Vorabveröffentlichung

Call for Papers: Die Natur der Stadt. Urbane politische Ökologien

Veröffentlicht am 01.11.2018

Diskussionen um Klimawandel, Nachhaltigkeit und Umweltgerechtigkeit adressieren zunehmend auch Fragen von Stadt und Urbanisierung. So gelten Städte als besonders gefährdete Orte angesichts extremer Wettereignisse oder steigender Meeresspiegel, denen gegenüber sie resilient gemacht werden müssen; Smart Cities formulieren ein technologisches bzw. technokratisches Versprechen auf einen effizienten Einsatz von Ressourcen; Momente eines grünen Kapitalismus‘ werden mit Imaginationen von Stadt, Urbanisierung und Urbanität verbunden. Und auch emanzipatorische Bewegungen, Diskussionen um De-Growth, Recht auf Stadt oder Urban Gardening, rücken das Verhältnis von Stadt und Ökologie ins Zentrum.

Anders als so manche Diskussion zur ‚Grünen Stadt‘ interessieren uns die mit der ökologischen Perspektive verbundenen gesellschaftstheoretischen Fragen und eine damit verbundene Kapitalismus- und Neoliberalismuskritik, also eine grundsätzliche Kritik am Primat der Ökonomie vor sozialen und ökologischen Aspekten sowie eine Kritik an der Dichotomisierung von ‚Natur‘ und ‚Gesellschaft‘. Nicht zuletzt geht es dabei auch um Fragen nach Klimagerechtigkeit im Zusammenhang sozialer Differenzen und globaler Ungleichheit und Möglichkeiten einer solidarischen politischen Ökologie des Städtischen.

 

 


Vorabveröffentlichung: Hypergespaltene Städte und die ‚unmoralischen‘ Superreichen

Veröffentlicht am 29.10.2018

Mit dieser Vorabveröffentlichung des Textes „Hypergespaltene Städte und die ‚unmoralischen‘ Superreichen“ wollen wir Lust auf unser nächstes Themenheft „Stadt von oben“ machen, das im November erscheinen wird. Der Text von Ray Forrest, Sin Yee Koh und Bart Wissink gibt einen Einblick in die international lebhafte Debatte zum Einfluss von Superreichen auf die Stadtentwicklung. Um diese auch für den deutschen Kontext fruchtbar zu machen, haben wir ihn als Aufschlag zu einer Debatte genutzt und konnten Susanne Heeg, Laura Calbet i Elias, Anna-Lisa Müller und Michael Hartmann für Kommentare gewinnen. Der Aufsatz ist 2017 zuerst als abschließendes Kapitel im englischsprachigen Sammelband "Cities and the Super-Rich: Real Estate, Elite Practices and Urban Political Economies" im Verlag Palgrave Macmillan erschienen. Wir haben ihn eigens für dieses Heft übersetzen lassen, so dass er hier ganz neu auf Deutsch erscheint.

Wer jetzt Lust bekommen hat, mehr zum Thema zu lesen, kann sich schon mal auf unser nächstes Heft freuen. Im Themenschwerpunkt „Stadt von oben“ werden wir unter anderem Aufsätze zum Einfluss von multinationalen Unternehmen der extraktiven Industrie auf die Stadtentwicklung in chilenischen Städten veröffentlichen, zu informellen Planungsprozessen von oben und von unten in Kabul, zur Performanz einer männlichen und weißen Elite in der Finanzwelt und zur Einführung des New Public Managements in Deutschland. Im Magazinteil erwarten euch eine Reportage über den Versuch, Potsdam wieder „great“ zu machen, und ein Beitrag über den Einfluss von Unternehmensberatungen auf die Stadtentwicklung. Neben den Beiträgen zum Themenschwerpunkt wird das Heft auch viele andere spannende Beiträge enthalten.

 Hier geht es zum Text


Neuigkeiten aus der Redaktion: Stellenausschreibung

Veröffentlicht am 18.10.2018

Die ehrenamtlich und im Kollektiv arbeitende Redaktion der Open Access Zeitschrift sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung schreibt eine Stelle für eine_n Wissenschaftliche_n Mitarbeiter_in aus. Die Stelle ist in Teilzeit mit bis zu 60 % der regelmäßigen Arbeitszeit einer Vollbeschäftigung zu besetzen und zunächst auf 3 Jahre befristet. Die Vergütung erfolgt nach TV-L 13. Die Stelle wird im Rahmen des DFG-Schwerpunkts „Literatur- und Informationssysteme“ gefördert und ist an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg angebunden.


