Bd. 7 Nr. 1/2 (2019): Stadt von rechts?

Call for Papers: Kritische Perspektiven auf Stadt und Digitalisierung

Veröffentlicht am 14.06.2019

Die derzeitige Rede von der „digitalen Revolution“, der „digitalen Gesellschaft“ oder dem „digitalen Kapitalismus“ schlägt sich auch in Diskussionen um Stadt nieder. „Smart Cities“, „Informational Cities“ oder „Cyber Cities“ gelten als Trends der Stadtentwicklung; zahlreiche Alltagserfahrungen werden einer „Digitalisierung“ unterworfen und digitale Technologien schreiben sich in die Regierung des städtischen Raums ein. Die Beispiele dafür umfassen „Smart Homes“ und „smarte“ Straßenbeleuchtungen und Verkehrsinfrastrukturen, Gesichtserkennung an Bahnhöfen, Apps zur Bewertung städtischer Orte und Dienstleitungen, digitale Sharing-Angebote, nachbarschaftsbezogene soziale Netzwerke, die sogenannte „Gig-Economy“, die Überlagerung von virtueller und realer Welt in einer „Augmented Reality“ bis hin zu digital vernetzten Infrastrukturen. Zu den Versprechen der Digitalisierung gehören eine zunehmende Demokratisierung durch neue Möglichkeiten der Partizipation und des Dialogs, eine höhere Effizienz durch geringere Kommunikations- und Transaktionskosten und damit ein Beitrag zu einer ökologisch nachhaltigen Stadt sowie eine immer stärker zielgerichtete, da individualisierte Steuerung und Produktion. Diesen stehen Bedenken hinsichtlich einer immer weiter fortschreitenden Ökonomisierung sowie der ökonomischen Interessen, die hinter dieser Entwicklung stehen, aber auch bezüglich der Überwachung und zunehmenden Erschöpfung der individuellen und natürlichen Ressourcen gegenüber. Nicht zuletzt erscheinen bei der Suche nach Forschungsgeldern die Themen Digitalisierung und Stadt eine vielversprechende Kombination zu sein. Die Digitalisierung schlägt dabei auch auf die Methoden der Stadtforschung durch: Erst durch hohe Rechenleistung und big spatial data sind manche Analysen möglich, soziale Medien verändern das Quellenmaterial und crowd research die Rolle der_des Wissenschaftler_in.


Veröffentlichung: Band 7, Heft 1/2 „Stadt von rechts?“ online!

Veröffentlicht am 16.05.2019

titel_web_B7H1-2_392px_icon_small1.jpgEine neue Ausgabe von s u b \ u r b a n ist erschienen. Die Großstädte sind liberal, die Dörfer rechts – auf diesen simplen Nenner scheint man in den öffentlichen Debatten immer wieder zu kommen, wenn die räumlichen Dimensionen des aktuellen Rechtsrucks in den Blick genommen werden. Dass dies nicht nur unterkomplex ist, sondern diese ignorante und reduktionistische Verräumlichung insbesondere für marginalisierte städtische Bevölkerungsgruppen hochgefährlich sein kann, zeigt der Themenschwerpunkt „Stadt von rechts?“ dieses Hefts. Die insgesamt 21 Aufsätze, Magazin- und Debattenbeiträge sowie Rezensionen verdeutlichen eindringlich die Strategien und Dynamiken der städtischen Raumnahme rechter Gruppierungen und diskutieren auch, vor welchen Herausforderungen ihre kritische Beforschung steht. 

Herausgegeben wird der Schwerpunkt von Tobias Bernet, Peter Bescherer und Robert Feustel gemeinsam mit den Redaktionsmitgliedern Kristine Beurskens und Boris Michel. Neben dem Themenschwerpunkt versammelt die Ausgabe auch andere spannende Beiträge. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis und zum PDF des gesamten Heftes. Das Titelblatt der Ausgabe kann als Poster heruntergeladen werden.


Veranstaltung: Release-Abend „Stadt von rechts?“, 30. Mai, Leipzig

Veröffentlicht am 15.05.2019

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Anlässlich der Veröffentlichung des neuen Heftes „Stadt von rechts?“ möchten euch s u b \ u r b a n und die Gastredaktion des Themenschwerpunkts, Tobias Bernet, Peter Bescherer und Robert Feustel, ganz herzlich am Donnerstag, den 30. Mai 2019, ab 19:00 zu einem Releaseabend im hinZundkunZ in Leipzig (Georg-Schwarz-Str. 9) einladen.

Der Themenschwerpunkt, der in den kommenden Tagen erscheint, versammelt viele spannende Beiträge zu Strategien und Dynamiken der städtischen Raumnahme rechter Gruppierungen und diskutieren auch, vor welchen Herausforderungen ihre kritische Beforschung steht. 

