sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban zeitschrift für kritische stadtforschung sub\urban e.V. de-DE sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung 2197-2567 <p>Als <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0</a> Lizenz dürfen die Inhalte unter den folgenden beiden Bedingungen vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden: erstens der Nennung des Namen der Autor_innen und der Zeitschrift sub\urban, zweitens Weitergabe unter den gleichen rechtlichen Bedigungen, d.h. derselben Lizenz wie das Original (CC BY-SA). In jedem Fall bitten wir bei Weiterverwendung um eine Nachricht an <a href="mailto:info@zeitschrift-suburban.de">info@zeitschrift-suburban.de</a>.</p> Titelbild https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/554 Redaktion sub\urban Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 10.36900/suburban.v7i3.554 Impressum und Inhaltsverzeichnis https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/555 Redaktion sub\urban Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 10.36900/suburban.v7i3.555 Editorial https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/527 Lisa Vollmer Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 5 6 10.36900/suburban.v7i3.527 Städte zu verkaufen https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/543 <p>In Spanien zwingen die Wirtschaftszweige Tourismus und Immobilienspekulation zu einer Debatte um die Erosion der Demokratie im Schoß der Europäischen Union, wo sich seit dem Beitritt des Landes die Strategie etabliert hat, dessen Rolle als Produktionsraum für Tourismus zu betonen. Verstärkt seit der Finanzkrise 2008 hat die Tourismusbranche eine gewaltige Transformation erlebt, in deren Zuge Städte zu Hauptreisezielen und -anziehungspunkten geworden sind. Durch bereits vorhandene Raumvermarktungsstrukturen aus dem Immobiliengeschäft haben sich die Möglichkeiten der Tourismusbranche, sich Stadtraum anzueignen, vervielfältigt. Mit der Stadt als Ware werden ganze urbane Zentren in ‚Themenparks in Lebensgröße‘ umgewandelt und die Stadt samt all ihren Lebensressourcen konsumiert. Analysiert wird, inwieweit sich anhand dieser Situation neue Formen eines intra-territorialen Kolonialismus zwischen Touristen bzw. Stadteliten und Bürgern aufzeigen lassen. Ziel des Textes ist es, Möglichkeiten für eine Wiederaneignung dieser Stadträume anzuvisieren, die darauf basieren, Aspekte der Nutzung und des kulturellen Verständnisses dieser Orte neu zu bestimmen.</p> Kike España Beatriz V. Toscano Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 7 26 10.36900/suburban.v7i3.543 Ghettos am Rande der Stadt? https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/545 <p>Konfrontiert mit kontinuierlich wachsender Nachfrage nach preiswertem Wohnraum, begann die Regierung Kolumbiens in den 1980er Jahren mit einer neuen privatisierten Wohnungsbaupolitik, die Hauseigentümerschaft ermöglichen und fördern soll. Dazu wurden staatliche Subventionen und spezielle Hypotheken für die unteren Einkommensklassen geschaffen, sowie Preislimits und Steuerfreiabkommen für die privaten Baufirmen eingeführt. Besonders seit der Baukrise zu Beginn des Jahrtausends setzen private Konstruktionsfirmen auf den sozialen Wohnungsbau. Seitdem entstehen massenweise großflächige, standardisierte Wohnsiedlungen an den Rändern Bogotás. Bewohner_innen sind Niedrigverdiener_innen, die zuvor in informellen Siedlungen lebten. Für die staatlich subventionierten Hypotheken, mit denen sie sich einkaufen, müssen Käufer_innen ein festes Arbeitsverhältnis nachweisen, was die Hälfte der kolumbianischen Bevölkerung ausschließt. Basierend auf mit diversen Forschungsmethoden in neun verschiedenen Sozialwohnungsbaugebieten erhobenen Daten, analysieren wir in diesem Artikel die gegenwärtige Wohnungsbaupolitik Kolumbiens und ihre Folgen. Wir argumentieren, dass die neue Politik tatsächlich mehr Menschen Zugang zu Eigentumswohnungen verschafft. Gleichzeitig zeigen wir, dass ohne weiterreichende soziale Reformen die Gefahr besteht, dass sich die isoliert liegenden Wohnsiedlungen in urbane Ghettos verwandeln, die ihre Bewohner_innen weiterhin stigmatisieren. Zugang zu Bildung, Jobs, Kultur und anderen urbanen Ressourcen ist notwendig, um langfristige soziale Mobilität zu ermöglichen bzw. zu garantieren.</p> Friederike Fleischer Adriana Hurtado Tarazona Maria Jose Alvarez Rivadulla Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 27 46 10.36900/suburban.v7i3.545 Das urbane Unbewusste https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/544 <p>Anfang der 1990er Jahre haben die anglophonen Geographien damit begonnen, sich mit dem Verhältnis von Psychoanalyse und Stadt auseinanderzusetzen. Ausgehend hiervon kam es Anfang der 2000er Jahre zum Ausruf eines psychoanalytic turn und zur Etablierung von Subdisziplinen, wie den psychoanalytic geographies und der psychoanalytic planning theory, die in den letzten Jahren zu etablierten Bestandteilen der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Städten im anglophonen Raum geworden sind. Da ein solcher turn hierzulande ausgeblieben ist, stellt sich dieser Beitrag die Frage nach dem Potential einer psychoanalytischen Stadtforschung im deutschsprachigen Raum. Hierzu verfolgt der Autor die These, dass die Stadt bereits in ihrer Entstehung durch das Unbewusste heimgesucht wird. Das urbane Unbewusste kennzeichnet eine Art konstitutiven Störfaktor, der sich in die Topologie der Stadt einschreibt und die Stadt als Objekt (der Stadtforschung) in letzter Instanz unmöglich macht. Ausgehend von dieser Unmöglichkeit, geht der Beitrag den Fantasien rund um die sozialen, politischen und materiellen Verhältnisse einer Stadt nach. Fantasien spielen aus Sicht der psychoanalytischen Stadtforschung eine zentrale Rolle, um der Stadt eine illusorische Konsistenz zu verleihen und das urbane Unbewusste auf Distanz zu halten. Sie ermöglichen es, sich die Stadt vorzustellen, sie zu fühlen und über sie zu sprechen. Der Beitrag endet schließlich mit ein paar Worten zu den Herausforderungen einer künftigen Erschließung der Psychoanalyse für kritische Stadtforschung.</p> Lucas Pohl Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 47 64 10.36900/suburban.v7i3.544 Für eine Theorie der Gentrifizierung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/546 <p>Gentrifizierung wird vorrangig unter Verweis auf Konsumentensouveränität erklärt, aber Daten zur Zahl der Vorstädter, die in die Stadt zurückziehen, werfen Zweifel an dieser Hypothese auf. Tatsächlich ist Gentrifizierung ein erwartbares Ergebnis der weitgehend ungehinderten Funktionsweise des Grundstücks- und Wohnungsmarktes. Die wirtschaftliche Entwertung des in innerstädtische Quartiere aus dem 19. Jahrhundert investierten Kapitals bei gleichzeitigem Anstieg der potentiellen Höhe der Grundrente eröffnet die Möglichkeit profitabler Stadterneuerung. Auch wenn die deutlich sichtbaren sozialen Merkmale heruntergekommener Quartiere abschreckend wirken mögen, können die hintergründigen ökonomischen Merkmale durchaus für eine Sanierung sprechen. Ob Gentrifizierung eine fundamentale Neuordnung des urbanen Raums bedeutet, hängt nicht davon ab, wo die neuen Bewohner herkommen, sondern davon, wie viel Produktivkapital aus dem suburbanen Raum in die Stadt zurückkehrt.