sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung sub\urban e.V. de-DE sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung 2197-2567 <p>Als <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0</a> Lizenz dürfen die Inhalte unter den folgenden beiden Bedingungen vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden: erstens der Nennung des Namen der Autor_innen und der Zeitschrift sub\urban, zweitens Weitergabe unter den gleichen rechtlichen Bedingungen, d.h. derselben Lizenz wie das Original (CC BY-SA). In jedem Fall bitten wir bei Weiterverwendung um eine Nachricht an <a href="mailto:info@zeitschrift-suburban.de">info@zeitschrift-suburban.de</a>.</p> Das Kind in der Stadt (2021 [1978]) https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/750 <p>Colin Ward gilt als einer der einflussreichsten anarchistischen Denker und Schriftsteller der letzten Jahrzehnte. Seine Studie „The Child in the City“ ist eine Hommage an alle Kinder in der Stadt; sie besticht durch ihre äußerst vielschichtige und sensible Beschreibung der Beziehung zwischen jungen Menschen und ihrer städtischen Umwelt. Die Originalausgabe seines Buches erschien 1977 bei <em>Architectural Press</em>, London; die deutsche Ausgabe bereits ein Jahr später im <em>Fischer Verlag</em>, Frankfurt am Main. Da das Buch seit langem vergriffen und nur in wenigen Bibliotheken verfügbar ist, möchten wir durch den nachfolgenden Abdruck zumindest Teile dieser wertvollen Studie (wieder) einem größeren Publikum zugänglich machen. Sowohl die Originalausgabe als auch die deutsche Übersetzung sind mit eindrucksvollen Fotographien reich bebildert. Diese können hier bedauerlicherweise nicht mit abgedruckt werden, machen die Suche nach einem Druckexemplar aber umso lohnender. Wir laden alle Leser*innen ein, Wards Beobachtungen und Betrachtungsweisen zu folgen, um städtische Räume und Orte auch als solche der Kindheit in den Blick zu nehmen.</p> Colin Ward Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 241 262 10.36900/suburban.v9i3/4.750 „Es geht darum, Mittel und Wege zu finden, daß die Stadt dem Kind zugänglicher, verwertbarer und sinnvoller erscheint“ https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/719 <p>Das Buch <em>Das Kind in der Stadt</em> (1978) des Schriftstellers, Architekten, Sozialhistorikers, Ethnographen und Anarchisten Colin Ward ist eine Hommage an Kinder in der Großstadt. Der Autor nimmt hierbei zwei Positionen ein: diejenige des Forschers und diejenige des gesellschaftspolitischen Aktivisten. Als Forscher untersucht er die Entwicklung von Großstädten unter der Fragestellung, wie sie den Lebensraum von Kindern beeinflussen. Dabei betrachtet er das Kind nicht als Opfer großstädtischer Entwicklungen, vielmehr richtet sich sein Fokus auf das aktive Handeln von Kindern, sich ihre städtische Umwelt trotz aller Einschränkungen eigensinnig anzueignen. Der Aktivist Ward wiederum fordert, aus den Erkenntnissen Konsequenzen zu ziehen und stellt Projekte vor, die er als gelungene „exemplarische Modelle“ (1978: 198) würdigt. Dies sind Modelle, die zum einen in Eigenregie von Kindern und Erwachsenen geplant und realisiert werden, und zum anderen nicht nur Kindern zugutekommen, sondern der gesamten Ortsgesellschaft dienen.</p> Imbke Behnken Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 263 276 10.36900/suburban.v9i3/4.719 Vom Fangspiel auf der Straße zum Tanzvideo auf TikTok – Wards Plädoyer für kindliche Freiräume Reloaded https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/723 <p>Wards Ausführungen zum Verlust von Freiräumen und zur Stadt als Lernraum lesen sich erstaunlich aktuell: Sie finden sich fast deckungsgleich in Debatten um Bildungslandschaften wieder, die ebenfalls auf die Erschließung des Potenzials städtischer Frei- und Lernräume abzielen. Gleichzeitig zeugt die Aktualität davon, dass die Diagnose von zunehmend durchgetakteten kindlichen Lebenswelten weniger Ausdruck von tatsächlichen Veränderungen städtischer Räume ist, als vielmehr davon, dass die eigene Kindheit in der Erinnerung erscheint als „verlorenes Paradies, das man wiedergewinnen möchte“ (Ward 1978: 2). Angesichts Wards Feststellung, dass Kinder sich „jedes übriggebliebene Fleckchen der Stadt ihren eigenen Zwecken nutzbar machen“ (1978: 211), für die Erwachsene gar keinen Blick haben, wird in Frage gestellt, ob Freiräume überhaupt von Erwachsenen bereitgestellt werden können. Der Beitrag plädiert dafür, den kindlichen Freiräumen, die sie heute vor allem in der digitalen Welt finden, mit derselben Faszination zu begegnen, wie einst Ward den scheinbar banalen Orten in der Stadt.