Bd. 8 Nr. 3 (2020): Wie können wir die Stadt wissen?

sub\urban Online-Debatte: Wie weiter mit der Ostdeutschlandforschung?

2021-02-17

Ostdeutschland, was genau wird darunter verstanden? Und macht eine eigenständige Ostdeutschlandforschung Sinn? Auch nach 30 Jahren seiner Nutzung bleibt der Begriff Ostdeutschland umstritten. Insbesondere als Raumbezug in der Forschung werden seine Bedeutung, Wirkmächtigkeit, empirischen Nachweisbarkeit, Reproduzierbarkeit und mit ihm verbundene Inhalte vielfach hinterfragt: Wie gerechtfertigt und sinnvoll ist Ostdeutschlandforschung und wie sollte sie aussehen? 

In unserem kürzlich erschienenen Heft (sub\urban Band 8, Heft 3) riefen Matthias Bernt und Andrej Holm zu einer Debatte um das Thema ‚Wohnen‘ in der Ostdeutschlandforschung auf. Fünf Autor*innen antworteten darauf aus ihren Perspektiven und erweiterten so den Blick auf eine mögliche kritische Ostdeutschlandforschung. Mit unserer Online-Diskussion wollen wir diesen Faden aufgreifen und anhand der Erfahrungen der Debattenautor*innen und weiterer Gäste diskutieren, was die Ostdeutschlandforschung heute ausmacht und wie eine kritische, engagierte Ostdeutschlandforschung in Zukunft aussehen könnte.

Am 18. März 2021, 18-20 Uhr, diskutieren:

Matthias Bernt, Andrej Holm, Kathrin Hörschelmann, Carsten Keller, Carmen Leidereiter, Matthias Naumann, Dieter Rink, Felix Ringel, Barbara Schönig

Organisation und Moderation: Kristine Beurskens, Laura Calbet i Elias, Lisa Vollmer

Hier geht es zur Veranstaltung:

https://fau.zoom.us/j/93633291758?pwd=VCttRElOLzJOblhmTjYzM3Y2QmVzdz09

Roger Keil (Toronto): „Covid Urban: Dimensionen der Peripherie in der städtischen Gesellschaft“

2021-02-12

Moderation: Jan Hutta (Bayreuth/Dresden)

Dieser Beitrag beleuchtet die Einwirkungen der COVID-19 Pandemie auf die verschiedenen Dimensionen der Peripherie der städtischen Gesellschaft. Ausgehend von der Annahme, zuerst geäußert von Henri Lefebvre, dass wir nun im Zeitalter der vollständigen Urbanisierung leben, können wir feststellen, dass COVID-19 die erste Infektionskrankheit der globalisierten städtischen Gesellschaft ist. Vor dem Hintergrund jüngerer Epidemien im städtischen Raum, von SARS bis Ebola, zeigt Roger Keil, dass die Entstehung und Verbreitung der COVID-19 Pandemie mit der ‚ausgedehnten‘ Urbanisierung zu tun hat, die heute die Welt der Stadt dominiert. Ebenso führt er vor, wie die Auswirkungen der inzwischen globalen Seuche insbesondere die sozialen, räumlichen und institutionellen Peripherien der ‚globalen Stadt‘ am härtesten betroffen haben. Letztlich diskutiert er, wie die Pandemie die Horizonte urbanistischer Praxis verändert hat, indem Perspektiven auf Klimawandel, Antirassismus und ökonomischer Krise durch die Erfahrung der Krankheit an Schärfe und Profil gewonnen haben.

Der Vortrag fand am 26. Januar 2021 im Rahmen der translokalen Vorlesungsreihe „Geographien von Covid-19“ statt.

Organisation: Iris Dzudzek (Münster), Jan Hutta (Bayreuth/Dresden), Matthias Naumann (Klagenfurt), Simon Runkel (Jena), Julian Stenmanns (Bayreuth) in Kooperation mit s u b \ u r b a n. zeitschrift für kritische stadtforschung

Call Jubiläumsheft 10 Jahre sub\urban - sub\x: Verortungen, Entortungen

2021-01-27

Die interdisziplinäre Stadtforschung hat sich in den vergangenen Jahren weiter ausdifferenziert. Nie zuvor wurde so viel über städtische Phänomene, Urbanisierungsprozesse und urbane Theorien geforscht wie heute. Solche Forschungen werden mit unterschiedlichen Zielen und von unterschiedlichen Startpunkten aus betrieben, die sich auf unterschiedliche Traditionen und Routinen berufen. Was sich im anglo-amerikanischen Sprachraum als urban studies etabliert hat, ist hierzulande weiterhin breiter aufgefächert und dezentraler organisiert. Stadtwissen entsteht dabei nicht zuletzt auch außerhalb der Akademie: in den urbanen Bewegungen, in Initiativen und im stadtpolitischen Handeln. Dieses weite Feld der Entstehung von Stadtwissen und der damit verbundenen Positionierung wollen wir mit unserer sub\urban-Jubiläumsausgabe sichten. Wir möchten unser Zehnjähriges dafür nutzen, Erkundungen in verschiedene Bereiche der Stadtforschung und der urbanen Wissensproduktion zu versammeln und dabei mögliche Konturen aktueller Positionsbestimmungen zu erörtern.

Mit dem call for papers „sub\x: Verortungen, Entortungen“ möchten wir Autor_innen einladen, in ihren Beiträgen das Urbane als Variable zu betrachten.