</p> Neil Smith Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 65 86 10.36900/suburban.v7i3.546 Pro Rent-Gap-Theorie, contra habitualisierten Antikulturalismus https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/507 <p>Kommentar zu Neil Smiths Rent-Gap-Aufsatz</p> Moritz Ege Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 87 94 10.36900/suburban.v7i3.507 Wo ist die Rente im Erbe der Rent-Gap-Theorie? https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/514 <p>Vierzig Jahre nach Neil Smiths Aufsatz „Towards a Theory of Gentrification. A Back to the City Movement by Capital, not People“ scheinen Verdrängungsprozesse aktueller denn je, und die Abschöpfung von Rente hat mit den zunehmend finanzorientierten Formen der Kapitalakkumulation eine neue Dimension erlangt. Es ist also nicht verwunderlich, dass beide Begriffe nicht nur in die Stadtforschung, sondern auch in die politischen Auseinandersetzungen um den Zugang zu Wohnraum weiterhin Eingang finden. Die beiden Begriffe stoßen dennoch auf sehr ungleiche Resonanz: Während bei der Gentrifizierungsdiskussion eine ununterbrochen rege Theoriebildung stattgefunden hat, ist bei der Grundrententheorie seit Jahren kaum Bewegung zu vermelden. Der Kommentar zeichnet nach, warum und wie aus Sicht der Autorin die Rententheorien weiterentwickelt werden sollten.</p> Laura Calbet i Elias Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 95 100 10.36900/suburban.v7i3.514 Gentrifizierung: Kein ‚back to the city‘ – weder von Menschen, noch des Kapitals https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/516 <p>Neil Smith hat mit seinem Frühwerk „Toward a Theory of Gentrification. A Back to the City Movement by Capital, not People“ die dominante nachfrageorientierte Diskussion der Gentrifizierung herausgefordert. Seine Rent-Gap-Theorie trifft jedoch eher auf amerikanische Wohnungsmarkt- und Planungsbedingungen zu. Empirische Überprüfungen in Europa haben ergeben, dass Rent-Gap- und das Europäische ‚Gegenmodell‘ &nbsp;<em>value gap</em> parallel und sich gegenseitig verstärkend wirken. In der aktuellen Situation kommt das Investitionskapital jedoch nicht mehr aus dem Umland zurück in die Stadt, sondern wird als ‚Betongold‘ im globalen Maßstab gehortet und eingesetzt.</p> Jens Dangschat Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 101 108 10.36900/suburban.v7i3.516 „Gentrification is a dirty word…” https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/498 <p>Bei ihrer Veröffentlichung als revolutionär gepriesen und kontrovers diskutiert, gehört die Rent-Gap-Theorie mittlerweile zum prüfungsrelevanten Kanon jeder guten Einführung-in-die-Stadtgeographie-Vorlesung. Trotzdem ist sie noch lange nicht (Wissenschafts-)Geschichte und bietet – so argumentiert dieser Kommentar – nach wie vor wichtige Anknüpfungspunkte für kritische Stadtforschung und widerständige Stadtpolitik.</p> Laura Nkula-Wenz Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 109 112 10.36900/suburban.v7i3.498 Der Gentrifizierungsbegriff in wohnungspolitischen Protesten https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/493 <p>In diesem Beitrag wird die Rolle und Funktion des Begriffs Gentrifizierung in sozialen Bewegungen reflektiert. Das wissenschaftliche Konzept Gentrifizierung, und seine Popularisierung durch kritische Wissenschaftler*innen in Deutschland, hat ohne Zweifel der Mieter*innenbewegung wichtige Anhaltspunkte für die Interpretation ihrer Protestanlässe, die entwickelten Erzählungen und Strategien geliefert. Die Auswirkungen der unternehmerischen Stadt sind in Groß- und Mittelstädten, in boomenden oder peripherisierten Nachbarschaften ähnliche, ebenso die Verwertungsstrategien bestimmter Wohnungsmarkakteure. Taugt der Begriff Gentrifizierung also zur Vergemeinschaftung innerhalb der Mieter*innenbewegung? Oder zieht er nicht gerade Grenzen zwischen eigentlich ähnlichen Hintergründen?