/Fraser 2020; Brown 2018; Federici 2012; Harvey 2017). Radikale Kritik hinterfragt diese im Zeitverlauf sich wandelnden und zwischen Räumen sich unterscheidenden herrschenden Verhältnisse, betreibt mithin Aufklärung über sie, um sie in emanzipatorischer Weise zu verändern, ja zu überwinden.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Bernd Belina https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/793 Vom Begehren des doing otherwise 2022-03-20T17:44:34+01:00 Beate Binder beate.binder@hu-berlin.de <p>Der Beitrag diskutiert, wie ethnographisches Arbeiten kritisch sein kann – im Wissen um die Grenzen des Wissen-Könnens.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Beate Binder https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/776 Was ist Stadt? 2022-02-14T12:09:03+01:00 Wolf-D. Bukow wbukow@t-online.de <p>Großstädte wie Berlin, Köln oder Hamburg, aber auch sehr viele Kleinstädte sind Beispiele für eine wachsende Attraktivität städtischer, mobiler, diverser und hochindividueller Lebensformen. Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern weltweit. Ablesen lässt sich das an Studierenden, Singles und jungen Familien genauso wie an Geflüchteten, die alle in eine Stadt wollen, um urban leben zu können. Und es gilt für alle Altersgruppen und für jede Herkunft. Die städtische Lebensform ist ganz generell zu einem <em>ubiquitären </em>Narrativ, zu einem<em> Urbanitätsnarrativ </em>geworden. Mit ihm werden Erwartungen an neue Chancen und Spielräume für ein besseres Leben, an mehr Anerkennung für die eigenen Lebensvorstellungen sowie Hoffnungen auf neue gesellschaftliche Möglichkeitsräume kurz gesagt zu einem <em>Lebenskonstrukt polis </em>verknüpft.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Wolf-D. Bukow https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/803 Das Urbane konzeptualisieren 2022-04-07T09:42:40+02:00 Allan Cochrane allan.cochrane@open.ac.uk <p>Das Verhältnis zwischen der fast schon nachlässigen umgangssprachlichen wie auch akademischen Verwendung des Begriffs „das Urbane“ – wir alle wissen, wo es liegt – und der Suche nach spezifischeren – oder gar wissenschaftlichen – Definitionen ist ein schwieriges. Auf den ersten Blick scheint es eine recht leichte Aufgabe, das Urbane der urbanen Politik zu identifizieren. Es ist ganz einfach die Politik, die in städtischen Gebieten stattfindet, welche in der Praxis üblicherweise durch die territorialen Grenzen definiert sind, in denen sich der lokale Staat konstituiert.</p> <p>&nbsp;</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Allan Cochrane https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/790 Zur Rolle von Kritik in der Angewandten Kritischen Stadtgeographie 2022-03-09T14:53:42+01:00 Iris Dzudzek iris.dzudzek@uni-muenster.de Henning Füller henning.fueller@geo.hu-berlin.de <p>Die Kritische Stadtgeographie hat das Selbermachen für sich entdeckt. Ob in der Debatte um Recht auf Stadt, DIY-Urbanismus oder eine neue „Angewandte <em>Kritische</em> Geographie“ – überall werden Banden gebildet, wird Stadt von unten und selbst gemacht. Bei so viel kritischer Aktivität bleibt es gerade für eine emanzipatorisch orientierte Praxis sinnvoll und notwendig, die Voraussetzungen des eigenen Tuns mit zum Gegenstand von Kritik zu machen. Dazu gehören auch vermeintliche Wahrheiten und Selbstverständlichkeiten. Der Beitrag fragt nach der Rolle eines solch selbstreflexiven Moments in der gegenwärtigen Angewandten Kritischen Stadtgeographie.