</p> Anika Duveneck Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 277 280 10.36900/suburban.v9i3/4.723 Zur Misopädie von Urbanisierung und schulischer Bildung: Eine Würdigung Colin Wards https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/718 <p>Was heißt es, Colin Ward einen Akt des Denkens (als Schreiben) zu widmen? Für mich bedeutet es, innezuhalten, um die Misopädie der modernen Urbanisierung und des damit verbundenen Schulsystems zu erkennen und aufmerksam zu studieren. Der Ausdruck Misopädie ist verwandt mit Begriffen wie Misogynie und Misanthropie. Er bezeichnet eine Antipathie gegenüber Kindern und Kindheit (vgl. Rollo 2018) und bleibt in der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung ein großer blinder Fleck. Es geht, anders gesagt, um Adultismus (vgl. Bonnardel 2015; Liebel 2020). Sich mit einem Denker wie Colin Ward zu beschäftigen bedeutet, sich ernsthaft zu bemühen, Kinder und Kindheit lieben zu lernen, indem man erkennt, dass die Moderne Kinder und Kindheit systematischer Unfreiheit, Marginalisierung und Unterdrückung aussetzt. Städte stehen Kindern und Kindheit ausgesprochen gleichgültig gegenüber, wie Ward an diversen Beispielen zeigt. Ich gehe davon aus, dass Misopädie ein Grundpfeiler moderner industrieller Bestrebungen ist, die ihren maßgeblichen Ausdruck in Urbanisierung und Beschulung finden. Es waren nie Fragen der intergenerationellen Nachhaltigkeit oder der Herausbildung von Gemeinschaft, die Stadtplanung und schulische Bildung antrieben. Wards Arbeit sollte jedoch nicht allein als Thematisierung der Unfreiheit von Kindern in ihren städtischen Umwelten verstanden werden. Vielmehr kann man sie als Entschleierung einer unerkannten Dimension der Unfreiheit aller Menschen – egal welchen Alters – gegenüber ihrer Umwelt lesen. Autor*innen wie Colin Ward leisten insofern einen wichtigen Beitrag, als sie dafür sorgen, dass wir nicht vergessen, dass Kinder und Kindheit Teil einer umfassenderen Mensch-Umwelt-Beziehung sind.</p> Tanu Biswas Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 281 288 10.36900/suburban.v9i3/4.718 Urbane Politische Ökologie im Rück- und Ausblick https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/694 <p>Zwischen den wahrgenommenen Grenzen der Urbanen Politischen Ökologie, der neolefebvrianischen Konzentration auf globale Urbanisierungsmuster und dem Aufschwung „neuer Materialismen“ ist die zeitgenössische theoretische Konzeptualisierung der urbanen Biosphäre in eine Art Sackgasse geraten. Seit ihrer Entstehung Mitte der 1990er Jahre hat die Urbane Politische Ökologie eine Reihe profilierter Beiträge zur Erforschung urbaner Umweltfragen geleistet, aber in den letzten Jahren sind einige konzeptionelle Spannungen und empirische Lücken sichtbar geworden. In diesem Essay befasse ich mich mit dem Erbe der „ersten Welle“ der Forschung in der Urbanen Politischen Ökologie und untersuche eine Reihe aktueller Herausforderungen, darunter die komplexeren Interpretationen von Handlungsmacht (Agency), Materialität und Subjektivität.</p> Matthew Gandy Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 289 302 10.36900/suburban.v9i3/4.694 Peripherien und Zentralitäten: Geographien von Covid-19 https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/707 <p>Wo das Virus konzentriert auftritt, dort findet sich das Periphere in der Stadt und in der Gesellschaft, so die These von Biglieri, De Vidovich und Keil (2020). Keil (2021a) konkretisiert diese entlang der drei Dimensionen räumliche, institutionelle und soziale Peripherie. Aus dieser Perspektive können auch für Deutschland die mitunter tödlichen gesellschaftlichen Ungleichheiten der Pandemie, die entlang von <em>class</em>, <em>race</em> und <em>gender</em> verlaufen, entschlüsselt werden. Um die Geographien von Covid-19 zu verstehen, reicht diese Perspektivensetzung jedoch nicht aus. Um Ungleichheiten nicht ungewollt fortzuschreiben, müssen auch Dimensionen von Zentralität bzw. Zentralisierung, etwa im Kontext von Verstädterung, Mobilität, Primat der Wirtschaft und Governance, berücksichtigt werden.</p> Daniel Mullis Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 303 318 10.36900/suburban.v9i3/4.707 „Meine fotografische Arbeit ist Spiegelbild meines politischen Engagements.“ https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/749 <p>Das Gespräch mit der Fotografin Marily Stroux führten Stefan Höhne und Verena Schreiber.