sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban zeitschrift für kritische stadtforschung sub\urban e.V. de-DE sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung 2197-2567 <p>Als <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA 3.0</a> Lizenz dürfen die Inhalte unter den folgenden beiden Bedingungen vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden: erstens der Nennung des Namen der Autor_innen und der Zeitschrift sub\urban, zweitens Weitergabe unter den gleichen rechtlichen Bedigungen, d.h. derselben Lizenz wie das Original (CC BY-SA 3.0). In jedem Fall bitten wir bei Weiterverwendung um eine Nachricht an <a href="mailto:info@zeitschrift-suburban.de">info@zeitschrift-suburban.de</a>.</p> Titelbild https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/491 Redaktion sub\urban Copyright (c) 2019 https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 10.36900/suburban.v7i1/2.491 Impressum und Inhaltsverzeichnis https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/484 sub\urban Redaktion Copyright (c) 2019 https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 10.36900/suburban.v7i1/2.484 Editorial https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/458 sub\urban Redaktion Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 5 6 10.36900/suburban.v7i1/2.458 Stadt von rechts? https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/460 <p>Ausgehend von der Kontroverse zwischen klassen- und identitätspolitischen Erklärungsmustern für den gesellschaftlichen Rechtsruck umreißt der Beitrag die Bedeutung raumbezogener Differenzierungen für die Ausbildung und Stabilisierung rechter Orientierungen. Damit einher geht die Klärung&nbsp; der im Gebrauch befindlichen Begriffe Extremismus, Rechtspopulismus, Konservatismus und neue Rechte. Auf urbane Räume bezogene Analysen werden darüber hinaus kritisch gegen Einwände diskutiert, etwa jene dass in den Städten eher ‘links’ gewählt werde oder dass rechte Strömungen grundsätzlich großstadtfeindlich seien. Schließlich gibt der Beitrag einen Überblick zu den Texten im Themenschwerpunkt des Heftes.</p> Tobias Bernet Peter Bescherer Kristine Beurskens Robert Feustel Boris Michel Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 7 22 10.36900/suburban.v7i1/2.460 Stadt, Land, AfD https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/483 <p>Im Beitrag entwickeln wir einen kritischen Blick auf die Geographie der Wahlergebnisse der Alternative für Deutschland (AfD) bei den Bundestagswahlen 2017. Wir hinterfragen Erklärungsmuster, die in einem starren Stadt-Land-Gegensatz verhaftet bleiben und die komplexe Prozesshaftigkeit der Urbanisierung ignorieren. Dagegen gehen wir mit Henri Lefebvre und Theodor W. Adorno vom Urbanen und Ruralen als sozialen Verhältnissen aus, die sich im übergeordneten Prozess der Urbanisierung in dialektischer Weise scheiden sowie räumlich im Spannungsverhältnis von Zentrum und Peripherie materialisieren. Beispielhaft illustrieren wir diesen Prozess in der Diskussion von drei unterschiedlichen Orten, an denen die AfD bei den Bundestagswahlen besonders erfolgreich war: dem Landkreis Vorpommern-Greifswald als Fall einer <em>umfassenden Peripherisierung</em>, dem Quartier Pforzheim-Haidach als <em>peripheres Zentrum</em> und dem Stadtteil Mannheim-Schönau als <em>zentrale Peripherie</em>. Der Beitrag versucht damit eine räumliche Perspektive auf aktuelle Erfolge des Rechtspopulismus zu entwickeln wie auch Stadt-Land-Verhältnisse konzeptionell neu zu erfassen.