(Über-)Leben auf der Schattenseite des neoliberalen Kapitalismus in den USA. Rezension zu: Alice Goffman (2014): On The Run. Fugitive Life in an American City.

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Philippe Greif
Abstract
Seit 40 Jahren befinden sich die Vereinigten Staaten von Amerika im Krieg gegen Drogen, und das weitgehend erfolglos. Wenngleich die ergriffenen, überwiegend repressiven, Maßnahmen nicht einmal ansatzweise nachhaltig etwas gegen die zerstörerischen Auswirkungen von illegalem Drogenhandel und Drogenkonsum auszurichten vermögen, haben sie für den Alltag vieler Bewohner_innen sozial benachteiligter Stadtviertel US-amerikanischer Großstädte dennoch weitreichende Konsequenzen. Alice Goffmans jüngst erschienene Ethnografie On the Run. Fugitive Life in an American City setzt genau hier an. Insgesamt sechs Jahre hat Goffman in einem sogenannten marginalisierten Viertel von Philadelphia gelebt und während dieser Zeit tiefe Einblicke in den Alltag der dort lebenden Menschen gewonnen. Ergebnis ist eine detailreiche Analyse der destruktiven Auswirkungen einer repressiven Polizeipräsenz auf die alltäglichen sozialen Strukturen und Dynamiken sozial benachteiligter Stadtviertel.

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