</p> Marily Stroux Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 319 330 10.36900/suburban.v9i3/4.749 Kinderräume in der Coronakrise? https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/669 <p>Kinder stehen seit Beginn der Pandemie in Zusammenhang mit Kinderbetreuung, der Übertragung des Virus, der Bewältigung des <em>homeschooling</em> im Fokus öffentlicher und wissenschaftlicher Debatten. Im Zuge dessen wird Kindheit in der Krisenzeit auf – selbstverständlich wichtige – Themen wie psychosoziale Risiken, Bildung und Gewalt häufig reduziert. In diesem Beitrag wird die Berücksichtigung der spezifischen Räume von Kindern in den wissenschaftlichen Studien, die bislang in der Corona-Krise aus und zur Situation in Deutschland veröffentlicht wurden, diskutiert. Schwerpunktmäßig bezieht sich der Beitrag auf die COPSY-Studie (2021, 2020), die KiCo-Studie (2020) sowie auf die Studie „Kindsein in Zeiten von Corona“ (2020) des Deutschen Jugendinstituts (DJI). Es zeigt sich, dass Räume von Kindern, die jenseits der Institutionen der Kindertagesbetreuung und Schule im Alltag von Kindern eine wesentliche Rolle spielen, wie unter anderem Wohnräume, Freizeiträume, öffentliche Räume und urbane Räume, in den genannten Studien bislang nur verkürzt aufgegriffen oder gänzlich ausgeblendet werden. Zudem werden Kinder dabei vereinzelt in Zusammenhang mit Migration und sozioökonomischen Benachteiligungen ihrer Familien stigmatisiert. Ferner wird analysiert, inwiefern die Stimmen der Kinder in den Studien beachtet und Kinder selbst in die Forschung einbezogen wurden. Im Beitrag greife ich abschließend das Potential einer kritischen Stadtforschung auf, nämlich auf der Basis ihrer theoretischen und methodologischen Perspektiven die räumlichen Bezüge und Verortungen von Kindern herauszuarbeiten und das Wissen sowie die subjektiven Positionen von Kindern sichtbar zu machen. Damit treten Kinder als Akteur_innen und Gestalter_innen ihres Alltags hervor – eine Perspektive, die in der Corona-Krise in Politik und Öffentlichkeit bislang zu kurz gekommen ist.</p> Sonja Preissing Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 331 340 10.36900/suburban.v9i3/4.669 Mini-München findet Stadt https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/665 <p>Eins der vielen Ziele der Spielstadt Mini-München ist es, Kindern und Jugendlichen, die Prozesse einer Stadt zugänglich machen. Alle zwei Jahre werden in den ersten drei Wochen der Sommerferien in der Modell-Stadt Einrichtungen und Strukturen einer realen Stadt nachgebaut und für die Gestaltung durch Kinder und Jugendlichen geöffnet. Dieser Beitrag möchte einen Einblick in den pädagogischen Ansatz Mini-Münchens geben und anhand eines konkreten Beispiels aus der Spielstadt Denkanstöße zu der Frage liefern, welchen Blick eine kritische Stadtforschung auf das Phänomen Spielstadt werfen kann.</p> <p>Die Analyse des Spielstadt-Projekts zeigt, dass Kinder in der Auseinandersetzung mit der Planung einer mini-städtischen Infrastruktur ethische Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit und Naturschutz reflektieren. In ihrer Aushandlung greifen sie auch auf gesellschaftliche Diskurse urbaner Ethiken zurück. Gleichzeitig fällt es ihnen schwer, diese Ideen im <em>tatsächlichen</em> städtischen Raum umzusetzen, da dieser ein Raum von generationaler Ordnung und Machthierarchien bleibt, dessen Aneignung oftmals der Zustimmung Erwachsener bedarf.</p> Laura Lefevre Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 341 352 10.36900/suburban.v9i3/4.665 Kinder bewegen Stadt https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/695 <p><span class="Apple-converted-space">Der Text untersucht das Raumaneignungsverhalten von Kindern und Jugendlichen in städtischen Räumen aus einer choreografischen Perspektive. Unter Rückgriff auf fünf Gespräche mit Expert_innen aus Pädagogik, Tanz/Choreographie und Kulturvermittlung entstand eine Sammlung choreografischer Praktiken von Kindern und Jugendlichen in städtischen Räumen. Diese Sammlung wird wiederum zu einem eigenen künstlerischen Forschungsformat: ein Bewegungsscore (eine Reihe von Handlungsaufforderungen), der die Leser_innen dazu einlädt, die Ergebnisse des Beitrags selbst anzuwenden und damit die ästhetische Wahrnehmungswelt junger Menschen unmittelbar in die eigene Praxis kritischer Stadtforschung zu übersetzen.</span></p> Gabriele Reuter Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 353 362 10.36900/suburban.v9i3/4.695 Stadt der Zukunft https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/754 <p>In diesem Buch geht es darum, wie sich die Vorstellungen der Menschen von Städten im Laufe der Geschichte und in verschiedenen Kulturen verändert haben. Hier findet Ihr mittelalterliche Stiche, Zitate und Illustrationen aus der Science-Fiction, Standbilder aus Filmen und Architekturzeichnungen von Sam Chermaeff und mir (Nika Dubrovsky). In diesem Buch werdet Ihr viele verschiedene Grundrisse von Städten sehen – sowohl von Kindern ausgedachte als auch reale. Wie in allen Büchern unserer Serie gibt es jede Menge Platz für Dich zum Zeichnen, Träumen und kreativ sein. Fang an, die Stadt zu entwerfen, in der Du leben möchtest!