</p> Maximilian Förtner Bernd Belina Matthias Naumann Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 23 44 10.36900/suburban.v7i1/2.483 Stadtstaaten oder Barbarei? https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/459 <p>Der vorliegende Essay betrachtet den aktuellen Zulauf zu rechten Politikangeboten aus Sicht einer kritischen Stadtforschung. Mit Blick auf demographische Prozesse – insbesondere Binnenmigration – reflektiert er die These, dass rechte Ideen und Gruppierungen vor allem in ländlichen ‚abgehängten Gebieten‘ eine hohe Zustimmung finden, während als ‚kosmopolitisch‘ und ‚modernisierungsbefürwortend‘ beschriebene großstädtische Lebenswelten dafür weniger empfänglich seien. Unter Bezugnahme auf deutsche wie amerikanische Debatten wird dafür plädiert, die Verräumlichung politischer Einstellung stärker dynamisch und relational zu konzeptualisieren und ein Augenmerk auf kleinräumige Differenzierungen innerhalb von Städten und Regionen zu richten. Damit richtet sich der Blick auf das emanzipatorische Potential des Munizipalen als politischer Bezugsgröße jenseits des Nationalstaates</p> Tobias Bernet Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 45 68 10.36900/suburban.v7i1/2.459 „Die neue Angst vorm schwarzen Mann“ https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/482 <p>Moralpanik bezeichnet eine Dynamik, im Zuge derer eine Gruppe als homogen, ‚fremd‘, ‚deviant‘ und Gefahr für die moralische Ordnung der Gesellschaft konstruiert wird. Der Artikel arbeitet am Beispiel von politischen Deutungskämpfen um Kriminalität und die Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) Sigmaringen sowie um Vergewaltigungen in Tübingen typische Elemente der Moralpaniken im Bereich Flucht und Migration heraus: lange Äquivalenzketten, ein Generalverdacht gegenüber bestimmten Gruppen, raunende Sprache, die retrospektive Konstruktion einer vom Verfall bedrohte Idylle, der Rekurs auf einen vermeintlichen gesunden Menschenverstand, dem eine naive politische Korrektheit gegenübergestellt wird, sowie die Behauptung eines permissiven und hilflosen Agierens der Justiz- und Sicherheitsbehörden. Soziale Medien wie Facebook, so wird gezeigt, tragen insbesondere durch (teils strategische) Interventionen rassistisch auftretender Accounts zu einer raschen Ausweitung von Moralpaniken bei.</p> Nikolai Huke Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 69 92 10.36900/suburban.v7i1/2.482 Keine Angst, es ist nur Gentrification? https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/463 <p>Am Beispiel der Landeshauptstadt Düsseldorf untersucht der Beitrag, wie sich soziale Benachteiligung, Verdrängungsdruck und Kriminalität aus der Sicht der Bewohner_innen des Bahnhofsgebiets darstellen und welche Bedeutung allgemeinen sozialen und ökonomischen Ängsten im Hinblick auf diese Frage zukommt. Während die ökonomischen Ängste im gesamten Stadtgebiet relativ gleich verteilt sind, unterliegen die Bewohner_innen des sozial benachteiligten Bahnhofsgebiets zusätzlich dem Verdrängungsdruck, der durch die Folgen der baulichen Aufwertung und immobilienwirtschaftlichen Wertsteigerung entsteht. Die kommunale Verwaltung und die Bewohner_innen des übrigen Stadtgebiets nehmen das Bahnhofsumfeld als besonders kriminalitätsbelastet wahr, reagieren darauf mit Ordnungshandeln und fördern somit den weiteren sozialen und gewerblichen Aufwertungsprozess. Die für viele deutsche Bahnhofsgebiete typische Vermengung von allgemeinen und über das Wohnumfeld vermittelten Unsicherheiten und Konflikten bietet Instrumentalisierungspotenziale für politische Akteur_innen, die sich dieser Ängste annehmen, lokale Konkurrenzverhältnisse kulturalisieren und so eine soziale Spaltung der Stadtgesellschaft vorantreiben.