Liebe Leser*innen,

Ihr habt es vielleicht noch nicht mitbekommen: Diese Woche fand die internationale Open Access Week statt. Dies ist ein Thema, das uns als Open Access-Zeitschrift am Herzen liegt. Wir nutzen die Gelegenheit, um Euch zu erläutern, warum wir Open Access in der Wissenschaft so wichtig finden und wie das bei uns funktioniert.

Wissenschaftler*innen sind an kollektiver Wissensproduktion beteiligt, viele sind dabei durch öffentliche Mittel finanziert. Da auch das System der Wissensproduktion und -distribution längst zu einem Teil kapitalistischer Verwertung geworden ist, haben einige große Verlage die Nutzung von Wissen zu ihrem äußert lukrativen Geschäftsmodell gemacht. Die öffentliche Hand finanziert dies gleich doppelt: 1., indem sie die Wissenschaftler*innen bezahlt, die das Wissen produzieren, die Zeitschriften administrieren und herausgeben und die Beiträge begutachten und Qualitätsstandards etablieren, und 2., indem sie auch noch die hohen Lizenzgebühren für den Zugriff der (Universitäts-)Bibliotheken auf diesen kollektiven Schatz zahlt.

Aus unserer Sicht muss und sollte das nicht so sein: Mit einem echten Open Access, dem freien Zugang für alle und damit der Teilhabemöglichkeit an publizierten Erkenntnissen und deren Weiterverwendung, beteiligt sich auch sub\urban am Aufbau eines alternativen Systems. Dies funktioniert nur, wenn genügend Autor*innen in der Zeitschrift publizieren und mit ihrer Anerkennung und ihrem Renommee im Feld die Zeitschrift bekannt machen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle unsere Autor*innen dafür.

Und wie funktioniert das Ganze in finanzieller Hinsicht? Wie bei den meisten Zeitschriften arbeitet die Redaktion ehrenamtlich bzw. als Teil ihres Berufes als Wissenschaftler*innen an der inhaltlichen Gestaltung und Organisation der Zeitschrift. Zur Unterstützung haben wir erfolgreich eine befristet bezahlte Sekretariatsstelle bei der DFG beantragt; außerdem bezahlen wir die Arbeiten für Lektorat und Satz. Früh haben wir uns als Open Access-Zeitschrift dazu entschieden, unsere Kosten nicht durch den Verkauf der Zeitschrift zu decken, und haben nach anderen Wegen gesucht:

Erhebung von Publikationsgebühren: Wenn unsere Autor*innen über ihre Institutionen auf Open Access-Fonds zugreifen können, erheben wir eine Gebühr. Wenn nicht, werden diese Gebühren erlassen. So können auch Menschen ohne institutionelle Anbindung, zum Beispiel aus sozialen Bewegungen, bei uns veröffentlichen.

Institutionelle Vereinbarungen mit einzelnen Universitätsbibliotheken: Zur Finanzierung von Publikationsgebühren erhalten wir jährlich einen Pauschalbetrag; dadurch erheben wir bei den Mitgliedern dieser Institution keine Publikationsgebühren.

Fördermitgliedschaften: Auch Ihr, liebe Leser*innen, tragt nicht unwesentlich zur Finanzierung von sub\urban bei, indem ihr Fördermitgliedschaften abgeschlossen habt. Danke!

Das heißt, dass Open Access-Publizieren auch in Zukunft Eure Unterstützung braucht:

Viele offene Grüße,

die Redaktion von sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung