Bd. 8 Nr. 3 (2020): Vorabveröffentlichung

Geographische Überlegungen in Zeiten der Pandemie | Reflexões Geográficas em Tempos de Pandemia von Rogério Haesbaert

05.06.2020

Bild_Titel_für_Mitteilung2.jpgLiebe Leser*innen,

mit Blick auf die von der Pandemie Covid-19 geprägten letzten Monate und unsere letzte Ausgabe mit dem Themenschwerpunkt „Die Natur der Stadt“ wollen wir euch mit diesem Newsletter auf einen weiteren Text zum Themenschwerpunkt aufmerksam machen, den wir bereits vor Erscheinen der nächsten Ausgabe veröffentlichen: „Geographische Überlegungen in Zeiten der Pandemie“  von dem brasilianischen Humangeographen Rogério Haesbaert. Aus dem Portugiesischen übersetzt wurde der Text innerhalb der Redaktion von Johanna Hoerning und Jan Hutta. Gleichzeitig freuen wir uns erstmalig auch die Vorabveröffentlichung der portugiesischen Version des Textes verkünden zu können: „Reflexões Geográficas em Tempos de Pandemia”. Com isso saudamos nossxs leitores de língua portuguesa!

Der Autor argumentiert, dass die planetarische Krise, die die Covid-19-Pandemie ausgelöst hat, stark mit Problemen geographischer Natur verwoben ist. Für ihn ist es daher notwendig, dass wir unsere Kategorien im Licht der aktuellen Geschehnisse in der Welt bewerten. So zeigt er auf, dass Territorialität und Prozesse der Deterritorialisierung noch nie so relevant waren wie jetzt, im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus.

Ganz besonders freuen wir uns, euch auch mitteilen zu können, dass wir weitere Verstärkung in der Redaktion bekommen haben: Mit Nihad El-Kayed, Gala Nettelbladt und Lucas Pohl werden wir zukünftig gemeinsam die nächsten Ausgaben und Themen angehen. Nihad ist Soziologin mit Schwerpunkt Stadt- und Migrationsforschung, Gala ist Stadtplanerin und -forscherin und forscht zu Zuwanderungsstrategien in Städten und Lucas Pohl ist Humangeograph und einigen sicher bekannt durch seine Beiträge bei uns „Das urbane Unbewußte“ (Bd. 7/3 2019) oder „Kunst des Gehens“ (Bd. 5/1/2 2017). Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit! Zugleich bedauern wir das Ausscheiden unseres langjährigen Redaktionsmitglieds Carsten Praum aus der Redaktion. Carsten ist Gründungsmitglied von sub\urban und allein deswegen wird er für uns immer ein Teil der Redaktion bleiben. Wir wünschen Dir alles Gute, Carsten!

Wir wünschen viel Freude beim Lesen,

die Redaktion von sub\urban

Kristine Beurskens, Laura Calbet i Elias, Antonio Carbone, Nihad El-Kayed, Nina Gribat, Stefan Höhne, Johanna Hoerning, Jan Hutta, Justin Kadi, Michael Keizers, Yuca Meubrink, Boris Michel, Gala Nettelbladt, Lucas Pohl, Nikolai Roskamm, Nina Schuster, Lisa Vollmer

Virtueller Themenschwerpunkt: Wohnungsforschung

12.05.2020

Liebe Leser*innen,

Stadt von oben, Gefühlsräume, Riots, Stadt und Migration, Planungspraktiken – zu vielen Themen haben wir schon Aufrufe für Beiträge verschickt und tolle Themenhefte veröffentlicht. Aber zu einem Thema haben wir über die Jahre besonders viele Einreichungen erhalten – ganz ohne Aufruf: Wohnungsforschung. Deshalb haben wir alle Beiträge aus diesem Bereich in einem virtuellen Themenschwerpunkt versammelt.

Es zeigt sich: Unsere Autor*innen beschäftigen sich mit ganz unterschiedlichen Aspekten der Wohnraumversorgung – von sozialen Praktiken des Wohnens bis zur politischen Ökonomie der Wohnungsfrage – und nehmen dabei ganz unterschiedliche Perspektiven ein. Im besten Sinne eine interdisziplinäre Wohnungsforschung.

Viele Spaß beim Stöbern und viele Grüße

die Redaktion von sub\urban

Kristine Beurskens, Laura Calbet i Elias, Antonio Carbone, Nina Gribat, Stefan Höhne, Johanna Hoerning, Jan Hutta, Justin Kadi, Michael Keizers, Yuca Meubrink, Boris Michel, Nikolai Roskamm, Nina Schuster, Lisa Vollmer

Band 8, Heft 1/2 (2020) "Die Natur der Stadt. Urbane politische Ökologien" ist online!