</p> Nika Dubrovsky Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 10.36900/suburban.v9i3/4.754 (Un)gefragte Expert_innen: kindliche Erfahrungen im nachhaltigen Urbanismus https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/714 <p>Das rezensierte Buch setzt sich mit den Alltagen von Kindern in nachhaltig gebauten Gemeinden auseinander. Durch verschiedenste Beispiele aus den Lebenswelten der Kinder in diesen Gemeinden wird ersichtlich, welche Rollen und Räume Kindern zugeschrieben werden und welche sie sich selber erobern. Hierbei schlägt das interdisziplinäre Autor:innenteam vielfältige Brücken zur <em>new wave</em> der geografischen Kindheitsforschung und zeigt auf, wie diese neuen Impulse in der Feldforschung fruchtbar gemacht werden können.</p> Antonia Appel Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 365 369 10.36900/suburban.v9i3/4.714 Wahrnehmung und Darstellung von Räumen der Kindheit https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/727 <p>Die Rezension bespricht das 2019 von Jürgen Hasse und Verena Schreiber herausgegebene Glossar <em>Räume der Kindheit</em>. Das Buch widmet sich auf insgesamt 420 Seiten in 63 Beiträgen unterschiedlicher Autor*innen solchen Orten und Räumen aus sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlichen Perspektiven, die außerhalb der üblichen (akademischen) Wahrnehmung liegen. Das kaleidoskopartigen Vorgehen birgt das Potenzial, wertvolle Impulse in der kritischen Kindheitsforschung zu liefern und regt dazu an, in den Dialog mit den Glossareinträgen zu treten.&nbsp;</p> Fabian Pettig Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 370 374 10.36900/suburban.v9i3/4.727 Blickpunkte austesten: Forschung inmitten von Kindheiten und anderen Umständen https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/715 <p>Das Leben von Kindern als verbunden mit ihrer Umwelt zu verstehen, ist gegenwärtig ein wichtiger Ausgangspunkt für Kindheitsforscher_innen. Peter Kraftl testet in seinem Buch <em>After Childhood. Re-thinking environment, materiality and media in children’s lives</em> Möglichkeiten aus, diese Verbundenheit von Kindheiten aus verschiedenen Perspektiven und unter unterschiedlichen, teils krisenhaften Umständen zu untersuchen. Auf Grundlage transdisziplinärer Zusammenarbeiten erweitert er dabei konzeptuell, methodisch und stilistisch die geografische Kindheitsforschung und schafft neue Blickwinkel für diverse Fachrichtungen.</p> Dana Ghafoor-Zadeh Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 375 379 10.36900/suburban.v9i3/4.715 Krisenbearbeitung durch digitale Plattformen https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/724 <p>Der im Verlag Westfälisches Dampfboot erschienene Sammelband <em>Plattformkapitalismus und die Krise der sozialen Reproduktion</em>, herausgegeben von Moritz Altenried, Julia Dück und Mira Wallis, bietet einen aktuellen Überblick zum Forschungsfeld Gig-Economy und soziale Reproduktion in den deutschsprachigen Sozialwissenschaften. Die Rezension greift einzelne Beiträge des Bandes heraus und ordnet diese in das noch neue Feld Plattform-Urbanismus ein.</p> Barbara Orth Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 380 386 10.36900/suburban.v9i3/4.724 Raum- und Wissensgeschichte urbaner Problemzonen https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/704 <p>Christiane Reineckes herausragende Monografie <em>Die Ungleichheit der Städte</em> analysiert, wie in Frankreich und Deutschland in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit urbanen Problemzonen umgegangen wurde. Entstanden ist eine beeindruckende kritische Stadtgeschichte, die man auch als Plädoyer an die Stadtforschungsdisziplin zu mehr Selbstreflexion lesen kann. So sind es neben Kommunalpolitiker_innen und Aktivist_innen ausgerechnet Sozialwissenschaftler_innen, die im Zentrum von Reineckes vergleichender Analyse stehen – und deren Rolle sich als weit mehr als nur die des_der außenstehenden Beobachter_in herausstellt.</p> Anthony Miro Born Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 387 390 10.36900/suburban.v9i3/4.704 Tolerante Rassist*innen: Kämpfe um Anerkennung in der deutschen Stadt https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/728 <p>Der rezensierte Sammelband markiert den Auftakt für ein neues Forschungsfeld kritischer, deutscher Stadtforschung. Das ist nicht nur zeitgemäß, sondern überfällig. Die Autor*innen der Studie fokussieren insbesondere das städtische Moment rechter Narrative in der Stadtpolitik, entlang von Fragen städtischer Sicherheit, der Verkehrspolitik und der Wohnungsfrage in Leipzig und Stuttgart. Während sich die politisch Verantwortlichen ratlos zeigen, verschieben die Forscher*innen ihren Fokus auf die Mikrokonflikte der Lebenswelt: Eine dichte Beschreibung des städtischen Alltagslebens, die sich mit Blick auf Politikverdrossenheit – Resonanz versus Entfremdung –, vor allem aber durch die Unterscheidung zwischen Toleranz und Anerkennung rechter Narrative in der deutschen Stadt analytisch noch schärfen ließe. In Anbetracht bevorstehender Untersuchungen zur diskursiven Rahmung rechter Bewegungen (DFG-Netzwerk) ist das Forschungsfeld hiermit jedoch bestellt.