Vorabveröffentlichung: Für eine wirklich soziale Wohnungspolitik. Wissenschaftler_innen fordern Schutz der Bestandsmieten, Gemeinnützigkeit und Demokratisierung

Veröffentlicht am 18.09.2018

Wohnen ist die neue soziale Frage, und sie wird allerorts heiß diskutiert. Der wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) hat ein Gutachten mit dem Titel „Soziale Wohnungspolitik“ veröffentlicht, das fordert, den sozialen Wohnungsbau und die Mietpreisbremse abzuschaffen (BMWi 2018). Diese Diskussion nehmen wir, Wissenschaftler_innen aus unterschiedlichen Disziplinen, die zum Thema Wohnen und Stadtentwicklung forschen, zum Anlass, die Forderungen des Gutachtens des wissenschaftlichen Beirats des BMWi entschieden zurückzuweisen. Die Versorgung mit Wohnraum ist eine wesentliche Aufgabe des Wohlfahrtsstaats. Wird das Wohnen für einen wachsenden Teil der Bevölkerung unbezahlbar, fördert dies gesellschaftliche und sozialräumliche Spaltung und bedroht letztlich auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der hier vorabveröffentlichte Debattenbeitrag erscheint auch in der nächsten Ausgabe von s u b \ u r b a n.


Veranstaltung: Stadt von rechts?

Veröffentlicht am 16.09.2018

Wir freuen uns euch auf zwei Veranstaltungen aufmerksam machen zu können, die wir zusammen mit der Initiative "Stadt von Unten" im Rahmen des diesjährigen Urbanize!-Festivals organisieren. Das Festival wird von der Zeitschrift dérive gemeinsam mit Berliner sozialen Bewegungen vom 5. bis 14. Oktober 2018 in Berlin veranstaltet.

Dass rechte Strömungen, Parteien und Bewegungen nicht allein ein Problem ländlicher Gebiete sind, sondern auch in Städten auftreten, ist kein völlig neues Phänomen in Deutschland. Der Zulauf des autoritären Populismus bringt es aber mit sich, dass Städte nicht mehr nur als Orte der Zusammenkunft und Sichtbarmachung rechter Bewegungen fungieren, sondern selbst verstärkt Anliegen rechter Politik geworden sind. Diesem Thema nehmen wir uns in einer Podiumsdiskussion und einem Workshop am Samstag, 6. Oktober, an.

Die Podiumdiskussion wird Einblicke in die Bedingungen einer rechten Stadtpolitik geben und der Frage nachgehen, welche rechten Strategien stadtpolitisch bereits existieren. Der nachfolgende Workshop in Kooperation mit den Stammtischkämpfer*innen knüpft an die Praxis des Alltags an und gibt euch die Möglichkeit, eigene Strategien gegen rechte Äußerungen und Einflussnahmen im städtischen Alltag und politischen Zusammenhängen zu erarbeiten.

Samstag, 6. Oktober 2018, Helle Panke, Kopenhagener Straße 76 (Hinterhaus), Berlin

Podiumsdiskussion "Stadt von rechts? Versuche rechter Einflussnahme auf städtischen Alltag und Politik"
von 15:00-16:30 Uhr
Luzia Sievi (Uni Tübingen)
Paul Zschocke (Frankfurt)
Aktivist*in der Northeast Antifa (NEA) (Berlin)
Heiko Koch

Workshop mit den Stammtischkämpfer*innen
von 17:00-18:30 Uhr

Hier geht es zur Facebook-Veranstaltung und hier lässt sich bald das gesamte Programm des Urbanize! einsehen.

 


Veröffentlichung: Band 6, Heft 1 online!

Veröffentlicht am 22.05.2018

suburban_2018-Band_6_Heft_1-vorderseite.Eine neue Ausgabe von  s u b \ u r b a n ist erschienen. Das offene Heft versammelt vier Aufsätze, drei Debattenbeiträge, zwei Magazinbeiträge und Rezensionen. In einigen Fällen werden Diskussionen aus vorherigen s u b \ u r b a n-Ausgaben aufgenommen und weitergeführt. Das freut uns besonders, da wir unser Projekt immer mit dem Ziel verfolgen, einen Raum für (auch kontroverse) Debatten bereitzustellen. Verhandelt wird dabei – explizit oder implizit – stets die Frage, was kritische Stadtforschung ist oder was sie sein sollte.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis  des Heftes. Das Titelblatt der Ausgabe kann als Poster heruntergeladen werden.

 

 

 

 


Call for Papers: Stadt von rechts?

Veröffentlicht am 04.03.2018

In den letzten Jahren ist eine Welle von Protest zu beobachten, der den Stillstand der etablierten Politik beklagt und mehr Bürgerbeteiligung einfordert, diesen Anspruch auf Teilhabe aber unter autoritäre und exkludierende Vorzeichen stellt. Tatsächlich geben postdemokratische Tendenzen bei der Bewältigung der globalen Finanz- und Eurokrise und die Beschränkung politischer Akteur*innen auf das Management vermeintlicher Sachzwänge Anlass, die Responsivität der Politik infrage zu stellen. In der Folge hat sich ein politischer Raum geöffnet, der zunehmend von Bewegungen und Parteien der Neuen Rechten ausgefüllt wird. Konstellationen der Entfremdung der Politik von den Bürger*innen sind auch hinsichtlich der Stadtentwicklung zu beobachten, etwa in den Auseinandersetzungen um die lokale Aufnahme und Integration Geflüchteter, die Regulierung des Wohnungsmarktes oder die Umsetzung von Großprojekten. Es ist bisher noch wenig erforscht, inwiefern diese und andere städtische Konflikte an grundlegende Erwartungen, Ansprüche und Bedürfnisse von Stadtbewohner*innen rühren, so dass die Neue Rechte hier ein Mobilisierungspotenzial findet. Der Schwerpunkt „Stadt von rechts?“ soll dazu beitragen, das Verhältnis von Urbanität und neurechten bzw. rechtspopulistischen Bewegungen genauer zu untersuchen.