24.04.2020

Die neue Doppelausgabe von sub\urban ist soeben erschienen. Für den Themenschwerpunkt „Die Natur der Stadt. Urbane politische Ökologien“ haben wir zahlreiche spannende Beiträge gewinnen können. Zu einem breiten Themenspektrum nehmen unsere Aufsätze gleichzeitig eine ökologische Perspektive ein und stellen die damit verbundenen gesellschaftstheoretischen Fragen. In unserer großen Debatte zum „Wohnen in der Klimakrise“ diskutieren unsere Autor_innen die Zusammenhänge von sozialer und ökologischer Wohnungsfrage. Das Magazin beschäftigt sich mit urbaner Landwirtschaft und wild lebenden Tieren in der Stadt. Außerdem gibt es drei Buchrezensionen zum Themenschwerpunkt sowie einige Beiträge außerhalb des Schwerpunkts.

Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis und zum PDF des gesamten Heftes. Das Titelblatt der Ausgabe kann als Poster heruntergeladen werden.

Wir freuen uns immer über Einreichungen für die verschiedenen Rubriken der Zeitschrift!

Alles Gute und eine inspirierende Lektüre wünscht

die Redaktion von sub\urban

Kristine Beurskens, Laura Calbet i Elias, Antonio Carbone, Nina Gribat, Stefan Höhne, Johanna Hoerning, Jan Hutta, Justin Kadi, Michael Keizers, Yuca Meubrink, Boris Michel, Nikolai Roskamm, Nina Schuster, Lisa Vollmer

offener Brief: Immobilienwirtschaft an den Kosten der Corona-Krise beteiligen. Offener Brief von Wissenschaftler*innen zur Wohnungsfrage in Zeiten von Corona

27.03.2020

In der Corona-Pandemie wird wieder einmal deutlich, was das Zuhause für viele bedeutet: Es ist sicherer Rückzugsort, Ort der Gemeinschaft und – jetzt noch mehr als sonst – auch Ort des Arbeitens. Doch viele Menschen müssen durch die Auswirkungen der Corona-Krise nun um ihr Zuhause fürchten – sofern sie überhaupt eines haben –, weil sie ihre Miete nicht bezahlen können. Die Folgen der Corona-Krise treffen nicht alle Menschen gleich stark: Selbstständige verlieren ihr Einkommen teilweise ganz, für Angestellte mit niedrigen Einkommen bedeutet eine Reduzierung im Rahmen des Kurzarbeitergeldes, dass sie ihre Lebenshaltungskosten nicht mehr stemmen können, und für Menschen ohne Wohnung stellt sich zwar nicht die Frage nach Mietzahlungen, dafür aber nach erhöhter Ansteckungsgefahr in Unterkünften und bei Notübernachtungen. Auch Gewerbetreibende können ihre laufenden Kosten wie Mietzahlungen bei Einkommenseinbußen nicht begleichen.

Bei all diesen Problemen stellt sich die Frage: Wer zahlt für ihre Lösung?

Kein Einzelfall. Über den Tod von Adel B., der während eines Polizeieinsatzes in Essen-Altendorf erschossen wurde

17.02.2020

Bild_Titel_für_Mitteilung2.jpgIm Sommer 2019 wird Adel B. im Essener Stadtteil Altendorf bei einem Polizeieinsatz erschossen. Zuvor hatte er angekündigt, sich selbst töten zu wollen. In der Presse wird er als „Deutscher mit algerischen Wurzeln“ beschrieben. Sein Wohnort Altendorf gilt als problematisches und gefährliches Viertel und wird entsprechend polizeilich bearbeitet. Polizei und Stadtpolitik in Essen bagatellisieren die Erschießung als Einzelfall, polizeiinterne Ermittlungen gegen einen Polizisten erkennen Nothilfe. Angehörige, Nachbar*innen und Aktivist*innen dagegen organisieren Proteste und fordern „Gerechtigkeit für Adel“. Wir argumentieren, dass sich in der Erschießung des Bewohners eines ‚Problemquartiers‘, eines Mannes mit zugeschriebenem Migrationshintergrund, der sich in einer psychischen Notsituation befand, verschiedene polizeiliche Selektivitäten auf fatale Weise verbinden. Basierend auf eigenen qualitativen Forschungen in Altendorf rekonstruieren wir, wie sich hier alltägliche und institutionalisierte Rassismen zu einem spezifischen sozialen Klima verdichten. Wir beleuchten, wie in dieser lokalen Konstellation rassistische Polizeipraktiken verleugnet werden. Gleichzeitig plädieren wir dafür, dass kritische Stadtforschung an der Dokumentation, Sichtbarmachung und Kritik rassistischer Polizeigewalt aktiv mitarbeiten sollte, um die öffentliche Anerkennung der Existenz institutionalisierter polizeilicher Rassismen zu stärken und dadurch daran mitzuwirken, die Artikulationsräume für Betroffene zu verbreitern.

Der hier veröffentlichte Magazinbeitrag erscheint auch in der nächsten Ausgabe.