</p> Jan Üblacker Tim Lukas Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 93 114 10.36900/suburban.v7i1/2.463 „Wir kaufen den Kiez zurück“ https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/464 <p>Aktuell wird in der kritischen Wohnungsforschung vermehrt die Frage nach Alternativen zur neoliberalen Wohnraumpolitik aufgeworfen. Der vorliegende Beitrag verortet sich in dieser Debatte und versucht diese über die Untersuchung markteinschränkender Politiken in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg empirisch zu erweitern. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob es mittels der stadtpolitischen Instrumente Milieuschutz und Vorkaufsrecht gelingt, Wohnraum zu dekommodifizieren und welche verschiedenen Akteur_innen und Konflikte bei der Umsetzung dieser Verordnungen auftreten. Davon ausgehend wird diese Politik als lokales postneoliberales Experiment eingeordnet, mit dem neue Netzwerke einer alternativen Wissensproduktion entstehen. Mit Rückgriff auf staatstheoretische Ansätze wird festgestellt, dass sich die Suche nach postneoliberalen Alternativen nicht in staatlich-institutionellen Erfolgen erschöpfen darf, sondern die Demokratisierung gesellschaftlicher Verhältnisse in den Blick nehmen muss.</p> Martin Sarnow Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 115 136 10.36900/suburban.v7i1/2.464 Substanz und Supplement https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/466 <p>Die Frage, ob und wenn ja wie mit Rechten zu reden wäre, ist gegenwärtig einigermaßen prominent. Dass der Versuch, rechte Akteure argumentativ umzustimmen oder zu überzeugen, wenig erfolgversprechend ist, hat sich zudem herumgesprochen. Doch was heißt das für die Forschung? Der Beitrag diskutiert kritisch die Möglichkeiten und Grenzen empirischer Sozialforschung an und mit Rechten. Einerseits zeigt sich, dass die Forschung möglicherweise nur Wissensbestände aktualisiert, die schon bekannt sind. Und andererseits könnte es aufgrund der sich rasant verändernden technischen, sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen wichtig sein, der Theorie mehr Gehör zu schenken und den Versuch zu starten, die überlieferten theoretischen Kategorien zu überdenken.</p> Robert Feustel Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 137 146 10.36900/suburban.v7i1/2.466 Mit Rechten reden, zu Rechten forschen? Ein Widerspruch auf Einladung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/488 <p>Der Text ist eine Antwort auf Robert Feustels „Mit Rechten reden, zu Rechten forschen?“. Er nimmt die beiden irritierenden Titelfragen als Irritation auf und stellt sie in den Kontext des Selbstverständnisses von Wissenschaft und des Verständnisses von „Realität“. Daran schließen sich zwei Vorschläge aus dem Bereich anwendungsbezogener Ethik an: Die Zuschreibung singulärer Identitäten als Gewalt zu verstehen und diese das Unterlassen dieser Zuschreibung für empirische qualitative Forschung als wissenschaftlichen und ethischen Imperativ zu setzen.</p> Regina Ammicht Quinn Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 147 152 10.36900/suburban.v7i1/2.488 Mit Rechten reden? Lasst mal lieber über Rassismus sprechen! https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/478 <p>Die Debatte, ob und wie mit Rechten zu reden ist, dreht sich hauptsächlich darum, Rechte wieder in die Gesellschaft zurückzuholen. Jedoch wird kaum über den gesellschaftlich verbreiteten und institutionalisierten Rassismus gesprochen, auf den Rechte ihre Erfolge aufbauen können. Der Beitrag widmet sich exemplarisch den Leerstellen in Wissenschaft und Medien Rassismus anhand zweier Gewalttaten in der Silvesternacht 2018 zu thematisieren.