 Viele dieser Aspekte sind in Leipzig und Sachsen besonders virulent; deshalb (und weil die Gastherausgeber hier zuhause sind) wollen wir hier das Erscheinen des Heftes feiern.

 

Wir starten mit einer Diskussionsrunde, bei der Autor*innen und Herausgeber*innen die Inhalte des Heftes vorstellen und mit den Anwesenden ins Gespräch kommen.
Dazu gibt es Getränke und danach ein wenig Musik mit DJ Standa Novak – architecture & morality [slow synth].

Wir freuen uns auf euer Kommen!


Call for Papers: Wie können wir die Stadt wissen?

Veröffentlicht am 19.02.2019

Methoden und Erkenntniswege kritischer Stadtforschung

Methoden sind nicht einfach nur das „Handwerkszeug“ unserer Forschung. Im Gegenteil, jede grundlegende Debatte – man denke nur an die Diskussionen rund um „planetary urbanization“ oder um die These von der „Eigenlogik“ – zeigt, wie stark Theorien, Methodologien und Methoden miteinander verwoben sind. Sie legen Möglichkeiten, Perspektiven und Wege offen oder verschließen sie. Bewährte Methoden wie Befragung, Interview oder Ethnographie mögen neue theoretische Perspektiven zutage fördern; zugleich kann das, was theoretisch vielversprechend klingt, methodisch zur enormen Herausforderung werden, wenn vielfältige Verflechtungen, Relationen und Situiertheiten in den Blick genommen werden sollen.

Die Art, wie wir „Stadt“ versuchen zu sehen und zu verstehen, wie wir uns dabei positionieren, welche Perspektiven wir einnehmen und welche Interaktionen wir eingehen, hat unmittelbare Konsequenzen dafür, welches Wissen wir über Städte und urbane Entwicklungen herstellen.


Neuigkeiten aus der Redaktion: Redaktionserweiterung!

Veröffentlicht am 18.02.2019

Einige werden unsere Ausschreibung einer DFG-finanzierte Stelle für unser Redaktionssekretariat im Herbst mitbekommen haben: s u b \ u r b a n wird jetzt wieder über einen Zeitraum von drei Jahren von der DFG unterstützt. Diesmal erhalten wir Fördermittel im Bereich „Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme (LIS)“. Wir freuen uns sehr!

Ganz besonders freuen wir uns, euch mitteilen zu können, dass wir Michael Keizers für diese Stelle gewinnen konnten. Michael ist Geograph und bringt viel Erfahrung im digitalen Publikationswesen mit. Seit Februar unterstützt er die Redaktion in diversen Arbeitsfeldern. Wir werden in den nächsten Monaten gemeinsam an einem schickeren Online-Auftritt, dynamischeren und vielfältigeren digitalen Publikationsformaten, einer stärkeren Präsenz von s u b \ u r b a n bei Konferenzen und einer Verbesserung der internen Abläufe basteln.


Call for Papers: Rezensions-Call!

Veröffentlicht am 18.02.2019

Um unsere Rubrik Rezensionen weiter auszubauen, freuen wir uns jederzeit über Einreichungen. Wie ihr wisst, ist es uns ein Anliegen, mit Einzel- oder Sammelrezensionen einen Blick in aktuell relevante Debatten der kritischen Stadtforschung zu werfen. Idealerweise bieten Rezensionen nicht nur eine Zusammenfassung einer Publikation, sondern auch eine Einordnung dieser in wissenschaftliche und/oder politische Kontroversen. Das Rezensions-Format kann also durchaus kreativ ausgelegt werden.

Hier geht es zu der Liste der Rezensionsvorschläge.

Die Bücher können unter dem Hinweis einer Rezension für s u b \ u r b a n direkt bei den Verlagen angefordert werden. Bitte meldet euch, wenn ihr eine Rezension übernehmen wollt. Bei Fragen stehen wir gerne unter info@zeitschrift-suburban.de zur Verfügung.


Veröffentlichung: Band 6, Heft 2/3 „Stadt von oben“ online!

Veröffentlicht am 27.11.2018

Bd6_H2-3_Titel_gross.jpgEine neue Ausgabe von s u b \ u r b a n ist erschienen. Die Beiträge des Themenschwerpunkts „Stadt von oben“ beleuchten Akteure und Mechanismen hegemonialer Raumproduktion anhand der Stadtentwicklung in Kabul, der Raumproduktion globaler Finanzeliten, der Rolle extraktiver Industrien in der Stadtentwicklung in Chile, der Verwaltung der unternehmerischen Stadt, dem Einfluss von Unternehmensberatungen auf städtische Politik und der Rolle des Städtebaus in Potsdam. Auf die Debatte zum Themenschwerpunkt zu Superreichen in Städten haben wir euch ja mit einer Vorveröffentlichung schon einen Vorgeschmack gegeben. Daneben versammelt das Heft eine ganze Reihe weiterer spannender Beiträge, zum Beispiel eine Debatte zum Thema ‚1968 und die Kritik der Stadt‘.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis und zum PDF des gesamten Heftes. Das Titelblatt der Ausgabe kann als Poster heruntergeladen werden.


