Das Modell Barcelona – Partizipation, Protest und Postpolitik

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Catarina Gomes de Matos

Abstract

Das ‚Modell Barcelona‘ steht für eine Stadtplanung, bei der unterschiedliche Akteur_innen vermeintlich vorbildlich in Entscheidungs- und Entwicklungsprozesse einbezogen sind. Die heutigen formellen Beteiligungsformen werden dabei meist als in der Tradition der nachbarschaftlichen Proteste in den 1970er Jahren stehend gesehen und die zunehmende Formalisierung von Bürger_innenbeteiligung wird als Prozess der Demokratisierung verstanden. In meinem Beitrag wird der Zusammenhang zwischen partizipativen Verfahren und Demokratie grundlegend hinterfragt und dem traditionellen Demokratiebegriff ein emanzipatorisches Verständnis von Demokratie gegenübergestellt, das sich an Theorien der poststrukturalistischen politischen Philosophie orientiert. Anhand einer empirischen Fallstudie zum aktuellen Widerstand gegen den Umbau des Hafengebiets Port Vell in Barcelona wird gezeigt, inwiefern formale Partizipationsmöglichkeiten die Teilhabe der Bevölkerung nicht nur nicht unterstützen, sondern letztlich einschränken oder verhindern. Abschließend wird diskutiert, ob nicht formalisierte Proteste eine Alternative zu formellen Partizipationsverfahren darstellen können.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag
Gomes de Matos, C. (2013) „Das Modell Barcelona – Partizipation, Protest und Postpolitik“, sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung, 1(2), S. 121-140. doi: 10.36900/suburban.v1i2.99.
Rubrik
Aufsätze
Autor/innen-Biografie

Catarina Gomes de Matos

Catarina Gomes de Matos ist Soziologin und Stadtgeografin und beschäftigt sich mit urbanen Konflikten und Protesten. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie in Freiburg.

Dank gilt der Baden-Württemberg Stiftung für die finanzielle Unterstützung der Forschungsarbeit im Rahmen des Programms für Post-Doktorand_innen und Post-Doktoranden (Projektleitung: Samuel Mössner) und dem DAAD für seine Förderung des Auslandsaufenthalts.