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Iris Dzudzek, Henning Füller https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/771 Vom analogen zum digital-algorithmischen Urbanismus 2022-01-27T15:32:23+01:00 Susanne Frank susanne.frank@tu-dortmund.de <p>Das „klassische“ Verständnis von Stadt und Urbanität hat sich an der „analogen“ Stadt entwickelt. Nun ist die digitale Revolution aber schon seit geraumer Zeit dabei, die überkommenen Ordnungen und das Welt- und Selbstverständnis der modernen bürgerlichen Gesellschaft aus den Angeln zu heben und damit auch ihre Städte radikal zu verändern. Der Artikel zeigt an einigen Beispielen, dass die immer weiter und tiefer greifende algorithmische Strukturierung institutionell-systemischer und auch individueller Handlungen und Entscheidungen an die Substanz des bisherigen Stadtverständnisses geht.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Susanne Frank https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/786 Was für ein Phänomen ist das Urbane und wie können wir es kritisieren? 2022-03-01T12:29:43+01:00 Matthew Gandy mg107@cam.ac.uk <p>Das wachsende Interesse an neuen Urbanisierungsmustern, die den herkömmlichen Konzeptionen von Stadt zu widersprechen scheinen, hat in den vergangenen Jahren verstärkt die Frage „Was ist urban?“ in den Vordergrund gerückt. Der neolefebvrianische Fokus auf „vollständige Urbanisierung“ lenkte den Blick zusehends auf ein breiteres Spektrum von Räumen, wie zum Beispiel „<em>operational landscapes</em>“ und andere Arten von „<em>extractive frontiers</em>“, die eng mit dem globalen Urbanismus verbunden sind. Gleichzeitig bleibt die Idee „der Stadt“ als einer charakteristischen Form der dichten urbanen Agglomeration trotz allem ein wichtiger kultureller und materieller Marker. </p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Matthew Gandy https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/785 Stadt und postkoloniale Kritik 2022-02-27T20:07:36+01:00 Noa K. Ha ha@kh-berlin.de <p>Stadt ist für mich der Raum der Akkumulation – von Besitz, Kontrolle und Gewalt – sowie von Geschichte, Widerstand und Selbstbestimmung. Diese Aspekte akkumulieren sich in der Stadt und verdichten mal mehr oder weniger gesellschaftliche (Ungleichheits)verhältnisse, die intersektional verschränkt und durch koloniale, eurozentristische, patriarchale und ableistische Normvorstellungen strukturiert sind, die sowohl reproduziert als auch gestört werden.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Noa K. Ha https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/792 Die Vorläufigkeit von Stadt und Kritik: Vergeblichkeit und Bescheidenheit im Definieren 2022-03-14T11:37:23+01:00 Susanne Heeg heeg@em.uni-frankfurt.de <p>Mit einem Stadtbegriff tue ich mich schwer. Städte zu verstehen ist gleichbedeutend damit, Wandel zu verstehen. Städte haben sich über die Jahrhunderte, über die Kontinente und Gesellschaftsformationen hinweg so häufig gehäutet, dass an einem geronnenen Zustand orientierte Definitionen zum Scheitern verurteilt sind. So hat es immer wieder Versuche gegeben, Stadt aus ihrer Bevölkerungsgröße, ihrer Siedlungsstruktur oder ihrer Wirtschafts- und Bauweise abzuleiten, also aus ihren besonderen räumlich-physischen Eigenschaften, die aber allenfalls zeithistorischen Wert haben.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Susanne Heeg https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/782 Die Stadt lebt in ihrer Auflösung 2022-02-16T01:39:32+01:00 Roger Keil rkeil@yorku.ca <p>Dieser kurze Debattenbeitrag beantwortet die Fragen der Redaktion nach der Natur der Stadt und der Rolle der Kritik. Der Artikel pladoyiert für eine Öffnung der Stadt zum Städtischen. Was das städtische Leben zur Findung eines Stadtbegriffs beiträgt – anstatt diesen aus der (politischen) Ökonomie des Kapitalismus herzuleiten – weist über die Stadt hinaus, wie