sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung

 

Preview: Nicht förderungswürdig. Weshalb die Evaluation der Exzellenzinitiative gegen deren Fortsetzung spricht

 


von Tilman Reitz, Angela Graf, Christina Möller

Die deutsche Hochschulpolitik hat eine Verstetigung der Exzellenzinitiative auf den Weg gebracht. In Zukunft sollen nach einem Antragswettbewerb ca. fünfzig „Exzellenzcluster“ und acht bis elf „Exzellenz-Universitäten“ für jeweils sieben Jahre vom Bund gefördert werden. Grundlage der politischen Entscheidung ist die Evaluation der Exzellenzinitiative durch eine Expert_innenkommission, der sogenannte Imboden-Bericht. Der vorliegende Beitrag kommentiert diesen Bericht kritisch und reflektiert problematische Folgen des Wettbewerbs um Fördermittel und ‚Exzellenz‘. Dabei werden die hohen Arbeitslasten, die schlechten Betreuungsverhältnisse und die prekäre Lage im wissenschaftlichen Mittelbau an deutschen Hochschulen unterstrichen, die explizit angestrebte vertikale Differenzierung des deutschen Hochschulsystems und die Forderung nach starken Hochschulleitungen kritisiert sowie die im Bericht nicht erwähnte Verstärkung sozialer Ungleichheiten durch Elitehochschulen angesprochen. Schließlich wird die Grundsatzfrage gestellt, wieso es überhaupt Antrags- und Statuswettbewerbe geben muss.

 
Veröffentlicht: 2016-06-17 Weiter…
 

Veröffentlichung: Band 4, Heft 1 "Riots" online!

 


Eine neue Ausgabe von sub\urban ist erschienen: das Themenheft riots, entstanden in Zusammenarbeit mit Janna Frenzel, Philippe Greif, Fabian Klein und Sarah Uhlmann, findet ihr ab sofort hier.

Zwei Einleitungen führen an das Thema heran. Fünf Aufsätze befassen sich mit ganz unterschiedlichen sozialen und räumlichen Kontexten, wobei sie verschiedene disziplinäre Zugänge wählen. Sie geben Einblick in die diverse Forschungslandschaft zu riots. Unsere Debatte zu den Aufständen in den Pariser Banlieues 2005 zeigt, wie umstritten und politisch aufgeladen das Thema ist.

Wir wünschen viel Spaß beim Entdecken!

Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis, zum Editorial und zum PDF des gesamten Heftes. Das Titelblatt der Ausgabe kann als Poster heruntergeladen werden.

Diese Ausgabe wurde durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert.

 
Veröffentlicht: 2016-05-01
 

Preview: „Kritische Wissenschaft braucht einen Begriff von Gesellschaft“ - Interview mit Christiane Schulte & Freund_innen

 

Mitte Februar 2016 erschien auf Telepolis unter dem Titel „Kommissar Rex an der Mauer erschossen? Ein Plädoyer gegen den akademischen Konformismus“ ein Artikel von Christiane Schulte & Freund_innen. Darin berichten die Autor_innen von einer Tagung am Center for Metropolitan Studies der TU Berlin im Januar 2015, an der sie im Workshop „‘Tiere unserer Heimat‘: Auswirkungen der SED-Ideologie auf gesellschaftliche Mensch-Tier-Verhältnisse in der DDR“ mit einem Beitrag teilgenommen hatten. Im Dezember 2015 erschien ihr Beitrag in der Zeitschrift Totalitarismus und Demokratie des Dresdner Hannah-Arendt-Instituts. Die dort vorgetragenen Thesen und ein erheblicher Teil des empirischen Materials waren jedoch frei erfunden.

In einem E-Mail-Interview befragten wir Christiane Schulte & Freund_innen zu ihrer Kritik an den Human-Animal Studies und Totalitarismustheorien sowie zu ihrer Diagnose eines verbreiteten Konformismus in den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Das hier vorab veröffentlichte Interview wird zudem in der übernächsten Ausgabe von sub\urban  erscheinen, die sich mit den Möglichkeitsbedingungen kritischer Wissenschaft beschäftigt.

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Veröffentlicht: 2016-04-15 Weiter…
 

Call for Papers: Planung als politische Praxis

 

Es gibt ein großes gesellschaftliches und wissenschaftliches Interesse an räumlicher Planung und deren Mitgestaltung. Diskussionen über Bauprojekte wie Stuttgart 21, den Berliner Flughafen BER, die Elbphilharmonie in Hamburg oder die zahlreichen „Recht auf Stadt“-Initiativen verdeutlichen dies. Auch in planungstheoretischen Ansätzen wird die Konflikthaftigkeit von Planungsprozessen und -projekten vielfach festgestellt und reflektiert. Ansätze, die sich mit Formen der Kooperation beschäftigen, um die dynamische Formierung politischer Planungsfelder zu fassen, sind jedoch nicht immer hinreichend. Kulturelle und gesellschaftspolitische Steuerungsmuster werden durch planungstheoretische Forschung nicht genügend beachtet. Dies liegt auch an der Tendenz zur affirmativen Adaption steuerungstheoretischer Modelle. Untersuchungen, die einer deduktiven Logik folgen, konzentrieren sich zumeist auf strukturelle Zusammenhänge und vermögen es so nur unzureichend, das Politische in alltäglichen Planungspraktiken zu erfassen.

Das geplante Themenheft will eine Perspektive auf Planung als politische (Alltags-)Praxis stärken. In dieser Perspektive werden Stadt- und Raumplanungsprozesse als soziale Aushandlungsfelder verstanden, die maßgeblich durch Akteursallianzen, administrative und materielle Rahmenbedingungen, alltagsweltliche und epistemologische Orientierungen sowie als (il-)legitim definierte Problemwahrnehmungen strukturiert werden. Das politische Moment der Planung beschränkt sich dabei nicht allein auf die Privilegierung einer spezifischen raumbezogenen Lösung und somit auf einen bestimmten Prozessausschnitt. Vielmehr sind jeder Planungsphase politische Entscheidungen eingeschrieben, von der Identifizierung eines ‚Problems‘ über Konflikt- und Konsensbildungsprozesse, der Zielfestlegung des Planentwurfs bis zur Umsetzung und Evaluierung. Ein Verständnis von Planung als Aushandlungsprozess distanziert sich von früheren Konzeptionen von Planung als einem technischen, rationalen und linearen Vorgang oder als konsensorientierte Interessenabwägung (vgl. Yiftachel/Huxley 2000, Purcell 2009).

 
Veröffentlicht: 2016-01-21 Weiter…
 

Veröffentlichung: Band 3, Heft 3 online!

 

In diesem thematisch offenen Heft haben sich dennoch einige Beiträge versammelt, die sich mit utopischen Gegenentwürfen zur kapitalistischen Verwertung der Stadt beschäftigen. Das Titelbild von Anna Blattner gibt einen Vorgeschmack auf die oft prekäre Situation dieser Gegenentwürfe. Eine kritische Reflexion des sogenannten „Make-Shift-Urbanismus“, Raumaneignungen durch Gärtnern oder Fahrradfahren und in Reaktion auf Gentrifizierungsprozesse geben Hinweise wie solche Gegenentwürfe aussehen können und wie wir sie verstehen können.

 

Viel Spaß beim Lesen der Beiträge dieser Ausgabe!

 

Hier gehts zum Inhaltsverzeichnis, zum Editorial und zum PDF des gesamten Heftes. Das Titelblatt der Ausgabe kann als Poster heruntergeladen werden.


 
Veröffentlicht: 2015-11-17
 
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