Nihil sub sole novum – Nichts Neues unter der Sonne. Kommentar zu Dolores Haydens „Wie könnte eine nicht-sexistische Stadt aussehen?“ (1981)

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Dörte Kuhlmann
Abstract

Haydens Lösungsvorschläge beziehen sich auf Umnutzungen von bestehenden Siedlungen und Wohnquartieren, indem private Flächen kollektiviert werden. Damit setzt sie die Argumentation ihres Buches The Grand Domestic Revolution (1981) fort. Die politische Dimension erschwerte zahlreiche frauengerechte Wohnprojekte des 20. Jahrhunderts. Auch die Idealvorstellungen haben sich seit den 1950er-Jahren kaum geändert: Das eigene Haus im Grünen scheint nach wie vor das kollektive Vorbild zu sein. Die Folge ist eine steigende Privatverschuldung der Haushalte. Die Ursachen der fehlgelaufenen urbanen Entwicklung – Zersiedelung der Landschaft, weite Wege, Sozial- und Alltagsuntauglichkeit – dürften vor allem im gesellschaftspolitischen Umfeld liegen. Eine nicht-sexistische Stadt kann nur in einer nicht-sexistischen Gesellschaft funktionieren, die kollektive Werte und soziale Verantwortung schätzt.

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