</p> Tino Buchholz Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 391 396 10.36900/suburban.v9i3/4.728 Die Zukunft war jetzt https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/711 <p>Die US-amerikanische Kulturanthropologin Christina Schwenkel legt mit <em>Building socialism</em> eine quellengesättigte ethnografische Studie über Zerstörung, Wiederaufbau und Nutzungsperspektiven der vietnamesischen Stadt Vinh vor. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den <em>agencies</em> der Beteiligten. Im Zentrum der Untersuchung steht ein Quartier, dessen Wohnblocks mit materieller und ideeller Unterstützung der DDR errichtet wurden. Nicht nur sind die methodischen Zugänge der Untersuchung vielversprechend und gewinnbringend – angesichts des drohenden Stadtumbaus, der für die Bewohner:innen des Quartiers Quang Trung Abriss und Verdrängung bedeuten würde, gewinnt ihre städtebauhistorische Ethnografie auch an politischer Relevanz.</p> Jannik Noeske Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 397 402 10.36900/suburban.v9i3/4.711 (Un-)besetzte Räume https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/722 <p>Die vorliegende Rezension gibt einen Überblick über Aufbau und zentrale Themen des Sammelbandes <em>[Un]Grounding. Post-foundational geographies</em>, der an einer Schnittstelle zwischen Postfundamentalismus und Raumtheorie angesiedelt ist. Neben Einblicken in einzelne Beiträge des Bandes, enthält die Rezension auch Überlegungen zu den Möglichkeiten und Grenzen postfundamentalistischer Einmischungen und kritischer Theorie in Verbindung mir Fragen rund um Raum und Stadt. </p> Valerie Scheibenpflug Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 403 407 10.36900/suburban.v9i3/4.722 Die Verteilung des Bodens mitbestimmen https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/710 <p>Die Vergesellschaftung von Grund und die Eigentumsfrage in der Wohnungspolitik ist sowohl eine seit Jahren wiederkehrende als auch eine hochaktuelle Debatte. Im Sammelband <em>Boden behalten – Stadt gestalten</em>, herausgegeben von Brigitta Gerber und Ulrich Kriese, wird gezeigt, wie städtische Wohnungspolitik nicht renditeorientiert gedacht, eingefordert und umgesetzt werden kann. Dies geschieht zum einen anhand der Diskussion des Rechtsinstruments (Erb-)Baurecht, zum anderen werden zivilgesellschaftliche Initiativen wie die Bodeninitiativen in der Schweiz beleuchtet.</p> Isaak Granzer Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 408 412 10.36900/suburban.v9i3/4.710 Angestaubt https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/729 <p>Jürgen Hasse hat mit <em>Wohnungswechsel. Phänomenologie des Ein- und Auswohnens</em> einen Essay vorgelegt, der auf Erfahrung mit Umzügen schließen lässt. Es ist ein seltsamer und schöner Text. Seltsam, weil die literarisch-phänomenologische Schreibweise und Sprache in den raumbezogenen Wissenschaften bedauerlicherweise nur noch selten anzutreffen ist. Schön, weil es denkwürdig und anregend ist, dem Autor auf seiner verdichteten Erkundung des Phänomens zu folgen.</p> Simon Runkel Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 413 416 10.36900/suburban.v9i3/4.729 Die Stadt als „Werkzeug“ – ein neuer Ansatz für die Stadtforschung? https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/671 <p>Das Buch bietet eine Einführung und eine theoretische Reflexion über die Stadt, die mit zwei grundsätzlichen Fragen beginnt: Was ist eine Stadt? Wie lässt sich das bisher über sie gesammelte Wissen sinnvoll unter einem Blickwinkel zusammenfassen? Der Autor sucht Antworten darauf im theoretischen und im praktischen Feld der Stadtforschung. Innovativ ist vor allem sein Versuch, diese Fragen anhand von Bedeutungfacetten des Begriffs „Stadt“ in verschiedenen Sprachen klären zu wollen. Das Buch bietet einen vielseitigen, aber selektiven Einblick in die heutige Forschung inklusive vieler bedenkenswerter, aber nicht immer überzeugender Ansätze.</p> Alexander Krahmer Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 417 423 10.36900/suburban.v9i3/4.671 Wie sähe eine Landforschung aus, die vom Land aus und mit dem Land mit forscht? https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/712 <p>Die Verfasser*innen des Bands „Kritische Landforschung“, Lisa Maschke, Michael Mießner und Matthias Naumann, stellen Ansätze aus der anglo-amerikanischen Landforschung vor, anhand deren aktuelle Transformationen ländlicher Räume in der Bundesrepublik erklärt und Orientierungspunkte für eine emanzipatorische Politik erarbeitet werden könnten.