Rapper vs. Polizei? Zu einem ,französischen Verhältnisʼ

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Andreas Tijé-Dra
Abstract

Der französischen Rap-Musik und ihren Protagonisten wird seit nunmehr fast 20 Jahren vorgeworfen, in ihrer Rolle als 'Repräsentanten' marginalisierter Jugendlicher einer 'Krise der Vorstädte' Vorschub zu leisten. Mit ihren Praktiken würden sie besonders Feindseligkeiten gegenüber den staatlichen Sicherheitskräften fördern und somit zu Unsicherheit und Aufständen in den stigmatisierten Banlieues beitragen. Inzwischen leiten das Innenministerium oder die Polizeigewerkschaften regelmäßig Strafverfahren gegen einzelne Künstler ein. Die Rapper wiederum rechtfertigen ihre Kritik an der Polizei mit einem Verweis auf die zahlreichen unaufgeklärten Todesfälle im Zuge der massenhaften Polizeikontrollen und -einsätze in den Banlieues, den unter Sicherheitskräften vorherrschenden Rassismus und den damit einhergehenden Demütigungen. Im Beitrag wird die These aufgestellt, dass dieser Konflikt vor allem auf das strukturelle Problem einer fragmentierten Gesellschaft und einer seit inzwischen mehr als 30 Jahren schwelenden urbanen Krise zurückzuführen ist, in denen beide Fraktionen jeweils für gegensätzliche Positionen stehen.

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