</p> Lisa Vollmer Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 113 118 10.36900/suburban.v7i3.493 „Es macht einfach Sinn!” https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/505 <p>Neil Smith (1954-2012) hat eine ganze Generation von Stadtforscher*innen geprägt, die sich selbst in städtische Konflikte begeben und in den letzten 40 Jahren versucht haben, soziale Mobilisierungen gegen Aufwertung und Verdrängung zu unterstützen. Sein eigenes Schreiben war über viele Jahre mit seinen politischen Aktivitäten verbunden und hat vielen stadtpolitisch Aktiven geholfen, die Analyse städtischer Konflikte vom Kopf auf die Füße zu stellen. Der Text hebt die Bedeutung der Rent-Gap-Theorie für die Gentrification-Forschung hervor und zeigt, dass Gentrification nicht nur im Stadtraum, sondern auch in den wissenschaftlichen und politischen Debatten umkämpft ist.</p> Andrej Holm Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 119 124 10.36900/suburban.v7i3.505 Die Bodenwertsteuer als unterstützendes Instrument der Stadtplanung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/547 <p>Unser heutiges Bodenrecht verschafft den Grundstückseigentümern Einkommen und Vermögenswerte, die ihnen maßgeblich aufgrund der guten Lage, Infrastrukturausstattung oder Beschaffenheit des Grundstücks zufallen und für deren Höhe üblicherweise gesellschaftliche Leistungen verantwortlich sind. Aus dieser Situation erwächst eine Reihe stadtplanerischer Probleme, die beispielhaft erörtert werden und neben der Beeinflussung der Planung auch allokative Aspekte berühren. Als ein pragmatisches Mittel zur Unterstützung einer nachhaltigen Planung wird die Bodenwertsteuer diskutiert, die den unbebauten Boden ebenso stark wie den bebauten belastet und so einen Druck auf den Eigentümer ausübt, das Grundstück entsprechend der vorgesehenen Planung zu nutzen und die außerdem einen finanziellen Beitrag der von Entwicklungsmaßnahmen profitierenden Eigentümer einfordert.</p> Daniel Mühlleitner Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 125 134 10.36900/suburban.v7i3.547 Stadtkonzepte als aktuelle Perspektiven auf die Stadt https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/548 <p>Der urbane Raum hat sich längst nicht nur zu einem spezifischen gesellschaftlichen Format, sondern auch zu einer alles dominierenden gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit entwickelt. Gleichzeitig gerät aber gerade auch diese Lebensform immer wieder in die Kritik, da sie zunehmend Konflikte und Krisen hervorruft. Genau diese einerseits hochattraktive und anderseits offenbar gleichzeitig von vielfältigen sozialen, ökonomischen und religiösen Spannungen geprägte paradoxe Konstellation bildet den Hintergrund, vor dem sich die Stadtökologin Annegret Haase und der Stadtsoziologe Dieter Rink auf die Suche nach tragfähigen ‚Stadtkonzepten‘ machen.</p> <p>&nbsp;</p> Wolf-Dietrich Bukow Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 135 140 10.36900/suburban.v7i3.548 Theorien der Stadt https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/549 <p>Der hier besprochene Band richtet sich an alle an Stadt interessierten und damit auch gleichermaßen an Lernende wie Lehrende. An Erstere, weil das Buch in unterschiedliche theoretische Positionen und das Werk damit verknüpfter Autor*innen einführt. An Letztere richtet es sich, weil es sich durchaus zur Vorbereitung der Lehre eignet und dafür, einführende Texte für Studierende bereitzustellen, aber natürlich auch, weil auch die Lehrenden meist nicht alle Zugänge zur Stadtsoziologie detailliert kennen oder einzelne gern einmal auffrischen. Insgesamt überzeugt das Buch; die kleinen Schwächen erscheinen geradezu dem Gegenstand immanent zu sein, und es zeigt, wie intensiv sich die drei Autor*innen mit den Werken (und der dazugehörigen Sekundärliteratur) auseinandergesetzt haben. Vieles davon wurde, so ist der Danksagung zu entnehmen, bereits in der Lehre erprobt – vermutlich mit Erfolg.