</p> Elisa Bertuzzo Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 424 428 10.36900/suburban.v9i3/4.712 Geographisch-künstlerische Stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/519 <p>Um urbane Problemlagen in ihrer Vielschichtigkeit zu beforschen, bedienen sich Kunst und Wissenschaft jeweils spezifischer Vorgehensweisen. Trotz wiederkehrender gegenseitiger Bezugnahmen sind systematische Überlegungen zu Anschlussstellen an künstlerische Vorgehensweisen im (sozial)wissenschaftlichen Kontext nach wie vor rar. Die Erkenntnispotenziale von Aufarbeitungs- und Artikulationsformen der bildenden und darstellenden Künste werden jedoch zunehmend – beispielsweise in der kritischen Stadtforschung – thematisiert. Dabei werden erste Forschungspraxen entwickelt, die künstlerische und wissenschaftliche Vorgehensweisen in transdisziplinären Projektkonstellationen integrieren. Anliegen dieses Textes ist es, anknüpfend an einen Beitrag von Cecilie Sachs Olsen und Sabeth Tödtli zum partizipatorischen Potenzial künstlerischer Stadtforschung, einen theoretisch begründeten methodologischen Ansatz geographisch-künstlerischer Forschungspraxis zu entwickeln, um Stadt aus kritischer Perspektive anders sehen, verstehen und mitgestalten zu können. Dazu werden Henri Lefebvres Theorie zur sozialen Produktion des Raums und Julian Kleins Konzept von künstlerischer Forschung zusammengeführt. Das zentrale Ergebnis dieser Zusammenführung ist ein Drei-Schritt-Verfahren, das (1) die Vielfalt ästhetischer und semiotischer Wahrnehmungen sozialräumlicher Situationen versammelt; (2) deren Beziehungen hinterfragt und spielerisch neu denkt; sowie (3) diese in einer Weise präsentiert, die dazu einlädt, an der Auseinandersetzung mit pluralen, scheinbar inkommensurablen Wahrnehmungs- und Sichtweisen auf Stadt teilzuhaben. Die theoretischen Überlegungen werden am Beispiel ausgewählter Projekte des Architekturkollektivs raumlabor-berlin aus den Jahren 2006 bis 2017 illustriert.</p> Lea Bauer Eva Nöthen Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 169 190 10.36900/suburban.v9i3/4.519 Gemeinwohl und öffentliches Wohneigentum https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/645 <p>Mietsteigerungen, Verdrängung und Verteilungskonflikte führen zu einer Repolitisierung der Wohnungspolitik, die auch öffentliche Wohnungsunternehmen betrifft. Soziale Bewegungen kritisieren vermehrt die Ausrichtung kommunaler und landeseigener Wohnungsgesellschaften und stellen den derzeitigen staatlichen Umgang mit öffentlichem Eigentum infrage. Wir verorten den Umgang mit öffentlichen Wohnungsunternehmen als Teil der Diskussion um eine gemeinwohlorientierte Wohnungspolitik und diskutieren Möglichkeiten der Neuausrichtung staatlicher Wohnungsgesellschaften. Anhand eines explorativen Fallvergleichs von Bürgerbegehren in Frankfurt am Main und Berlin untersucht dieser Artikel unterschiedliche Herangehensweisen und Forderungen direktdemokratischer Initiativen. Beide Initiativen waren erfolgreich darin, die Wirtschaftspraxis kommunaler Wohnungsunternehmen zum Gegenstand der öffentlichen Debatte zu machen, stießen allerdings auch auf Widerstände. Wir zeigen die Spielräume der Initiativen sowie die Grenzen direktdemokratischer Verfahren und diskutieren drei Dimensionen der Neuausrichtung öffentlicher Unternehmen: Bewirtschaftung, Mitbestimmung und Rechtsformänderung.</p> Sebastian Botzem Natalia Besedovsky Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 191 218 10.36900/suburban.v9i3/4.645 Küchentechnik ist politisch! https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/596 <p>Aktuell werden digitalisierte Küchengeräte als Lösung für die Unvereinbarkeit von Reproduktions- und Erwerbsarbeit mobilisiert, eine Herausforderung, die nach wie vor zum größten Teil Frauen zu bewältigen haben. Der Artikel fragt, inwiefern häusliche Technologien vergeschlechtlichte Reproduktionsarbeit verändern können und wie sich Mensch-Technik-Beziehungen in räumlichen Praktiken ausdrücken. Der Wohnraum mit den darin stattfindenden sozialen Praktiken wird dabei im Sinne Feministischer Stadtforschung und Feministischer Technikforschung als zentraler Aushandlungsort von Geschlechterverhältnissen und als Schauplatz von Technisierung betrachtet. Am Beispiel der zunehmend digitalisierten Küchenmaschine Thermomix bin ich in einer qualitativen Fallstudie der Frage nachgegangen, welche Bedeutung die Technologie für vergeschlechtlichte Praktiken im Haushalt hat. Mit Blick auf die räumliche Verortung der Küchentechnologie und symbolische Bezüge zu ihr wird deutlich, wie vergeschlechtlichte Mensch-Technik-Beziehungen Arbeit und Wohnen mitgestalten und so einerseits Geschlechterungleichheiten manifestieren und andererseits neue Sichtbarkeiten ermöglichen.