Megaevents und favelas. Strategische Interventionen und sozialräumliche Effekte in Rio de Janeiro

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Malte Steinbrink
Daniel Ehebrecht
Christoph Haferburg
Veronika Deffner
Abstract
Häußermann und Siebel konzeptionalisierten 1993 mit der Festivalisierungsthese die stadtpolitische Instrumentalisierung von Großereignissen. Seither haben sich die Events und die theoretische Auseinandersetzung verändert. Hinsichtlich der Megaevents lassen sich derzeit zwei Trends beobachten: 1. der enorme ökonomische wie politische Bedeutungsgewinn der Events und 2. die Events finden immer häufiger im ‚Globalen Süden‘ statt. Dieser Beitrag untersucht die urbanen Bedingungen und Effekte von Megaevents am Beispiel Rio de Janeiros. Der Fokus liegt auf den in zumeist informell organisierten Wohngebieten einkommensschwacher Gruppen, auf den favelas, die sich als besonders sensibles Wirkungsfeld der Festivalisierung erweisen. Im Zuge der Auseinandersetzung mit den urbanen Effekten entwickeln wir eine analytische Perspektive, die sich auf andere Gastgeberstädte im Globalen Süden übertragen lässt. Thematisiert werden exkludierende Strategien und marktimperiale Effekte der Eventvorbereitung. Im Fazit werden diese als anti-social legacy zusammengefasst.

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Rubrik
Aufsätze