 


Veröffentlichung: Band 5, Heft 3 „Stadt der Reproduktion“ online!

Veröffentlicht am 18.11.2017

titel_web_B5H3_392px_icon_small2.jpgDie neue Ausgabe von  s u b \ u r b a n ist erschienen: Der Themenschwerpunkt „Stadt der Reproduktion“ blickt auf die Verschränkung unterschiedlicher Krisendynamiken wie Gentrifizierung, Finanzialisierung und Ökonomisierung mit gesellschaftlicher Reproduktion und ihrer Prekarisierung sowie auf das minorisierte Arbeiten und Raum-Machen von Frauen, Migrant_innen, Queers und rassifizierten Menschen. Unsere Beiträge diskutieren etwa die Aushandlung gemeinschaftlicher Fürsorge, räumliche Ungleichheitseffekte des Elterngeldes oder reflektieren die Universität als Ort der Reproduktion. Wir freuen uns auch, dass wir für die Debatte eine Reihe von Autorinnen gewinnen konnten, die mit Dolores Hayden ihren Text zur „nicht-sexistischen Stadt“ von 1980 diskutieren, den wir erstmals in einer ungekürzten Übersetzung veröffentlichen.

Neben den thematischen Beiträgen versammelt die Ausgabe wie immer auch weitere Debatten- und Magazinbeiträge, die Replik Loïc Wacquants auf die Debatte des letzten Heftes, Veranstaltungsberichte und Diskussionen zum Kongress „Fearless City“ und zur documenta14, sowie einige Rezensionen.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen der Beiträge dieser Ausgabe!

Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis und zum PDF des gesamten Heftes. Das Titelblatt der Ausgabe kann als Poster heruntergeladen werden.


Vorabveröffentlichung: Keine Angst vor Alternativen. Ein neuer Munizipalismus. Kongressbericht

Veröffentlicht am 18.10.2017

Die Idee eines neuen Munizipalismus wird in den linken sozialen Bewegungen Europas und darüber hinaus breit diskutiert. Munizipalistische Bewegungen streben es an, kommunale Regierungen zu übernehmen oder zu beeinflussen, um lokale Institutionen (wieder) gemeinwohlorientiert auszurichten, ein neues Verhältnis zwischen kommunalen Regierungen und sozialen Bewegungen zu schaffen und so die Art wie Politik gestaltet wird von unten her zu demokratisieren und institutionelle Rahmenbedingungen zu verändern. Sie entstehen in Reaktion auf die aktuelle ökonomische und politische Krise – ebenso wie neue rechte und rechtspopulistische Bewegungen, als deren Gegenpart sie sich verstehen. Mit Mut und konkreten Utopien will man der multiplen städtischen Krise begegnen, statt mit Angst und Angstmacherei wie rechte Bewegungen. Deshalb trafen sich im Juni 2017 über 600 Vertreter_innen dieser munizipalistischen Bewegungen auf Einladung Barcelona en Comús.  Der hier vorabveröffentlichte Kongressbericht erscheint auch in der nächsten Ausgabe von s u b \ u r b a n.


Call for Papers: Stadt von oben

Veröffentlicht am 27.09.2017

Der Themenschwerpunkt „Stadt von oben“ fragt nach den Akteuren und Mechanismen hegemonialer Raumproduktion, nach städtischen Eliten und nach Orten der Macht und Exklusivität in Städten.

Die interdisziplinäre Stadtforschung hat sich seit ihren Anfängen primär jenen sozialen Gruppen gewidmet, die von den materiellen und sozialen Ressourcen der städtischen Ökonomie und den Verheißungen von Stadt und Urbanität ausgeschlossen wurden. Bis heute nimmt sie die Prozesse, Dynamiken und Strukturen dieses Ausschlusses in den Blick und skandalisiert sie oftmals. Ein solcher Fokus auf die Marginalisierten, auf Marginalisierung und auf das Dezentrale hat seine theoretische, politische und empirische Berechtigung und ist wesentliches Moment kritischer Wissenschaft.

Als Orte, an denen sich die gesellschaftlichen Widersprüche materialisieren, sind Städte aber zugleich und notwendigerweise auch Räume der Eliten und der Macht. Hinter den Strukturen und Mechanismen von Unterdrückung, Ausbeutung und Marginalisierung stehen die Interessen und gesellschafspolitische Positionen bestimmter, stabiler oder sich wandelnder Konstellationen mächtiger Akteure, Netzwerke und Gruppen. Besonders die Rolle ökonomisch und politisch mächtiger Akteure in Raumproduktionen wird bisher kaum untersucht.