</p> Marlene Hobbs Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 219 240 10.36900/suburban.v9i3/4.596 Unsichtbare Kindergeographien https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/653 <p>Im Zuge der Covid-19-Pandemie wurden die unterschiedlichen Kinderorte in der Stadt neu geordnet. Kindergärten, Schulen, Freizeiteinrichtungen und Spielplätze wurden – zumindest temporär – geschlossen. Kinder waren auf ihren Wohnort zurückgeworfen. Bedeutsame Orte, die sie sonst selbstständig und in einer Gruppe von Gleichaltrigen erschlossen, waren ebenso außer Reichweite wie die Stadt als solche. Angesichts fehlender empirischer Studien zur Erklärung dieser veränderten Raumnutzung durch Kinder in der Stadt macht sich der Beitrag auf eine Spurensuche nach dominanten Thematisierungslinien bedeutsamer Kinderorte in der Tradition der sozialräumlichen Kinderforschung. Zeitlich und argumentativ macht die Suchbewegung drei dominierende Denkfiguren von Kinderorten in der Stadt sichtbar: Erstens die Großstadt ohne Kinderorte, zweitens die durchfunktionalisierte Stadt mit unpassenden Kinderorten und drittens die Stadt als Bildungskiste, in der sämtliche Kinderorte bildungsrelevant sind. Abschließend arbeitet der Beitrag die Gemeinsamkeiten dieser drei Denkfiguren heraus, überprüft sie auf ihren Erklärungsgehalt hinsichtlich der beschriebenen neuen Ordnung der Kinderorte in der Stadt und bestimmt übergangene Dimensionen.</p> Christian Reutlinger Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 13 32 10.36900/suburban.v9i3/4.653 Basteln, matschen und toben während der Coronakrise https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/661 <p>Mit der Sperrung von Spielplätzen und Parkanlagen bei zeitgleicher Schließung aller Einrichtungen der Kinderbetreuung zu Beginn der Coronapandemie wandelten sich Bedeutung und Nutzung des öffentlichen Raums. Maßnahmen und Empfehlungen wie das Abstandhalten, die Schließung von Schulen und Betreuungseinrichtungen und das Arbeiten von zu Hause veränderten den Kinder- und Familienalltag von einem Tag auf den anderen. Viele sonst alltäglich genutzte öffentliche Freiräume standen nicht mehr zur Verfügung; das „Austoben“ auf dem Spielplatz fiel ebenso weg wie Treffen mit Freund_innen oder Großeltern im Park. In unserem Artikel betrachten wir die pandemiebedingten Einschränkungen im Alltag von Kindern und Familien sowie individuelle Kompensationsstrategien: Wie haben sich die Wohn- und Freiraumpraktiken von Kindern verschoben und wie hat sich das im Raum niedergeschlagen? Was bedeutet der an die Wohnung angrenzende private und öffentliche Freiraum für die Kinder und ihre Familien? Welche Bedarfe an öffentlichen und wohnungsnahen Freiräumen ergeben sich in Zeiten der Pandemie und darüber hinaus? Mithilfe narrativer Landkarten analysieren wir Bewegungsradius, Tagesrhythmus und Freiraumpraxis von Kindern. Befragt werden Kinder zwischen acht und zwölf Jahren sowie deren Eltern in zwei kleineren Großstädten in Westdeutschland.</p> Henriette Bertram Stefanie Hennecke Angela Million Johanna Niesen Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 33 56 10.36900/suburban.v9i3/4.661 Smarte Kindheiten https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/673 <p>Mit der Smart-City-Vision wird die Hoffnung verbunden, drängende ökologische, ökonomische und soziale Krisen in Städten zu überwinden und in eine ressourcenschonende und lebenswerte Stadt der Zukunft überzuleiten. Dabei fällt auf, dass Smart-City-Initiativen gezielt Kinder und junge Menschen adressieren. Anknüpfend an Ansätze der Gouvernementalitäts- und geographischen Kindheitsforschung gehen wir der Frage nach, wie die nahezu unhinterfragten Glaubenssätze einer von Innovationsoptimismus geprägten Stadt Vorstellungen von Kindheit verändern und ihre gesellschaftliche Inwertsetzung vorantreiben. Wir untersuchen erstens diskursanalytisch, wie Smart-City-Leuchtturmprojekte der EU in die Alltagswelten von Kindern investieren und diese als Experimentierfelder smarter Stadtentwicklung nutzen. Am Beispiel einer Fallstudie des Smart-City-Projektgebiets Wien-Simmering diskutieren wir zweitens, wie der smarte Stadtumbau auf das Alltagsleben von Kindern und Jugendlichen Einfluss nimmt und ihre Bedürfnisse be- und aufgreift. Unsere Ergebnisse zeigen, dass junge Menschen als smarte Bürger_innen in die Pflicht genommen werden, stadtentwicklungspolitische Zielsetzungen mitzutragen und entsprechende Handlungsweisen in ihren Alltag zu implementieren. Dies schafft neue Abhängigkeitsverhältnisse, die kritisch betrachtet werden müssen.</p> Dana Ghafoor-Zadeh Verena Schreiber Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 57 82 10.36900/suburban.v9i3/4.673 Von Kinderdomänen zum Reich der Normen https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/684 <p>In verschiedenen städtischen Kontexten weltweit brachte das 20. Jahrhundert den Übergang von der Stadt-als-Spielplatz, die von Kindern angeeignet und gelebt wird, zum Rückzug der Kinder auf speziell für sie gestaltete Spielplätze. Die gegenwärtige Verbreitung von Spielgeräten ähnlicher Bauart und Materialien in vielen Städten entspricht bestimmten Vorstellungen sowohl der Kindheit als auch der Stadt. Dieser Beitrag wählt einen interdisziplinären Ansatz, um diese Repräsentationen von Kindheit und Stadt und die Interaktion zwischen ihnen zu diskutieren. Mit besonderem Fokus auf Spielplätze in Mexiko-Stadt diskutiert der Aufsatz das Verhältnis zwischen diesen und der Entstehung eines globalen Bildes von Kindheit. Es wird untersucht, inwieweit der Bau von Spielplätzen tatsächlich auf die Förderung des kindlichen Spiels abzielt und ob Spielplätze heute noch räumliche Bezüge und Territorien für Kinder darstellen (können). Der Artikel setzt sich kritisch mit dem Begriff des öffentlichen Raums auseinander und zeigt, wie dieser dazu dienen kann, eine neoliberale Transformation der Stadt voranzutreiben.