wir von Lefebvre (1972) wissen. Verstädterung und verstädterte Gesellschaft deuten auf einen Stadtbegriff, der prozessual ist, über die Stadt als singuläres Ding und Objekt hinwegzeigt. In meiner eigenen Forschungspraxis habe ich den Stadtbegriff immer an dieser <em>Auflösung</em> des Objektes in den Prozess hinein festgemacht. </p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Roger Keil https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/770 Kritische Stadtforschung jenseits von Großstädten und Wissenschaftsbetrieb 2022-01-26T09:49:43+01:00 Matthias Naumann matthias.naumann@aau.at <p>Die dynamische Entwicklung einer kritischen Stadtforschung, die sich auch im zehnjährigen Jubiläum dieser Zeitschrift zeigt, wirft zwangsläufig die Frage auf, wie denn Stadt und kritische Forschung abzugrenzen sind. Wenn städtische Entwicklungen prägend für nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche sind und ein kritischer Anspruch nahezu zu einer Selbstverständlichkeit in der Stadtforschung geworden ist – droht da nicht die Gefahr einer thematischen und analytischen Beliebigkeit? Statt einer präzisen Bestimmung von Stadt und Kritik möchte ich eine zweifache Öffnung der kritischen Stadtforschung vorschlagen, die zu deren künftiger Relevanz beitragen kann.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Matthias Naumann https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/772 Warum die Frage nach dem verwendeten Stadtbegriff „vorkritisch“ ist 2022-01-28T08:10:35+01:00 Anke Strüver anke.struever@uni-graz.at <p>Zu einem bei sub\urban im Jahr 2019 eingereichten Aufsatz zum Themenheft <em>Urbane Politische Ökologien</em> bekam ich in einem der Reviews unter dem Stichwort „Gliederung des Beitrages“ die Aufforderung zur Erläuterung „welches Stadtverständnis ist relevant?“ Diese Frage hat mich gleichermaßen überrascht wie verärgert, stellt sie doch für mich einen Rekurs auf die „vorkritische Stadtforschung“ dar. Mein Umgang mit dieser Frage im Prozess der Beitragsüberarbeitung hat mich ebenfalls überrascht wie verärgert: zwar konnte ich mich bremsen, einen Absatz einzufügen, warum diese Frage für die kritische Stadtforschung im Allgemeinen und die urbane verkörperte Ökologie im Besonderen irrelevant bis kontraproduktiv ist, aber sie hat mich anhaltend beschäftigt.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Anke Strüver https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/781 Kritische Stadtforschung: Differenz und Ungleichheiten im Fokus 2022-02-15T17:47:38+01:00 Anne Vogelpohl anne.vogelpohl@haw-hamburg.de <p>Was kennzeichnet den Gegenstand der Stadtforschung? Was grenzt sie ab von anderen Forschungsfeldern? Diese Fragen mit dem kurzen Hinweis „Stadtforschung ist, was Stadtforscher:innen machen“ abzutun, ist unzufriedenstellend, zum Beispiel wenn es darum gehen soll, Forschungsfragen zu diskutieren oder ein Einführungsbuch herauszugeben. In diesem Diskussionbeitrag werden zwei Antworten auf die Frage „Was ist Stadt?“ vorgestellt: Die erste ist konzeptuell, die zweite versucht, sich der Frage empirisch zu nähern, und unterscheidet sich von Fall zu Fall.<br /><br /></p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Anne Vogelpohl https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/780 Stadt und Kritik 2022-02-15T14:30:07+01:00 Jan Wehrheim jan.wehrheim@uni-due.de <p>Stadtsoziologie bedeutet in der deutschen Universitäts- und Wissenschaftslandschaft de facto ganz überwiegend Soziologie <em>in</em> der Stadt. Debatten und Forschungen etwa zu residenzieller Segregation sind wohl der deutlichste Ausdruck davon. Auf Definitionsversuche von Stadt wird meist verzichtet. Auch hier soll nur eine Annäherung erfolgen.