</p> Lee Hielscher Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 153 158 10.36900/suburban.v7i1/2.478 Let’s talk about …? Warum und wie wir mit Rechten reden müssen! https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/473 <p>Der Kommentar zu Robert Feustels Beitrag „Substanz und Supplement – Mit Rechten reden, zu Rechten forschen? Eine Einladung zum Widerspruch“ stärkt die Methodenvielfalt der qualitativen Sozialforschung als Möglichkeit, in der Erforschung rechter Gruppierung neue Erkenntnisse und Hintergrundwissen zu gewinnen. Als forschungsethischer Kritikpunkt werden die fehlende Offenheit sowie der Ausschluss bestimmter Gruppen und Themen angemerkt.</p> Annekatrin Kühn Katrin Lehn Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 159 166 10.36900/suburban.v7i1/2.473 Die Faktizität des Postfaktischen https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/485 <p>Um die gegenwärtige gesellschaftliche Unterstützung rechter Bewegungen zu verstehen und Gegenstrategien zu entwickeln, muss die kritische Sozialforschung die Affinität bestimmter sozialer Gruppen zu diesen Bewegungen untersuchen. Um den dafür nötigen Einblick in die Zusammenhänge zwischen der gelebten Erfahrung der betreffenden sozialen Gruppen und der Praxis und Rhetorik der Rechten zu gewinnen, muss sie einen Zugang zu deren eigener Deutungs- und Handlungspraxis finden. Der Beitrag argumentiert deshalb, dass es im Sinne der rekonstruktiven Sozialforschung für die kritische Sozialforschung unvermeidbar ist ‚mit Rechten zu reden‘.</p> Nils Christian Kumkar Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 167 172 10.36900/suburban.v7i1/2.485 Chaotische Normalität: Reden mit Rechten hilft. Manchmal auch nicht https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/486 <p>Ausgehend von Rancières Politik-Verständnis wird im Debattenbeitrag auf Robert Feustels Einschätzungen sowie die Kernfrage „Mit rechten Reden?“ in dreifacher Weise geantwortet: <span style="font-style: normal !msorm;"><em>Erstens</em></span>, der Aufstieg der Rechten verdeutlicht keineswegs eine gänzlich neue Situation für Sozialwissenschaften. Er markiert aber die Einführung eines weiteren Pols in die Auseinandersetzungen um Gesellschaft, die Wissenschaft aus der Komfortzone holt und politische Positionierung notwendig macht. <span style="font-style: normal !msorm;"><em>Zweitens</em></span>, Sozialwissenschaften rangen schon immer mit der Aufgabe, Chaos zu ordnen. Manchmal gelang dies besser, manchmal schlechter. Auf jeden Fall aber ist empirische Sozialforschung ein tragender Pfeiler dieses Ordnens, der nicht eingerissen werden darf. <span style="font-style: normal !msorm;"><em>Drittens</em></span> plädiere ich für einen differenzierten Umgang mit der Frage „Mit rechten Reden?“: Mit Kadern und im Öffentlichen ist der Dialog zu verweigern, notwendig ist aber das Gespräch mit jenen zu suchen, die sich im Dunstkreis dieser Bewegungen verorten. Dabei gilt die Maxime, dass Aussagen wissenschaftlich verortet und auf Gewalt hin befragt werden müssen, keinesfalls sollten rechte Parolen multipliziert werden.</p> Daniel Mullis Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 173 178 10.36900/suburban.v7i1/2.486 Forschungsprioritäten in Zeiten des Aufstiegs rechter Parteien https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/487 <p>Der Fokus unserer Forschung zum Populismus sollte nicht auf dem harten Kern rechter Parteien liegen, sondern auf jenen, die diese Parteien nur aus Protest wählen oder gar nicht mehr wählen. Wir sollten auch nicht den Fehler machen, die Unterstützung rechter Parteien als irrational und postfaktisch darzustellen. Kern unserer Forschung sollten jene ungleichen wirtschaftlichen und sozialen Strukturen sein, die zum Aufstieg rechter Parteien führen.