</p> Jan Wehrheim Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 141 143 10.36900/suburban.v7i3.549 Campus Bockenheim Revisited https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/553 <p>Jürgen Schardt legt eine umfassende Studie zur Architektur der Stadt- und Universitätsbauten in Frankfurt am Main von 1906 bis 1956 vor. Besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Architekturproduktion und einer kritischen Revision der etablierten Historiografie der Goethe-Universität. Der Autor widmet sich in drei Teilen jeweils dem Kaiserreich und der Gründung der Hochschule im Jahr 1914, der Zeit der Weimarer Republik sowie der Jahre des Aufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Schardt untersucht die entstandenen Gebäude hinsichtlich schlüssiger Kriterien bürgerlicher Architektur, beleuchtet aber auch andere für die Hochschulgeschichte relevante Rahmenbedingungen. Die lesenswerte Studie verbindet dabei Aspekte der Sozial-, Wissenschafts- und Architekturgeschichte.</p> Jannik Noeske Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 144 150 10.36900/suburban.v7i3.553 Literatur über Städte mit anderen Augen sehen https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/508 <p>In <em>Cities and Literature</em> gibt Malcom Miles einen umfassenden Überblick über die Wechselwirkungen zwischen Städten und Literatur. Dabei geht es vor allem um westliche Literatur der letzten 150-200 Jahre.</p> Laura Puttkamer Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 151 154 10.36900/suburban.v7i3.508 Verwaltungsethnographie aus der Perspektive aktivistischer Forschung https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/492 <p>Im Zuge der EU-Freizügigkeit sind Unionsbürger*innen territorial inkludiert, das heißt sie dürfen sich in Deutschland zur Arbeitssuche oder zum Arbeiten aufhalten. Sozial wurden sie jedoch – gerade auf Betreiben deutscher Städte – zunehmend ausgeschlossen: Sie erhalten kaum Sozialleistungen. An diesem Widerspruch, an dem sich die sozialen Kämpfe von Unionsbürger*innen um basale Rechte wie Wohnraum oder Arbeit entzünden, setzt die Ethnographie von Lisa Riedner an. Sie begleitete und unterstützte die Kämpfe für ihre Dissertation, indem sie in einem Münchner Workers Center mitarbeitete. Herausgekommen ist eine gelungene Verwaltungsethnographie aus der Perspektive des Aktivismus.</p> Jenny Künkel Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 155 158 10.36900/suburban.v7i3.492 Smart City: Zwischen Utopie und Dystopie https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/455 <p>Der Band vermittelt kritisch zwischen zwei weitverbreiteten Polen, wonach Smart-City-Ansätze entweder als Utopie von Nachhaltigkeit und Lebensqualität oder als Dystopie der Fremdsteuerung beschrieben wird. In dem lesenswerten Buch nehmen die Autor_innen unterschiedliche Einzelphänomene von smartem Urbanismus über alternatives Mapping bis hin zu großstädtischen Smart-City-Konzepten in den Blick. Während einerseits vor dem Einfluss dominanter IT-Unternehmen gewarnt wird, werden andererseits die Möglichkeiten alternativer Konzepte von Digitalisierung für Stadtgesellschaften aufgezeigt. Über allem steht dabei die Forderung nach einer gesellschaftlichen Debatte zur zukünftigen Gestaltung von Stadt, die technische wie soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt.</p> Ariane Sept Copyright (c) 2019 sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ 2019-11-29 2019-11-29 7 3 159 163 10.36900/suburban.v7i3.455