Der Refugee District in Belgrad Ein Raum der Nicht-Bewegung zwischen neoliberaler Stadtentwicklung, serbischem Migrationsmanagement und EU-Grenzregime

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Cosima Zita Seichter
Miriam Neßler
Paul Knopf

Abstract

Durch internationale Fluchtbewegungen über die sogenannte Balkanroute bildete sich in Serbiens Hauptstadt Belgrad in den letzten Jahren ein sogenannter Refugee District heraus. Im Kontext von Migration und Flucht werden dabei zahlreiche Spannungsfelder auf unterschiedlichen räumlichen und politischen Ebenen sichtbar. Für Flüchtende kreieren diese eine Situation, die von Stillstand, Ausweglosigkeit, Kontrolle, Gefahr und Verdrängung geprägt ist. Allerdings führen die Vielschichtigkeit und die Diversität unterschiedlicher Akteur*innen, die bezüglich der Situation von Flüchtenden auf der Balkanroute wirkmächtig sind, auch zu Nischen, Widerständigkeiten und der Möglichkeit (neuer) Allianzen. Auf diese Weise entsteht eine kollektive Praktik der Nicht-Bewegung im Widerstand gegen die Unterdrückung und für globale Bewegungsfreiheit.

Artikel-Details

Zitationsvorschlag
Seichter, C. Z., Neßler, M., & Knopf, P. (2021). Der Refugee District in Belgrad: Ein Raum der Nicht-Bewegung zwischen neoliberaler Stadtentwicklung, serbischem Migrationsmanagement und EU-Grenzregime. sub\urban. Zeitschrift für Kritische Stadtforschung, 9(1/2), 225–234. https://doi.org/10.36900/suburban.v9i1/2.622
Rubrik
Magazin
Autor/innen-Biografien

Cosima Zita Seichter

Zita Seichter verortet sich disziplinär zwischen Urbanistik, Regionalentwicklung und Humangeographie und geht Fragen rund um Grenzregime, Transformationen aus postkolonialer Perspektive und kritischer Regionalentwicklung studierend, forschend und aktivistisch nach.

Miriam Neßler

Miriam Neßler beschäftigt sich aktivistisch und forschend mit Migrations- und Grenzregimen, Freiräumen und dem Recht auf Stadt.

Paul Knopf

Paul Knopf forscht mit künstlerischen und architektonischen Methoden zur Ökologie von menschlichen und nicht-menschlichen Akteur*innen im Kontext offener Systeme. Er ordnet sich selbst keiner Disziplin zu.