</p> Andreas Nölke Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 179 184 10.36900/suburban.v7i1/2.487 Rollenkonflikte https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/481 Robert Feustel Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 185 188 10.36900/suburban.v7i1/2.481 Sieben Thesen zur urbanen Krise von Chemnitz https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/468 <p>In der sächsischen Stadt Chemnitz kam es im Nachgang eines Tötungsdelikts durch Messerstiche seit dem 26. August 2018 zu rechtsautoritären Massenmobilisierungen von bundesweiter Ausstrahlung unter zahlreicher Teilnahme der ansässigen Bevölkerung. Das öffentliche Interesse ist dabei nicht nur hinsichtlich der konkreten Ereignisse, sondern auch bezüglich der lokalen Ursachen dieser Eskalation groß. Im Sinne einer raumsensiblen Vorgehensweise ist zu untersuchen, aus welcher bestimmten Ortsgeschichte heraus die Eigenarten der Chemnitzer Stadtgesellschaft und das rechte Protestgeschehen verständlich werden. Die sieben dazu aufgestellten Thesen widmen sich der kulturellen und institutionellen Modernisierung, dem Zustand der Zivilgesellschaft, der Einordnung der konkreten Ereignisse, der politischen Ökonomie Ostdeutschlands und der demographischen Situation.</p> Dominik Intelmann Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 189 202 10.36900/suburban.v7i1/2.468 Arbeiter statt Anarch https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/467 <p>Im Beitrag wird aufgezeigt, wie Ernst Jünger von führenden Vertretern der „Identitären Bewegung“ rezipiert wird: Die „Identitären“ setzen sich äusserst intensiv mit Jüngers Frühwerk auseinander, wobei insbesondere zwei Aspekte grosse Beachtung erhalten – einerseits dessen Forderung nach einer nationalistischen Revolution, andererseits dessen Aufruf zur Bildung einer Stadtguerilla. Nach Auffassung der neurechten Gruppierung liefert der Schriftsteller damit die Ideen, welche dem Aktivismus den „rechten“ Weg weisen.</p> Christian Marty Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 203 210 10.36900/suburban.v7i1/2.467 Vom Denkmalschutz zum Heimatschutz? https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/469 <p>Im Zuge einiger Neu- und Umbauprojekte kam es in Wien in den letzten Jahren immer wieder zu heftigen Debatten um die Bewahrung alter Bausubstanz. Nicht selten lässt sich beobachten, dass die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) versucht, sich aktiv in den Diskurs einzubringen und sich für den Erhalt bestimmter Gebäude einsetzt. Die FPÖ gibt sich volksnah und denkmalschützerisch. Der folgende Text untersucht Online-Auftritte der FPÖ und analysiert die verschiedenen Verschränkungen von rechten Deutungsmustern im Denkmalschutzdiskurs. Anhand der Beispiele des Café und Schloss Cobenzl und der Steinhofgründe am Rande Wiens wird gezeigt, welche Strategien die FPÖ verfolgt. Dabei zeigt sich, dass die Rechte jene Kontroversen besonders stark nutzt, die zugleich politisch und emotional sind. Vor allem in der Deutungshoheit von Geschichte in ihrer baulichen Manifestation wittern die Rechten Chancen.</p> Magdalena Augustin Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 211 222 10.36900/suburban.v7i1/2.469 Wider die Unsichtbarkeit: https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/471 <p>Das Gedenken an Opfer rechter Gewalt ist umkämpft. Dennoch gelingt es immer mehr Initiativen bundesweit, durch lokalpolitische Bündnisse und in Zusammenarbeit mit Künstler*innen und Kommunalpolitiker*innen im öffentlichen Raum Orte der Erinnerung zu schaffen. In Koblenz und Hachenburg erinnern Initiativen auf unterschiedliche Weise an Todesopfer rechter und rassistischer Gewalt aus den 1990er Jahren. Die Gedenkorte, die hier entstanden sind, stehen beispielhafte für viele unterschiedliche Versuche, die tödliche Dimension von Rassismus und Rechtsextremismus im öffentlichen Raum sichtbar zu machen. Vielerorts gehören dazu auch lokalpolitische Auseinandersetzungen. Dies zeigt sich aktuell unter anderem beim Streit um den Standort eines Mahnmals für die Opfer der rassistischen Bombenanschläge des NSU in Köln zwischen den Überlebenden des NSU-Nagelbombenanschlags und der Initiative „Keupstraße ist überall“ auf der einen und der Stadt Köln und einer Investorengruppe auf der anderen Seite.