Die Chaostage 1995 als politisches Spektakel. Medialität und Materialität urbaner riots

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Yannick Kalff
Katharina Warda

Abstract

Vor 20 Jahren erschütterten die Chaostage die Messestadt Hannover. In den bis dato schwersten Auseinandersetzungen der bundesdeutschen Nachtkriegsgeschichte, brachte eine subkulturelle Strömung aus Punks, Skinheads und anderen, die Ordnungsvorstellung der bürgerlichen Gesellschaft ins Wanken. Die Chaostage heute noch einmal als riot zu betrachten, öffnet den Blick auf ihre materielle und mediale Wirkung. Dabei wird deutlich, wie eine Unruhe Sinnzusammenbrüche der lebensweltlich erfahrbaren sozialen Ordnung verursacht. Diese Sinnentleerung motivierte infolge der Chaostage 1995 eine mediale Mobilmachung, um neuen Sinn zuzuschreiben und zu verstehen, was auf der Straße faktisch passiert war. Der riot wurde dabei mit seiner eigenen Spektakularität konfrontiert, er wurde fremddefiniert und somit den Beteiligten eine eigene Darlegung ihres Handelns verwehrt. Die Punks griffen diesen Punkt auf und hielten der medialen Hysterie ihr karnevaleskes Zerrbild entgegen.

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Zitationsvorschlag
Kalff, Y. und Warda, K. (2016) „Die Chaostage 1995 als politisches Spektakel. Medialität und Materialität urbaner riots“, sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung, 4(1), S. 91-110. doi: 10.36900/suburban.v4i1.224.
Rubrik
Aufsätze