</p> Tuline Gülgönen Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 83 104 10.36900/suburban.v9i3/4.684 Parental Control Technologies und die Überwachung kindlicher Mobilität https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/654 <p>Im Kontext fortschreitender (auch urbaner) Technisierung und Digitalisierung etabliert sich ein stetig wachsender Markt an Tracking-Anwendungen, die es Eltern ermöglichen, den Standort ihrer Kinder in Echtzeit zu erfahren und ihre Bewegungen nachzuverfolgen. Die bloße Verfügbarkeit dieser als Parental Control Technologies verhandelten Technologien erklärt aber noch nicht ihre tatsächliche Nutzung. Auch ob sie Technologien der Kontrolle und Überwachung von Kindern und Jugendlichen sind, erklärt sich nicht aus ihnen selbst, sondern wird in konkreten Praktiken interaktiv und machtvoll ausgehandelt. Der Artikel formuliert Thesen zu den Hintergründen der Verbreitung raumbezogener Parental Control Technologies sowie zu ihren Folgen und fragt, welche stadt- und raumforscherischen Implikationen diese haben können.</p> Sarah Berg Jan Wehrheim Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 105 122 10.36900/suburban.v9i3/4.654 Gemeinschaftsnarrative unter Kindern und Jugendlichen in marginalisierten Quartieren https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/657 <p>Das Quartier am Mehringlatz in Berlin-Kreuzberg ist seit vielen Jahren einer immensen Stigmatisierung ausgesetzt. Die Diskurse rund um den Stadtteil zeichnen sich durch eine (Re‑)Produktion rassistischer und diskriminierender Bilder aus. Diese ignorieren soziale Ungleichheiten und strukturelle Benachteiligungen infolge gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Vor allem die Kinder und Jugendlichen aus dem Stadtteil werden dabei eigenen Repräsentationen beraubt. Daher bleiben ihnen kaum Möglichkeiten, die vorgefertigten Bilder und die ihr innewohnende Gewalt aufzubrechen. Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, welche Strategien die Kinder und Jugendlichen im Umgang mit diesen Darstellungen des Quartiers entwickeln und wie sie diesen für sie so wichtigen Raum selbst wahrnehmen. Der Artikel basiert auf den Ergebnissen einer ethnographischen Studie.</p> Nils Zimmer Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 123 144 10.36900/suburban.v9i3/4.657 Urbane Kindheiten zwischen Utopie und Dystopie https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/656 <p>Der vorliegende Beitrag nimmt analytisch in den Blick, wie urbane Kindheiten in der sozial- und erziehungswissenschaftlich informierten Rede über Kinder in der Stadt rationalisiert werden. Dies geschieht, indem die spezifischen Rationalisierungsweisen aus der Rede herausgearbeitet werden, welche „Kinder“ und „Stadt“ diskursiv miteinander relationieren und hierüber topologisch letztlich zwischen Utopie und Dystopie positionieren. Angeleitet von dieser diskurstopologischen Perspektive wird der Topos nach einer kurzen Einleitung zunächst als expliziter Gegenstand empirischer, sozial- und erziehungswissenschaftlicher Forschung in den Blick genommen, bevor dann wesentliche Etappen der Rede über Kinder in der Stadt in Form von chronologischen Schlaglichtern nachgezeichnet werden. Im Anschluss hieran werden die Straßenkindheit und die pädagogische Provinz als vielschichtige und zentrale Narrative dieser Rede analysiert. Schlussgedanken führen die vorliegende Analyse wieder in die Rede ein und reflektieren den Topos „Kinder in der Stadt“ als eine Art „diskursive Heterotopie“.</p> Dominik Farrenberg Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 145 168 10.36900/suburban.v9i3/4.656 Titelbild https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/757 sub\urban Redaktion Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 Impressum und Inhaltsverzeichnis https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/759 sub\urban Redaktion Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 Editorial https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/755 sub\urban Redaktion Verena Schreiber Copyright (c) 2021 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0 2021-11-26 2021-11-26 9 3/4 7 12 10.36900/suburban.v9i3/4.755