Bd. 8 Nr. 1/2 (2020): Die Natur der Stadt. Urbane politische Ökologien

Die Logik des Ausbruchs. Formierung von Covid-19 durch Krisenbearbeitungsweisen

2020-11-10

Bild_Titel_für_Mitteilung2.jpg Liebe Leser_innen,

heute möchten wir euch auf eine Vorabveröffentlichung aus dem nächsten Heft informieren. Der Beitrag „Die Logik des Ausbruchs. Formierung von Covid-19 durch Krisenbearbeitungsweisen” von Henning Füller und Iris Dzudzek reiht sich ein in unsere Veröffentlichungen zur Covid-19 Pandemie und ihre gesellschaftlichen Folgen. Die Autor_innen führen mit der kritischen Sozialepidemiologie eine Perspektive ein, die Gesundheit konsequent als soziale Frage diskutiert. Mit Hilfe der Perspektive des worldings verfolgen sie, wie bestimmte Logiken und Regierungsweisen der Krise sich im Moment der Krise materiell entfalten, an Kontexte angepasst werden, sich verändern und dabei ganz konkrete Welten der Krisenbewältigung erschaffen. Unter der Klammer „Logik des Ausbruchs“ zeigen sie die Verschränkung von zwei Momenten – der Klassifikation des Virus als Feind sowie die Bearbeitung von Covid-19 in Form nationaler Sicherheitspolitik –, die richtungsweisend für die gesellschaftliche Interaktion mit dem neuartigen Virus sind. Damit zeigen sie, dass die aktuelle Bearbeitungsweise der Krise eine strukturell voreingestellte, machtgeladene, aber letzten Endes nur eine von vielen anderen möglichen ist und öffnen den Blick für Bedingungen einer solidarischen Politik des Lebens. Der Artikel liefert damit einen Beitrag zu einer Geographie der Gesundheit, die im Sinne einer Sozialepidemiologie zweiter Ordnung nicht nach der Verbreitung und Bekämpfung von Viren und Seuchen fragt, sondern nach den Topologien der Macht, die den Ausbruch strukturieren.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen,

die Redaktion von sub\urban

Kristine Beurskens, Laura Calbet i Elias, Antonia Carbone, Nihad El-Kayed, Nina Gribat, Stefan Höhne, Johanna Hoerning, Jan Hutta, Justin Kadi, Michael Keizers, Yuca Meubrink, Boris Michel, Gala Nettelbladt, Lucas Pohl, Nikolai Roskamm, Nina Schuster, Lisa Vollmer

Open Access – warum ist das so wichtig?

2020-10-23

Liebe Leser*innen,

Ihr habt es vielleicht noch nicht mitbekommen: Diese Woche fand die internationale Open Access Week statt. Dies ist ein Thema, das uns als Open Access-Zeitschrift am Herzen liegt. Wir nutzen die Gelegenheit, um Euch zu erläutern, warum wir Open Access in der Wissenschaft so wichtig finden und wie das bei uns funktioniert.

Wissenschaftler*innen sind an kollektiver Wissensproduktion beteiligt, viele sind dabei durch öffentliche Mittel finanziert. Da auch das System der Wissensproduktion und -distribution längst zu einem Teil kapitalistischer Verwertung geworden ist, haben einige große Verlage die Nutzung von Wissen zu ihrem äußert lukrativen Geschäftsmodell gemacht. Die öffentliche Hand finanziert dies gleich doppelt: 1., indem sie die Wissenschaftler*innen bezahlt, die das Wissen produzieren, die Zeitschriften administrieren und herausgeben und die Beiträge begutachten und Qualitätsstandards etablieren, und 2., indem sie auch noch die hohen Lizenzgebühren für den Zugriff der (Universitäts-)Bibliotheken auf diesen kollektiven Schatz zahlt.

Aus unserer Sicht muss und sollte das nicht so sein: Mit einem echten Open Access, dem freien Zugang für alle und damit der Teilhabemöglichkeit an publizierten Erkenntnissen und deren Weiterverwendung, beteiligt sich auch sub\urban am Aufbau eines alternativen Systems. Dies funktioniert nur, wenn genügend Autor*innen in der Zeitschrift publizieren und mit ihrer Anerkennung und ihrem Renommee im Feld die Zeitschrift bekannt machen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle unsere Autor*innen dafür.

Und wie funktioniert das Ganze in finanzieller Hinsicht? Wie bei den meisten Zeitschriften arbeitet die Redaktion ehrenamtlich bzw. als Teil ihres Berufes als Wissenschaftler*innen an der inhaltlichen Gestaltung und Organisation der Zeitschrift. Zur Unterstützung haben wir erfolgreich eine befristet bezahlte Sekretariatsstelle bei der DFG beantragt; außerdem bezahlen wir die Arbeiten für Lektorat und Satz. Früh haben wir uns als Open Access-Zeitschrift dazu entschieden, unsere Kosten nicht durch den Verkauf der Zeitschrift zu decken, und haben nach anderen Wegen gesucht:

Erhebung von Publikationsgebühren: Wenn unsere Autor*innen über ihre Institutionen auf Open Access-Fonds zugreifen können, erheben wir eine Gebühr. Wenn nicht, werden diese Gebühren erlassen. So können auch Menschen ohne institutionelle Anbindung, zum Beispiel aus sozialen Bewegungen, bei uns veröffentlichen.