</p> Heike Kleffner Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 223 228 10.36900/suburban.v7i1/2.471 Neoliberale Stadt und rechte Hegemonie? https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/474 <p>Akademische Diskurse zu Stadt und Urbanität fokussieren in der Regel auf Metropolen oder zeigen sich interessiert an Großstädten wie Leipzig oder Berlin. Der Stadtforscher Tobias Bernet hat in seinem Beitrag „Stadtstaaten oder Barbarei“ die These geäußert, dass „die Auseinandersetzung zwischen progressiven und reaktionären Weltbildern sich weder in linken Kiezen noch aussterbenden Dörfern entscheiden wird, sondern in Zwischenräumen: großstädtischen Außenbezirken, suburbanen Gebieten und (Großstadtnahen) Klein- und Mittelstädten.“ Zu dieser These passt das Interview, welches critique'n'act im Frühjahr 2018 mit den antifaschistischen gruppen des Vogtlands (agv) führte, um emanzipatorische Akteur_innen sichtbarer zu machen und sie zu stärken.</p> critique'n'act (Dresden) Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 229 240 10.36900/suburban.v7i1/2.474 Zwischen Stadtteilarbeit und Protest https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/480 <p>Das Interview mit einem Aktivisten einer Berliner Antifa-Gruppe thematisiert die Gegebenheiten vor Ort (Berliner Nordosten) und ihre Bedeutung für autoritäre und rechte Bewegungen als auch für antifaschistischen Protest. Geschichte, Sozialstruktur und Veränderungen (des Straßenbilds, der Nachbarschaften etc.) im Großbezirk Pankow werden als Ausdruck, aber auch als Bedingung rechter Hegemoniebestrebungen erkennbar. Im Feld der rechten Bewegungen und Parteien hat sich die AfD als maßgeblicher Akteur etabliert. Der Interviewpartner gibt Auskunft über Strategien und Forderungen, mit denen sich die AfD in lokale Auseinandersetzungen um Sicherheit, Wohnungen oder Großprojekte einbringt und wie sie in der Bezirksverordnetenversammlung auftritt. Einen weiteren Schwerpunkt des Interviews dreht sich um das Verhältnis von antifaschistischer und wohnungspolitischer sozialer Bewegung und in diesem Zusammenhang die sozialpolitischen Ursachen des gegenwärtigen Rechtsrucks.</p> Peter Bescherer Hannes Witt Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 241 252 10.36900/suburban.v7i1/2.480 Gleichgeschaltete Räume? https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/476 Jan Lange Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 253 258 10.36900/suburban.v7i1/2.476 Die „soziale Frage als nationale zu rethematisieren“ https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/472 Ina Schildbach Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 259 263 10.36900/suburban.v7i1/2.472 Wo steht die kritische Stadtgeographie? https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/470 <p>Das Handbuch Kritische Stadtgeographie ist Leser*innen dieser Zeitschrift schon aus einer 2015 erschienen Rezension der Erstauflage dieser Veröffentlichung bekannt (Beurskens, 2015). Es spricht für die wachsende Bedeutung der kritischen Stadtgeographie, dass auch die 2016 erschienene zweite Auflage des Buches bald vergriffen war und 2018 eine dritte, korrigierte und stark erweiterte Auflage neu herausgekommen ist. Mit dem Buch reagieren die Herausgeber*innen, Bernd Belina, Matthias Naumann und Anke Strüver, auf ihre Beobachtung einer Leerstelle in der Geographielehre im Bereich dieses Themenfeldes. […] Was ist neu an der dritten Auflage? Das aktualisierte Handbuch wurde um 23 Kapitel auf 66 erweitert und deckt damit ein breiteres Themenspektrum ab. Einzelne Beiträge wurden überarbeitet. Ein zweiseitiges Vorwort skizziert die vorgenommenen thematischen Ergänzungen und begründet diese durch die Weiterentwicklung der Disziplin (S. 11). Eine wünschenswerte Veröffentlichung als E-Book steht auch in der Neuauflage weiterhin aus.