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Jan Wehrheim https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/779 Fach, Gesellschaft und Wissenschaft 2022-02-15T14:00:46+01:00 Max Welch Guerra max.welch@uni-weimar.de <p>Der Aufruf, die Begriffe <em>Stadt</em> und <em>Kritik</em> in das Zentrum einer Debatte zu stellen, bietet die große Chance, uns weit über begriffliche Klärungen unseres gemeinsamen Arbeitsgegenstands hinaus – die ja auch für sich selbst sehr fruchtbar sein können – über die Funktion zu verständigen, die wir in der Gesellschaft ausüben, wenn wir räumliche Planung praktizieren, erforschen und lehren. Da in der Bundesrepublik nicht nur ein großer Bedarf, sondern auch eine beträchtliche Nachfrage nach öffentlicher Planung besteht und die planungsbezogenen Wissenschaften sich eines insgesamt stabilen institutionellen Standes erfreuen, laufen wir Gefahr, die gesellschaftspolitische Legitimation von Berufsfeld und Wissenschaft zu vernachlässigen, sie als gegeben zu behandeln. Wir müssen uns ja kaum rechtfertigen.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Max Welch Guerra https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/767 Feministische Geographien in der Hand 2022-01-20T10:26:48+01:00 Katharina Schmidt fgrv007@uni-hamburg.de <p>Endlich! Ein Handbuch Feministische Geographien! Ich vermute ich spreche für viele, die als lehrende Person schon einmal ein Seminar, eine Übung oder ähnliches zu feministischen Geographien angeboten haben und sich mühsam einzelne Artikel und Beiträge zusammensuchen mussten, um Studierenden die Grundlagen feministischer geographischer Wissensproduktion näher zu bringen. Feministische Geographien haben sich mittlerweile an einigen Universitäten im deutschsprachigen Raum etabliert und es gibt zahlreiche und vielfältige thematische, methodologische und theoretische Auseinandersetzungen und Publikationen (u.a. auch bereits einführende Bände in feministische Geographien). Dennoch fehlte es in letzter Zeit an einem aktuellen und zugänglichen Sammelband, der viele der neueren international diskutierten Ansätze und Debatten aufgreift, bündelt und in diese einführt – und das gerade auch auf Deutsch und im Bezug zu deutschsprachigen Geographien. Das Handbuch Feministische Geographien nimmt sich dieser Aufgabe an und richtet sich dezidiert an eine Studierende und Lehrende Leser*innenschaft und führt in aktuelle Debatten feministischer Geographien ein.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Katharina Schmidt https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/795 Aber das sind doch die Guten – oder? Wohnungsgenossenschaften in Hamburg 2022-03-25T11:59:42+01:00 Lisa Vollmer lisa.vollmer@metropolitanstudies.de <p>Warum werden in aktuellen Diskussionen Wohnungsgenossenschaften immer wieder als zentrale Akteure einer gemeinwohlorientierten Wohnraumversorgung benannt – obwohl sie kaum zur Schaffung neuen bezahlbaren Wohnraums beitragen? Warum wehrt sich die Mehrzahl der Wohnungsgenossenschaften mit Händen und Füßen gegen die Wiedereinführung eines Gesetzes zur Wohnungsgemeinnützigkeit, obwohl es doch gerade dieses Gesetz war, dass sie im 20. Jahrhundert zu im internationalen Vergleich großen Unternehmen wachsen ließ? Sind Wohnungsgenossenschaften nun klientilistische, wenig demokratische und nur halb dekommodifizierte Marktteilnehmer oder wichtiger Teil der Wohnungsversorgung der unteren Mittelschicht? Wer Antworten auf diese und andere Fragen sucht und Differenziertheit in ihrer Beantwortung aushält, lese Joscha Metzers Dissertation „Genossenschaften und die Wohnungsfrage.</p> 2022-06-03T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Lisa Vollmer