Call for Papers: Die Natur der Stadt. Urbane politische Ökologien

Veröffentlicht am 01.11.2018

Diskussionen um Klimawandel, Nachhaltigkeit und Umweltgerechtigkeit adressieren zunehmend auch Fragen von Stadt und Urbanisierung. So gelten Städte als besonders gefährdete Orte angesichts extremer Wettereignisse oder steigender Meeresspiegel, denen gegenüber sie resilient gemacht werden müssen; Smart Cities formulieren ein technologisches bzw. technokratisches Versprechen auf einen effizienten Einsatz von Ressourcen; Momente eines grünen Kapitalismus‘ werden mit Imaginationen von Stadt, Urbanisierung und Urbanität verbunden. Und auch emanzipatorische Bewegungen, Diskussionen um De-Growth, Recht auf Stadt oder Urban Gardening, rücken das Verhältnis von Stadt und Ökologie ins Zentrum.

Anders als so manche Diskussion zur ‚Grünen Stadt‘ interessieren uns die mit der ökologischen Perspektive verbundenen gesellschaftstheoretischen Fragen und eine damit verbundene Kapitalismus- und Neoliberalismuskritik, also eine grundsätzliche Kritik am Primat der Ökonomie vor sozialen und ökologischen Aspekten sowie eine Kritik an der Dichotomisierung von ‚Natur‘ und ‚Gesellschaft‘. Nicht zuletzt geht es dabei auch um Fragen nach Klimagerechtigkeit im Zusammenhang sozialer Differenzen und globaler Ungleichheit und Möglichkeiten einer solidarischen politischen Ökologie des Städtischen.


Vorabveröffentlichung: Hypergespaltene Städte und die ‚unmoralischen‘ Superreichen

Veröffentlicht am 29.10.2018

Mit dieser Vorabveröffentlichung des Textes „Hypergespaltene Städte und die ‚unmoralischen‘ Superreichen“ wollen wir Lust auf unser nächstes Themenheft „Stadt von oben“ machen, das im November erscheinen wird. Der Text von Ray Forrest, Sin Yee Koh und Bart Wissink gibt einen Einblick in die international lebhafte Debatte zum Einfluss von Superreichen auf die Stadtentwicklung. Um diese auch für den deutschen Kontext fruchtbar zu machen, haben wir ihn als Aufschlag zu einer Debatte genutzt und konnten Susanne Heeg, Laura Calbet i Elias, Anna-Lisa Müller und Michael Hartmann für Kommentare gewinnen. Der Aufsatz ist 2017 zuerst als abschließendes Kapitel im englischsprachigen Sammelband "Cities and the Super-Rich: Real Estate, Elite Practices and Urban Political Economies" im Verlag Palgrave Macmillan erschienen. Wir haben ihn eigens für dieses Heft übersetzen lassen, so dass er hier ganz neu auf Deutsch erscheint.

Wer jetzt Lust bekommen hat, mehr zum Thema zu lesen, kann sich schon mal auf unser nächstes Heft freuen. Im Themenschwerpunkt „Stadt von oben“ werden wir unter anderem Aufsätze zum Einfluss von multinationalen Unternehmen der extraktiven Industrie auf die Stadtentwicklung in chilenischen Städten veröffentlichen, zu informellen Planungsprozessen von oben und von unten in Kabul, zur Performanz einer männlichen und weißen Elite in der Finanzwelt und zur Einführung des New Public Managements in Deutschland. Im Magazinteil erwarten euch eine Reportage über den Versuch, Potsdam wieder „great“ zu machen, und ein Beitrag über den Einfluss von Unternehmensberatungen auf die Stadtentwicklung. Neben den Beiträgen zum Themenschwerpunkt wird das Heft auch viele andere spannende Beiträge enthalten.

 Hier geht es zum Text


Neuigkeiten aus der Redaktion: Stellenausschreibung

Veröffentlicht am 18.10.2018

Die ehrenamtlich und im Kollektiv arbeitende Redaktion der Open Access Zeitschrift sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung schreibt eine Stelle für eine_n Wissenschaftliche_n Mitarbeiter_in aus. Die Stelle ist in Teilzeit mit bis zu 60 % der regelmäßigen Arbeitszeit einer Vollbeschäftigung zu besetzen und zunächst auf 3 Jahre befristet. Die Vergütung erfolgt nach TV-L 13. Die Stelle wird im Rahmen des DFG-Schwerpunkts „Literatur- und Informationssysteme“ gefördert und ist an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg angebunden.