Institutionelle Vereinbarungen mit einzelnen Universitätsbibliotheken: Zur Finanzierung von Publikationsgebühren erhalten wir jährlich einen Pauschalbetrag; dadurch erheben wir bei den Mitgliedern dieser Institution keine Publikationsgebühren.

Fördermitgliedschaften: Auch Ihr, liebe Leser*innen, tragt nicht unwesentlich zur Finanzierung von sub\urban bei, indem ihr Fördermitgliedschaften abgeschlossen habt. Danke!

Das heißt, dass Open Access-Publizieren auch in Zukunft Eure Unterstützung braucht:

Viele offene Grüße,

die Redaktion von sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung

Call für Rezensionen

2020-07-16

Liebe Leser_innen,

um die verschiedenen Perspektiven und aktuellen Debatten der kritischen Stadtforschung kontinuierlich zu beleuchten, freut sich sub\urban über neue Einreichungen für die Rubrik Rezensionen. Ob Einzel- oder Sammelrezensionen – idealerweise bieten die Beiträge dieser Rubrik nicht nur eine Zusammenfassung einer Publikation, sondern ordnen sie auch in wissenschaftliche und/oder politische Kontroversen und Kontexte ein. In diesem Sinne schlagen wir folgende Publikationen für Rezensionen vor:

Passend zu unserem nächsten Themenschwerpunkt Methoden:

  • Farthing, Stuart. 2015. Research Design in Urban Planning. London: SAGE.
  • Leitner, Helga / Peck, Jamie & Sheppard, Eric (Hg.). 2019. Urban Studies Inside/Out. Theory, Method, Practice. London: SAGE.
  • Prell, Uwe. (im Erscheinen). Die Stadt. Eine Einführung für die Sozialwissenschaften. Barbara Budrich. (erscheint voraussichtlich im September 2020).
  • Ward, Kevin (Hg.). 2020. Researching the city. A guide for students. 2nd Edition. London: SAGE.

Weitere Vorschläge:

  • Agier, Michel. 2020. Der „Dschungel von Calais“. Über das Leben in einem Flüchtlingslager. Bielefeld: transcript Verlag.
  • Atkinson, Rowand. 2020. Alpha City. How London Was Captured by the Super-Rich. London: Verso Books.
  • Brenner, Neil. 2019. New Urban Spaces. Urban Theory and the Scale Question. New York: Oxford University Press.
  • Fuller, Graham. 2019. The Political Economy of Housing Financialization. New York City: Columbia University Press.
  • Gerber, Brigitta / Kriese, Ulrich (Hg.). 2019. Boden behalten - Stadt gestalten. Zürich: Rüffer & Rub.
  • Heer, Barbara. 2019. Cities of Entanglements. Social Life in Johannesburg and Maputo Through Ethnographic Comparison. Bielefeld: transcript Verlag.
  • Kern, Leslie. 2020. Feminist City. Claiming Space in a Man-Made World. London: Verso Books.
  • Madden, David / Marcuse, Peter. 2016. In Defense of Housing. The Politics of Crisis. London: Verso Books.
  • Martinez, Miguel. 2020. Squatters in the Capitalist City. Housing, Justice and Urban Politics. London: Routledge.
  • Metzger, Philipp. 2020. Die Finanzialisierung der deutschen Ökonomie am Beispiel des Wohnungsmarktes. Bielefeld: transcript.
  • Schwark, Jürgen. 2020. Sportgroßveranstaltungen. Kritik der neoliberal geprägten Stadt. Wiesbaden: Springer Verlag.

Wenn Ihr Interesse habt, eine Rezension zu verfassen, könnt Ihr die Bücher als Rezensionsexemplare bei uns anfragen. Bitte meldet Euch, wenn Ihr eine Rezension übernehmen wollt. Für Fragen stehen wir gerne unter info@zeitschrift.suburban.de zur Verfügung.

Hinweise zu unserer Rubrik Rezension findet ihr hier.

Schöne Grüße

die Redaktion von sub\urban

Kristine Beurskens, Laura Calbet i Elias, Antonio Carbone, Nihad El-Kayed, Nina Gribat, Stefan Höhne, Johanna Hoerning, Jan Hutta, Justin Kadi, Michael Keizers, Yuca Meubrink, Boris Michel, Gala Nettelbladt, Lucas Pohl, Nikolai Roskamm, Nina Schuster, Lisa Vollmer