</p> Hanna Hilbrandt Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 264 268 10.36900/suburban.v7i1/2.470 Wohnhäuser als Sozialgut – selbstorganisiert und kollektiv https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/477 <p>Die Idee, mit gleichgesinnten Menschen in einer Hausgemeinschaft und nicht nur nebeneinander zu wohnen, findet auch angesichts der angespannten Wohnungsmärkte in den Groß- und Universitätsstädten immer mehr Sympathisierende. Einige Wohnprojekte streben dabei an, Wohnraum dauerhaft als Sozialgut zu sichern und Mieten auch für alle zukünftigen Bewohner_innen bezahlbar zu halten. Diese Kollektivhäuser, die der Geograph Matthias Wendt in seiner Dissertation untersucht, stellen ein Lebensmodell dar, das sich durch solidarische Selbstorganisation der Kollektivhausgruppen und dem Gemeineigentum der Immobilien auszeichnet. Der Autor ordnet seine Untersuchung dabei in die Debatten der Commons-Forschung ein. Die Frage, inwieweit die Kollektivhäuser als Commons zu sehen sind, untersucht er am Beispiel der Stadt Leipzig.</p> Eike Bülow Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 269 276 10.36900/suburban.v7i1/2.477 Eine große Erzählung von Mexiko-Stadt https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/479 <p>Mit ihrer Dissertation legt Monika Streule eine Studie über Mexiko-Stadt vor, die künftige als wichtige Referenz für stadtgeographische und -ethnologische Arbeiten über die Stadt dienen dürfte. Die Autorin hätte das zentrale Thema der Urbanisierungsprozesse im Rahmen einer Qualifikationsarbeit kaum umfassender aufarbeiten können. Sie entwickelt zunächst eine historische Darstellung der Stadtentwicklung, bevor sie sich auf empirischer Grundlage von Gesprächen in Bewegung und Wahrnehmungsspaziergängen mit aktuellen Transformationsprozessen in Mexiko-Stadt beschäftigt. Die neun identifizierten Prozesse prägen demnach bestimmte Bereiche der Stadtregion, wie Streule in ihrer Thesenkarte veranschaulicht – das zentrale Ergebnis ihrer Arbeit. Mit der Untersuchung schafft die Autorin ein kritisches Narrativ der Urbanisierung in Mexiko-Stadt, das sie umfassend und detailreich skizziert. Methodologisch wirft die Arbeit wiederum einige Fragen auf, die ich in der vorliegenden Rezension fokussiere.</p> Giulia Montanari Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 277 281 10.36900/suburban.v7i1/2.479 Eine neue Kartographie des Möglichen https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/475 <p>Der postfundamentalistische Ansatz, der in dem Buch von Nikolai Roskamm entfaltet wird, ist ein weiterer Blickwinkel auf die Stadt: als ein hybrides und unvollständiges Konstrukt. Der Titel des vorliegenden Bandes „Die unbesetzte Stadt“ signalisiert eine interessante Idee, die aus unterschiedlichen Theorieperspektiven und in unterschiedlichen Kontexten beleuchtet wird. Der Untertitel „Postfundamentalistisches Denken und das urbanistische Feld“ benennt dabei eine spezifische Denkhaltung, die die theoretische Abhandlung durchzieht. Schlüsselbegriffe wie Antagonismus, Konflikt, Kontingenz, unstabil, unbesetzt, unvollständig etc., erscheinen für diesen Ansatz konstitutiv.</p> Erol Yildiz Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0 2019-05-15 2019-05-15 7 1/2 282 286 10.36900/suburban.v7i1/2.475